Mitarbeiter stoßen bei der Gesundheitsvorsorge an Budgetgrenzen

Fast zwei Drittel (63 Prozent, s. Abb. 1, unten links) der deutschen Arbeitnehmer sehen Lücken im Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Kranken-Zusatzversicherung hält aus diesem Grund fast jeder Zweite(49 Prozent) künftig für unverzichtbar.

Verbesserte Rahmenbedingungen angemahnt

Das ist das zentrale Ergebis der Studie „Kranken-Zusatzversicherung – Bedarf an Gesundheitsleistungen“ des Beratungsunternehmens Towers Watson. Nahezu alle Befragten (93 Prozent) sind grundsätzlich bereit, in eine entsprechende Versicherung zu investieren – in die Tat umgesetzt wird dies jedoch weit seltener. Eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung wünschen sich 58 Prozent der Befragten.

„Viele Menschen halten sich im aktuellen System der gesetzlichen Krankenversicherung für nicht ausreichend abgesichert“, fasst Sybille Siefer, Leiterin des Beratungsbereichs Benefits-Brokerage bei Towers Watson Deutschland, die Studienergebnisse zusammen. „Der Gesetzgeber sollte dies zum Anlass nehmen, die Rahmenbedingungen für eine ergänzende betriebliche oder private Vorsorge zu verbessern.“

Den Sorgen um die medizinische Grundversorgung folgen indes kaum Taten. Zuschüsse für Zahnersatz haben zwar 45 Prozent abgesichert, jedoch hat nur rund ein Fünftel der Befragten (22 Prozent) eine Zusatzversicherung für die Zahnprophylaxe abgeschlossen. Für allgemeine Vorsorgeuntersuchungen haben sogar nur 14 Prozent einen Versicherungsschutz erworben. Knapp ein Viertel plant den Abschluss eines Versicherungsvertrags für Zahnersatz oder Zahnprophylaxe noch in diesem Jahr, bei knapp einem Fünftel steht der Versicherungsschutz für Vorsorgeuntersuchungen auf der Einkaufsliste.

Abbildung 1: Gründe für den Abschluss einer Kranken-Zusatzversicherung
Quelle: Towers-Watson-Studie „Kranken-
Zusatzversicherung – Bedarf an Gesundheitsleistungen“, 2014

Die Zurückhaltung könnte laut Siefer an Budgetgrenzen liegen: Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) würde maximal 15 Euro pro Monat für eine Kranken-Zusatzversicherung ausgeben, ein weiteres Drittel (33 Prozent) maximal 40 Euro (s. Abb. 2 auf der nächsten Seite). „Innerhalb dieses Kostenrahmens findet sich jedoch kaum ein adäquates privates Versicherungsangebot“, so Siefer.

Seite 2: Auch der Arbeitgeber ist in der Pflicht

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