Nachhaltige betriebliche Mobilität – Interview mit der LeaseRad GmbH

Ulrich Prediger / LeaseRad GmbH

Die LeaseRad GmbH mit Sitz in Freiburg bietet Fahrradflotten und den kompletten Service rund um das Fahrrad für Unternehmen, Behörden, Kommunen, Organisationen, Tourismusregionen, Hotels und Pensionen, Kur-und Rehakliniken sowie Radreiseveranstalter und Fahrradverleiher.

Statt mit einer Auto-Flotte legen die Kunden von LeaseRad mit Fahrradflotten den Arbeitsweg zurück und genießen somit eine gesunde und nachhaltige Alternative zum Auto. LeaseRad vereint Klimaschutz, Gesundheit und Kostenersparnis – mit dem Ziel der Senkung von krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Im Interview mit dem HCC-Magazin beantwortete die LeaseRad GmbH Fragen zum Konzept und den Services des Unternehmens, die auch auf der HUMAN CAPITAL CARE präsentiert wurden.

Bitte stellen Sie sich und Ihr Unternehmen kurz vor.

Ulrich Prediger / LeaseRad GmbH
Ulrich Prediger / LeaseRad GmbH

LeaseRad macht das (Elektro‐)Fahrrad businesstauglich! Wir kümmern uns um alle Aspekte der Fahrrad‐ und E‐Mobilität. Als Partner von Unternehmen, Kommunen und dem lokalen Fachhandel bieten wir Finanzierungs‐, Beratungs‐ und Servicelösungen für die nachhaltige Mobilität.

Die LeaseRad GmbH wurde 2008 von Ulrich Prediger in der GreenCity Freiburg gegründet. Als Geschäftswagen‐Berechtigter ärgerte sich Ulrich Prediger, der Gründer von LeaseRad, irgendwann über sein Auto, das die meiste Zeit nur zu Hause herumstand. Den Weg zur Arbeit quer durch Freiburg konnte er schneller, gesünder und natürlich umweltfreundlicher mit dem Rad bewältigen. Eine Alternative zu seinem Geschäftswagen gab es von Seiten seines Arbeitgebers leider nicht, oder sollte man lieber sagen, zum Glück? Wer weiß, ob heute andernfalls Unternehmen, Kommunen und andere Institutionen in LeaseRad einen zuverlässigen und professionellen Mobilitätspartner für Ihre Fahrradflotten hätten!

Holger Tumat / LeaseRad GmbH
Holger Tumat / LeaseRad GmbH

In jedem Fall war es die Geburtsstunde der LeaseRad‐Idee und wenn man so will, die Initialzündung für das Fahrrad, zu einer ernstzunehmenden Alternative in der betrieblichen Mobilität zu werden.

In den ersten Jahren seit der Gründung von LeaseRad ist das Team um Gründer Ulrich Prediger langsam aber konstant gewachsen und umfasst inzwischen sechs Festangestellte am Hauptsitz in Freiburg. Unser interdisziplinäres, junges Team setzt sich zusammen aus den beiden Geschäftsführern Ulrich Prediger und Holger Tumat. Ulrich, der im Radvorzeigeland Niederlande seinen Master in International Economics machte, verantwortet die Bereiche Sales und Marketing. Seit 2011 verstärkt der Wirtschaftsingenieur Holger Tumat als zweiter Geschäftsführer das Team mit seiner Expertise im Bereich Vertragsmanagement, Controlling sowie allen kaufmännischen Aufgabenstellungen.

Zum LeaseRad‐Kundenstamm gehören u.a. die Deutsche Telekom, Allianz, EnBW, GLS Bank, UniCredit sowie die Städte Stuttgart und Offenburg.

Welche Produkte und Services bieten Sie für Unternehmen, was davon haben Sie auf der HCC ausgestellt und wie arbeiten Sie mit den Unternehmen in diesem Bereich zusammen?

LeaseRad bietet Leasing, Beratung und Umsetzung zweiradbasierter Mobilitätskonzepte für Unternehmen, Organisationen, Kommunen und Privatpersonen.

Unser jüngstes Konzept JobRad wurde speziell auf der HCC vorgestellt

Delite hybrid. Quelle: Riese und Müller
Delite hybrid. Quelle: Riese und Müller

Was bisher nur Großunternehmen ihren privilegierten Mitarbeitern mit einem Dienstwagen geboten haben, ist nun mit LeaseRad für Unternehmen jeder Größe möglich.

Das JobRad ist das erste Steuersparmodell speziell für Fahrräder, Pedelecs und E‐Bikes auf Leasingbasis. Es ermöglicht jedem Mitarbeiter, sein Wunschrad bequem über die monatliche Gehaltsabrechnung zu bezahlen und dabei gleichzeitig Geld zu sparen.

Der Weg zum JobRad ist einfach: Der Arbeitgeber schließt einen Rahmenvertrag mit LeaseRad, der Arbeitnehmer sucht sich sein Wunschrad bei einem Fahrradfachhändler aus, die das JobRad‐Konzept anbieten. Die Kosten können beliebig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt werden, wobei der Mitarbeiter seinen Teil der Leasingrate durch eine Lohnumwandlung begleicht.

