In Deutschland wieder steigende Ausgaben für Arzneimittel

(Mit Video) Laut dem Arzneiverordnungs-Report 2013 haben die Deutschen im vergangenen Kalenderjahr insgesamt 30,6 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben. Dies entspricht einer Erhöhung um 2,6 Prozent. Für 2011 stellte der Report noch rückläufige Kosten fest, was seit fast zehn Jahren nicht mehr der Fall war. Als Grund für die erhöhten Ausgaben sehen die Herausgeber der Studie auch nicht genutzte Einsparpotenziale in Milliardenhöhe.

Video: Erneuter Kostenanstieg bei Medikamenten

(Quelle: AOK Bundesverband)

Im europäischen Vergleich immer noch teuer

Auch wenn sich erste Anpassungen an europäische Standards zeigen, sind deutsche Patentarzneimittel des Bestandsmarktes im europäischen Vergleich aber immer noch teurer. Ulrich Schwabe und Dieter Paffrath, die beiden Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports 2013 weisen darauf hin, dass der gesetzliche Herstellerabschlag und der Preisstopp für Arzneimittel ohne Festbetrag einen wichtigen stabilisierenden Einfluss auf die GKV-Arzneimittelausgaben haben.

Nicht genutztes Einsparpotenzial in Höhe von 3,7 Milliarden Euro

Die Nutzenbewertung neuer Arzneimittel schreitet im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) zügig voran. Bisher hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) 48 neue Wirkstoffe bewertet, wodurch seither Einsparungen von 120 Millionen Euro erzielt wurden. Das reiche aber bei weitem nicht aus, um die in der Gesetzesbegründung des AMNOG genannten zwei Milliarden Euro zu realisieren. Mit Hilfe von nationalen und internationalen Preisvergleichen haben die Herausgeber ein Einsparpotenzial von insgesamt 3,7 Milliarden Euro berechnet.

Über den Arzneimittel-Report 2013

Im Jahr 1985 erschien die erste Ausgabe des Arzneiverordnungs-Report; mit der aktuellen Ausgabe analysiert der Report nun zum 29. Mal die Entwicklungen der vertragsärztlichen ambulanten Verordnungen; die Angaben im Report basieren auf den Verordnungsdaten des GKV-Arzneimittelindex. Bis heute gibt es in Europa keine vergleichbare Publikation.

Für den aktuellen Report wurden 716 Millionen GKV-Rezepte analysiert, die im Jahr 2012 von 143.066 Vertragsärzten ausgestellt worden sind. Erstmals wurden auch Rezepturarzneimittel von Zytostatikazubereitungen und monoklonalen Antikörpern sowie die Verordnungen von 60.533 Zahnärzten berücksichtigt. Der Report dient Ärzten als Entscheidungshilfe für eine Verordnung nach therapeutischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Als Standardwerk genießt er darüber hinaus hohe Anerkennung in Gesundheitsökonomie und Politik.

(cs / AOK Bundesverbandes)


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