Google+
Messe

Betriebliches Gesundheitsmanagment im Fokus zweier Messen – Interview

Vom 9.-12. Oktober fand in der Landesmesse Stuttgart die Interbad statt, eine der wichtigsten Messen in Europa für Schwimmbad, Sauna und Spa. Neu hinzugekommen ist in diesem Jahr der Sonderbereich „betriebliche Gesundheit“. Das Thema wird dann auf der Spezialmesse “Human Capital Care” am 17. und 18. Oktober 2012 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart im Zentrum stehen.

Laut dem Statistischen Bundesamt verursachen allein die psychischen Erkrankungen Behandlungskosten von 27 Milliarden Euro pro Jahr. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten aufgrund der dadurch hervorgerufenen Produktionsausfälle summieren sich auf weitere 26 Milliarden Euro. Der AOK zufolge waren 2010 knapp 100.000 Menschen wegen Burnout krankgeschrieben, was sich auf insgesamt 1,8 Millionen Fehltage summierte. Hinzu kamen dann noch die „klassischen“ Krankheitsausfälle, die immer noch für 90% der Krankheitstage stehen, unter anderem aufgrund schädigender Körperhaltungen durch falsch eingerichtete Arbeitsplätze und ähnliches. Das Kostenrisiko für Unternehmen bei einer falschen Einschätzung des Gesundheitsthemas für ihre Angestellten ist also entsprechend groß. Vor diesem Hintergrund haben wir ein Interview mit Gerd Fleischer, dem Kommunikationsleiter der Landesmesse Stuttgart, geführt.


Guten Tag Herr Fleischer. Sie sind Kommunikationsleiter der Landesmesse Stuttgart. Vom 9.-12. Oktober veranstaltete die Landesmesse die Interbad, eine der wichtigsten Messen in Europa für Schwimmbad, Sauna und Spa. Wie schätzen Sie die Entwicklung in diesem Fachbereich allgemein ein?

Die Interbad gehört zu den wichtigsten europäischen Veranstaltungen rund um die genannten Branchen. Sie spiegelt die Neuheiten sowohl im öffentlich geführten Bereich wir auch bei den privat geführten Anlagen wieder. Aus unserer Sicht sind dies generell wachsende Märkte. Man sieht dies auch vor dem Hintergrund der Euro-Turbulenzen: aktuell sinken Nachfrage und Marktvolumen im gesamten Euroraum eigentlich nicht. Das heißt, die Interbad hat in den letzten Jahren bei Ausstellern und Besuchern faktisch sogar zulegen können.

Können Sie auch anhand der Ausstellerzahl und des Nachfrageinteresses allgemein einen Trend zu einer stärkeren Gesundheitsorientierung der Menschen erkennen?

Gesundheit und Gesundheitsvorsorge sind angesichts der demografischen Entwicklung und auch angesichts der steigenden Kosten im Gesundheitssystems stärker in das öffentliche Interesse gerückt. Die Rahmenbedingungen und die demografische Entwicklung zwingen uns also als Gesellschaft dazu, diese Themen stärker zu berücksichtigen.

Hat entsprechend die Ausstellerzahl im Bereich der Gesundheitsvorsorge ebenfalls zugenommen?

Wir haben das Thema dieses Jahr zum ersten mal auf der Interbad, insofern können wir noch keine Vergleichswerte heranziehen. Das heißt, es ist für uns eine Premiere für diese neue Entwicklung und diesen wachsenden Trend.

Der Sonderbereich „betriebliche Gesundheit“ ist zum ersten mal auf der Messe Interbad vertreten gewesen. Welche Entwicklungen haben zu dieser Entscheidung beigetragen? Ist dies eher nachfrage- oder angebotsgetrieben, dass dieser Sonderbereich nun mit dabei ist?

Ja, wir sind als Messe Stuttgart, als Messegesellschaft, ein Unternehmen, das den Marktplatz für Angebot und Nachfrage zur Verfügung stellt, auf dem sich dann Aussteller und Besucher treffen, Neuigkeiten austauschen, und im Prinzip den fachlichen Dialog führen. Das heißt, wir sind ein Dienstleister – für uns ist immer die Nachfrage entscheidend, die Trends, die sich in einem gewissen Messethema befinden bzw. herangetrieben werden. Das Thema „betriebliche Gesundheit“ war eines der Themen, bei dem wir gespürt haben, dass hier verstärkt Nachfrage da ist. Insofern hat der Markt das Thema an uns herangetragen.

Sie haben also schon eine steigende Nachfrage bei dieser Thematik gespürt. Können Sie dann schon beurteilen, ob auf das Unternehmensfeld bezogen die Firmen auch mehr Geld für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter ausgeben? Wie sieht die Marktentwicklung hier allgemein aus?

Ob die Unternehmen mehr Geld ausgeben, ist eine Frage, die wir als Messe Stuttgart natürlich schwer beantworten können. Da müssten sie schon in den Betrieben selber diese Frage stellen. Aufgrund der körperlichen und psychischen Überlastungen entstehen in Unternehmen ja immer mehr Kosten. Zahlreiche Studien haben das in den letzten Jahren bzw. Monaten deutlich belegt. Die demografische Entwicklung, wie vorhin schon angesprochen, tut hier ihr übriges, so dass dieses Themenfeld immer stärker von Arbeitgebern beobachtet wird. Diese sind gezwungen, hier zu reagieren. Das hat dann zu der Resonanz und dieser Sonderfläche „Corporate Health“ hier auf der Interbad geführt, so dass wir das Thema „betriebliches Gesundheitsmanagement“ hier beleuchten.

Sie kooperieren in diesem Zusammenhang auch mit der reinen Fachmesse für betriebliche Gesundheit in Stuttgart, der „Human Capital Care“ (HCC) am 17. und 18. Oktober 2012 in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart. Wie kam es zu dieser Kooperation und welchen Nutzen sehen Sie darin?

Beim Veranstalter der HCC ist betriebliches Gesundheitsmanagement das Kernthema. Es ist eine neue Spezialmesse – bei uns ist es hingegen ein wichtiger Trend in einer großen etablierten, internationalen Messe, insofern ist die Situation nicht ganz vergleichbar. Wir haben beide das gleiche Thema, das uns um treibt, einmal im Mittelpunkt, einmal als ergänzendes Feld. Wir können gemeinsam diesem Thema mehr Nachdruck verleihen. Das ist eine Situation, wo wir zusammen gefunden haben und gespürt haben, dass wir hier etwas gemeinsam bewegen können.

Herr Fleischer, vielen Dank für das Interview.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*