Beruflicher Stress? Kraft tanken an Kurorten und Ferienhäusern

Dem „Stressreport Deutschland 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) zufolge hat jede zehnte Erkrankung inzwischen psychische Ursachen.

Beruflicher Stress? Kraft tanken an Kurorten und Ferienhäusern
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Laut einer aktuellen Mercer-Studie sind 98 Prozent der deutschen Führungskräfte auch außerhalb der regulären Arbeitszeit zumindest zeitweilig beruflich erreichbar und 86 Prozent der Führungskräfte in Deutschland fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit über ihre mobilen Endgeräte einem höherem Stress ausgesetzt. Abgesehen von dem persönlichen Wohlbefinden hat dies auch hohe Kosten für die Volkswirtschaft als Ganzes zur Folge: Zusammengenommen verursachen Stress und Burnout, inklusive der dadurch hervorgerufenen Produktionsausfälle, jährliche Kosten von 53 Milliarden Euro.

Den Urlaub zur Erholung von Stress nutzen

Eine Studie von Harting, Mang und Evans verglich den Erholungseffekt von Natur- und Stadturlauben: Dabei hat ein Urlaub in der Natur einen deutlich positiveren Effekt auf die Befindlichkeit sowie die kognitive Leistungsfähigkeit als der ebenfalls beliebte Städtetourismus. Laut einer Studie von Gebauer, die den Erholungseffekt auf Kreuzfahrten untersuchte, verbessern sich dabei die psychosomatischen Beschwerden sogar noch mehr als die psychologischen Faktoren. Der größte Effekt wurde bei einer Urlaubsdauer von drei bis vier Wochen registriert.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass auch sowohl die Lebens- als auch die Arbeitszufriedenheit mit der Zufriedenheit eines Urlaubs korreliert: Ist man mit einem Urlaub zufrieden und kann man wirlich einmal abschalten und sich erholen, erhöht sich auch die Zufriedenheit in den beiden anderen Bereichen. Berücksichtigt man diese Faktoren, kann der Urlaub zum Krafttanken und zum Aufladen des eigenen „Akkus“ genutzt werden.

Kur- und Erholungsaufenthalte fördern die psychologische und die psychosomatische Befindlichkeit. An Kur- und Erholungsorten ist man den Einflüssen des sozialen Umfelds entzogen und somit von seinen Alltagsproblemen losgelöst. Fast noch wichtiger erscheint allerdings vor dem Hintergrund der veränderten Arbeitswelten („mache deine Arbeit zum Zuhause und dein Zuhause zur Arbeit“) und dem Always-On der neuen Kommunikationsmittel die Befreiung vom beruflichen Stress.

Wer sich beispielsweise über das noch freie Angebot von Ferienhäuser Ostern erkundigen will, wird im Netz schnell fündig. Am wichtigsten für eine gelungene Erholung ist allerdings, dass es den persönlichen und individuellen Vorlieben entspricht, so dass man wirklich einmal abschalten und loslassen kann. Denn es nutzt nichts, wenn sich andere wohl fühlen, man muss sich selber wohl fühlen – und die Geschmäcker sind bekanntlich sehr verschieden.

HCC Redaktion

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