Berliner Gesundheitspreis 2013 prämiert Wissenstransfer-Projekte

Die Universität Graz ist für ihre Umsetzung einer Leitlinie zur Sturzprophylaxe für ältere Patienten mit dem Berliner Gesundheitspreis 2013 ausgezeichnet worden. Mit ihrem Projekt zeige die Universität, dass evidenzbasiertes Wissen im Alltag zum Tragen kommen könne, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz, am Dienstagabend bei der Preisverleihung in Berlin. Der zweite Preis ging das Klinikum der Universität München für ihre Arzneimitteinformationen. Den dritten Preis teilen sich das Berliner Herzinfarktregister und das Projekt “Bremer Gesundheitsuntersuchung”.

Das Wissen der Welt verdoppelt sich innerhalb von fünf Jahren. Doch wie kann dieses neue Wissen in der medizinischen Versorgung nutzbringend angewendet werden? Das war die Aufgabenstellung des diesjährigen Wettbewerbs zum Berliner Gesundheitspreis. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis ist am Dienstagabend (19. März) in der Hauptstadt an Projekte verliehen worden, die sich mit dem Wissenstransfer von evidenzbasierter Medizin (EbM) in den Versorgungsalltag auseinandergesetzt haben.

Gesundheitspreis: Mehr gesichertes Wissen in den Praxisalltag bringen

Der erste Preis ging an die Universität Graz für ihre Arbeit zur Umsetzung einer Leitlinie zur Sturzprophylaxe für ältere Patienten. Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, übergab die mit 20.000 Euro dotierte Trophäe an die Preisträger aus der Steiermark. In ihrer Laudatio sagte die Staatssekretärin, dass es eben nicht ausreiche, evidenzbasiertes Wissen zu haben. Es müsse auch ganz gezielt etwas dafür getan werden, dass dieses Wissen – wie in Graz gezeigt – im Alltag zum Tragen komme. Besonders beeindruckt zeigte sich die Staatssekretärin von dem hohen Beteiligungsgrad der Pflegekräfte, die Leitlinie alltagstauglich zu machen.

Zweiter Sieger wurde ein Projekt des Klinikums der Universität München: Die dort angesiedelte Abteilung Arzneimittelinformation hilft Ärzten und Pflegepersonal seit 1992 bei der Beantwortung aller Fragen rund um die Arzneimitteltherapie auf der Grundlage von evidenzbasiertem Knowhow. Überzeugt hatte den Präsidenten der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz, der die Laudatio hielt und den Preis überreichte, dass hier ein Musterbeispiel für EbM in der Praxis realisiert wird. Interdisziplinäre Vernetzung von Ärzten und Klinischen Pharmazeuten auf Basis gesicherten, von Dritten unbeeinflussten Wissens sowie die Einbeziehung des Patienten in die Routineversorgung einer Uniklinik zeichnen dieses Projekt in besonderem Maße aus. Die Münchner konnten sich über 15.000 Euro freuen.

Für den dritten Platz und jeweils 7.500 Euro Preisgeld konnten sich zwei Projekte qualifizieren. Dass Herzinfarktpatienten nach internationalen Leitlinien behandelt werden, das ist das Anliegen des Berliner Herzinfarktregisters. Für diese Arbeit des Werbens für eine leitliniengerechte Stroke-Therapie zeichnete sie der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, Frank Michalak, aus. Besonders betonte er in seiner Festrede, dass sich auch jenseits von staatlicher Förderung allein durch das Engagement von Ärzten und Krankenhäusern Wissenstransfer und praktische Umsetzung realisieren lassen.

Ebenfalls auf den dritten Platz kam das Projekt zur Vorsorgeuntersuchung Check-up 35. Zeitgemäße Vorsorgeuntersuchungen auf der Basis von evidenzgesicherten medizinischen Erkenntnissen und den individuellen Risiken von Patienten ist der Kern dieser Arbeit der Universität Bremen. Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses, lobte die Preisträger dafür, dass ohne ein hohes Maß an Eigeninitiative und persönlichem Engagement aller Beteiligten das Projekt nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hätte.

Weitere Informationen zum Berliner Gesundheitspreis bei der AOK

HCC Redaktion

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