Ersatzkassen fordern bessere und faire Rahmenbedingungen bei der Prävention und Gesundheitsförderung

Die Ersatzkassen unterstützen die Bundesregierung in ihrem Vorhaben, noch im Herbst 2012 eine Präventionsstrategie vorzulegen. Ziel muss dabei sein, für sämtliche für die Prävention und Gesundheitsförderung zuständigen Einrichtungen und Akteure gemeinsame nationale Gesundheitsziele zu definieren, demokratisch zu legitimieren und deren Verbindlichkeit zu erhöhen, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek). Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat sich in den letzten Jahren zum maßgeblichen Player in der Prävention entwickelt. „Diese Player-Rolle nehmen die Ersatzkassen gerne und verantwortungsvoll wahr“, betonte Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des vdek.

Allein mit ihren Angeboten im Bereich der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung erreicht die GKV jährlich fünf Millionen Menschen. Dafür gab sie im Jahr 2011 rund 270 Millionen Euro aus. Fasst man alle Felder von den Angeboten zur Gesundheitsförderung über Selbsthilfeförderung bis hin zur Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und betrieblicher Gesundheitsförderung und Impfschutz zusammen, gab die GKV im Jahr 2010 insgesamt über vier Milliarden Euro aus. „Jetzt muss es auch darum gehen, Prävention bedarfs- und zielorientiert weiterzuentwickeln und Finanzmittel nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen“, so Elsner. Prävention in Settings (Schulen, Kindergärten) beispielsweise müsse auch von der privaten Krankenversicherung (PKV) sowie der Renten- und Unfallversicherung anteilig gefördert werden.

Um den Zugang zu Präventionsangeboten zu erleichtern, haben die Ersatzkassen Vereinbarungen, zum Beispiel mit Volkshochschulen, dem Deutschen Turner Bund e. V., mit Landessportbünden oder dem Kneipp Verein e. V. geschlossen. Wenig geeignet sei jedoch der Vorschlag, den Zugang zu Präventionsangeboten über niedergelassene Ärzte zu organisieren, betonte Elsner. „Das würde die Prävention unnötig verteuern und kranke Versicherte ins Zentrum der Prävention rücken. Die Angebote zur Prävention richten sich primär aber an gesunde Versicherte.“

Wichtig sei es auch, dass die Krankenkassen ihre Angebote weiterhin eigenverantwortlich und flexibel gestalten könnten, „um die Versicherten in ihren Lebenswelten abzuholen.“ Die Festlegung von Quoten für einzelne Präventionsbereiche sei deshalb kein geeignetes Instrument für eine an Gesundheitszielen ausgerichtete Prävention. Elsner forderte zudem gleiche Spielregeln für Regionalkassen und bundesunmittelbare Kassen im Wettbewerb. „Es kann nicht sein, dass Regionalkassen eine bestimmte Präventionsleistung anbieten könnten, während das Bundesversicherungsamt den Ersatzkassen bei der gleichen Leistung einen Riegel vorschiebt.“

Quelle: DAK

HCC Redaktion

... schreibt über alle möglichen Themen rund um Mitarbeitergesundheit und Personal. Wichtige Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsplatzgestaltung, Psyche, Ernährung, Bewegung und weiteren Einflussfaktoren nachhaltiger Gesundheitsprävention. Neben Fachartikeln und Tipps & Tricks-Beiträgen werden Interviews mit einschlägigen Persönlichkeiten zu BGM, BGF und mehr veröffentlicht.

Empfohlene Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.