Deutscher Zukunftspreis 2012: Binaurale Hörgeräte für räumliches Hören

Ein großes Problem im Zusammenhang mit einer zunehmend alternden Bevölkerung sowie parallel eines immer älter werdenden Personalstamms in Unternehmen ist auch die Zunahme von Alterskrankheiten (siehe BBSR-Bevölkerungsprognose 2030 – Durchschnittsalter steigt weiter an). Davon sind nicht nur die jeweiligen Einzelpersonen betroffen, sondern über die steigenden Krankheitsausgaben auch direkt die Unternehmen. Umso wichtiger werden in diesem Zusammenhang gezielte Prävention wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM), aber auch Technologien, mit denen etwaige krankheits- und altersbedingte Nachteile kompensiert werden können. Eine dieser Innovationen wurde nun mit dem Deutschen Zukunftspreis 2012 ausgezeichnet:

(v.l.n.r.) Dr.-Ing. Torsten Niederdränk, Prof. Dr. rer.nat. Dr. med. Birger Kollmeier, Bundespräsident Joachim Gauck, Prof. Dr. rer. nat. Volker Hohmann / Bild: Deutscher Zukunftspreis

In Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Wissenschaft und Wirtschaft erhielt das Team vom Institut für Physik und Exzellenzzentrum für Hörforschung, Universität Oldenburg und der Siemens AG, München, für ihr Projekt „Binaurale Hörgeräte – räumliches Hören für alle“ den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.

Den ausgezeichneten Forschern ist es gelungen, die technologische Basis für neuartige Hörsysteme zu schaffen, bei denen zwei Hörgeräte in beiden Ohren gekoppelt und entsprechend des individuellen Hörschadens aufeinander abgestimmt sind. Zudem lassen sich mithilfe eines neuartigen Diagnoseverfahrens und mathematischer Algorithmen Hörfehler von Betroffenen gezielt kompensieren. Dies erlaubt hörgeschädigten Menschen zukünftig, in akustisch „schwierigen“ Umgebungen besser zu hören – etwa in Räumen mit Nachhall, bei mehreren durcheinander redenden Menschen oder lauten Hintergrundgeräuschen.

Schlecht oder gar nicht hören zu können, ist ein – oftmals unterschätztes – Problem in einer alternden Gesellschaft. Mit der heute prämierten Technologie wir die Lebensqualität von Schwerhörigen deutlich verbessert und eine normale Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für sie wieder möglich.

Die Anwendung der binauralen Hörsysteme nicht nur auf Menschen mit einem eingeschränkten Hörvermögen begrenzt. Auch Nutzer von Unterhaltungs-Elektronik oder Smartphones sollen demnächst von einer besonderen Unterstützung des binauralen Höreindrucks profitieren.

Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert und würdigt sowohl die Entwicklung des Verfahrens als auch dessen erfolgreiche Umsetzung in den Markt.

Mit ihrer Innovation setzte sich das Team gegen drei weitere herausragende Projekte durch, die die Jury für die Endrunde, den „Kreis der Besten“, nominiert hatte. Diese Teams wurden von Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Urkunde geehrt.

Weiterführende Informationen auf der Website des Deutschen Zukunftspreises.

(Deutscher Zukunftspreis 2012 / mb)

HCC Redaktion

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