Die Vorteile für die Mitarbeiter:
– Alle 3 Jahre das neueste Fahrrad oder E‐Bike ohne eigenen Kapitaleinsatz
– Bezahlung der Leasingrate aus Bruttogehalt als Gehaltsumwandlung
– Durch vorteilhafte Versteuerung und Firmenkonditionen viel günstiger als Kauf
– Komfortable Versicherung günstig und einfach einzuschließen
– Der Arbeitgeber kann einen Zuschuss festlegen, muss es aber nicht

Die Vorteile für den Arbeitgeber:
– Hoher Motivationsfaktor ohne zusätzliche Kosten
– Positives, nachhaltiges und innovatives Arbeitgeberimage
– Aktiver Beitrag zu Umweltschutz, Verkehrsverbesserung und Mitarbeitergesundheit

Culture Hybrid. Quelle: Riese und Müller
Culture Hybrid. Quelle: Riese und Müller

Fahrradflotten für Unternehmen:
Das Prinzip ist denkbar einfach: LeaseRad sorgt für die Fahrradflotte und den gesamten Service, die Unternehmen sorgen für Null‐Emissionen, für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter – und für die Umwelt. Der Kunde least – anstelle oder in Ergänzung zu kostspieligen Dienstwagen – eine Fahrradflotte. LeaseRad kümmert sich als Full‐Service‐Dienstleister um alle Belange hinsichtlich des Fahrrad‐Fuhrparks. Zum Service gehören alle Dienstleistungen, die auch schon bei Dienstwagen‐Flotten seit Jahrzehnten ganz selbstverständlich in Anspruch genommen werden. Neben der Beschaffung der Räder im Corporate Design des Kunden sind dies Wartung und Reparatur, Versicherung, Reifenservice und weiteres mehr.

Fachhändler‐Leasing:
Es gibt in Deutschland mehr als 4.000 Fahrradfachhändler vom kleinen Ein‐Mann Betrieb bis zu großflächigen Fahrradsupermärkten mit mehreren hundert Mitarbeitern. Bislang ist der Fachhandel jedoch ausschließlich auf Endkundengeschäft ausgerichtet und kann daher B2BKunden nur unzureichend bedienen. LeaseRad arbeitet zwischenzeitlich bundesweit mit mehr als 350 Fahrradfachhändlern zusammen, um dies zu ändern. Neben der Unterstützung in der Vermarktung im B2B‐Bereich bieten wir dem Fachhandel Finanzierungsoptionen, Zweirad‐Versicherungen sowie Wartungsverträge für deren Kunden an. Im Gegenzug erhalten wir für unsere Dienstleistungen eine Provision.

An wen richtet sich Ihr Angebot im Besonderen?

– Hotels, Gastbetriebe
– Freiberufler (Anwälte, Ärzte, Architekten…)
– Selbstständige
– Kommunen, Organisationen
– Unternehmen
– Unternehmensmitarbeiter

Wie stark ist das Bewusstsein für Gesundheit in den Unternehmen allgemein bereits ausgeprägt?

Birdy. Quelle: Riese und Müller
Birdy. Quelle: Riese und Müller

Aus unserer Sicht bislang viel zu wenig. Oft sind es seitens der Unternehmen reine Lippenbekenntnisse und sobald es Geld kostet werden fadenscheinige Gründe wie „es sei kein Budget vorhanden“ vorgeschoben. In Deutschland weiß wahrscheinlich jedes Kind, dass Radfahren gesund ist, aber bei Unternehmen ist diese Art der Bewegungsförderung – Mitarbeiter dabei zu unterstützen mit dem Rad zur Arbeit zu kommen – noch nicht angekommen.

Wie schätzen Sie die aktuelle Marktentwicklung in Ihrem Bereich allgemein ein und woran machen Sie das fest?

Wir sind uns sicher, dass wir erst am Anfang der Marktentwicklung für nachhaltige Alltagsmobilität mit dem Fahrrad stehen. Mit Radfahren sprechen sie drei Megatrends der heutigen Zeit an: Gesundheit, Nachhaltigkeit sowie dem Tech‐Trend nach technologisch hochentwickelten und eleganten Produkten. Mittlerweile ist allen Fachleuten klar, dass unsere Mobilität mit dem eigenen Auto, und da spielt es überhaupt keine Rolle, ob es von einem Verbrennungs‐ oder Elektromotor angetrieben wird, so nicht weitergehen kann.

Unsere Städte und unser Mobilitätsbedürfnis wachsen stetig und das Fahrrad hat hier noch ein unterschätztes, riesiges Potential. Dies zeigen Länder wie z.B. die Niederlande und Dänemark, wo die Radverkehrsanteile schon jetzt teilweise doppelt so hoch sind wie in Deutschland.

Was denken Sie, werden die bestimmenden Themen der näheren Zukunft in diesem Bereich sein?

Das Elektro‐Fahrrad hat gerade erst mit seinem Siegeszug begonnen. Wir sind uns sicher, dass sich der Verkehr in urbanen Regionen mit dem E‐Bike nachhaltig verändern wird. Es übernimmt für immer mehr junge Menschen schon jetzt die Rolle eines Statussymbols, das in der Vergangenheit der Audi, BMW oder Mercedes war. Auch wird sich das Produkt Fahrrad an sich noch stark in Richtung Elektronifizierung verändern. Denken wir nur einmal daran was auch unserem Tischtelefon mit Wählscheibe in den letzten 25 Jahren geworden ist.

Vielen Dank für das Interview!

Das Interview führte Oliver Foitzik (Mit-Herausgeber, HCC-Magazin)

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