Flexibilität: Arbeitsplatz und Arbeitgeber der Zukunft

Flexibilität, digitaler Fortschritt und die mittlerweile selbstverständliche Nutzung von Informationstechnologien verändern die Arbeitswelt rasant. Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit und örtliche Flexibilität gehören für viele zum Alltag. Das bestätigt eine repräsentative Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für den “Fehlzeiten-Report 2012”. “Erwerbstätige werden in Zukunft mehr als bisher auf sich allein gestellt sein und mehr Unsicherheit aushalten müssen”, sagt Prof. Antje Ducki, Herausgeberin des Fehlzeiten-Reports (FZR). Sie lehrt Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Personalmanagement an der Beuth Hochschule für Technik Berlin.

“Für alle Beschäftigten in allen Branchen gilt, dass zukünftig ein hohes Maß an disziplinierter Selbstorganisation und Gesundheitsvorsorge notwendig sein wird, um gesund bis zur Rente zu kommen“, betont Antje Ducki. Weiterbildung betrachtet sie auch als Schutz vor dem „Ausbrennen“. Regelmäßige Fortbildung eröffne nicht zuletzt Möglichkeiten, später auf weniger belastende Tätigkeiten umzusatteln: “Ein Altenpfleger von heute kann sich morgen zum Pflege- oder auch Gesundheitsmanager weiterbilden, ein Elektriker zum Energieberater umsatteln.”

Informationskompetenz immer wichtiger

Lebenslanges Lernen bleibt der Schlüssel. Das ist nicht neu aber weiterhin hochaktuell. Die Fähigkeit zum Umgang mit Komplexität, Informationskompetenz und den richtigen Umgang mit Wissen betrachtet die Wissenschaftlerin als wichtigste Kompetenzen der Zukunft. Eine Qualifizierung zum persönlichen Ressourcenmanagement sollte deshalb schon in der Schule und Ausbildung beginnen und in den Unternehmen fortgesetzt werden. “Menschen müssen aber schon in der Schule und während der Ausbildung lernen, mit ihren Ressourcen hauszuhalten”, so das Credo der Psychologin. Darauf müssten Unternehmen später dann aufbauen.

Flexibilität: Die Unternehmen sind in der Pflicht

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels sieht Antje Ducki auch und vor allem die Wirtschaft in Zugzwang. Nicht nur gute Löhne machen aus ihrer Erfahrung ein Unternehmen attraktiv, sondern auch gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen. „Unternehmen, die Mitarbeiter langfristig an sich binden wollen, bieten unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, die es den Arbeitsnehmern erlauben, Auszeiten zu nehmen, wenn die Mitarbeiter sie brauchen”, rät die FZR-Herausgeberin. “Vor allem jüngere Mitarbeiter legen großen Wert darauf, Beruf, Freizeit und Familie gut miteinander vereinbaren zu können”, so Ducki. “Dazu braucht es zeitliche und räumliche Freiheiten. Vertrauensarbeitszeit und Telearbeit, aber auch längere Weiterbildungsphasen schaffen die nötige Flexibilität. Gesundheitsförderlich ist Arbeit dann, wenn sie planbar, vorhersehbar, verlässlich und sinnvoll ist.”

Fehlzeiten-Report 2012 – Prof. Dr. Antje Ducki:

(AOK)

HCC Redaktion

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