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Empfehlung / Markt

Stottern online bekämpfen

Was haben Bruce Willis, Julia Roberts, Rowan Atkinson alias „Mr. Bean“ und rund 800.000 Menschen in Deutschland gemeinsam? Sie stottern beziehungsweise stotterten. Jetzt können Betroffene ihre Sprachblockade mit einer reinen Online-Therapie bekämpfen.

Nicht heil- aber therapierbar

Wie Stottern entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise auf sowohl neurologische als auch genetische Einflüsse. Außerdem können Stress und belastende Erfahrungen dazu beitragen, Stottern auszulösen oder zu verschlimmern. Zwar gilt die Sprachstörung als nicht heil-, aber zumindest therapierbar.

Auf zur virtuellen Sprechstunde

Buchstaben, Stottern, Leserechtschreibschwäche, Legasthänie

Online gegen das Stottern bzw. Buchstaben, die das Sprechen blockieren. (Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Wie etwa durch das Programm, welches die Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem Institut der Kasseler Stottertherapie entwickelt hat. Über ein Jahr lang treffen sich die Betroffenen mit ihrem Therapeuten über die Plattform Freach in einer virtuellen Sprechstunde – mal allein, meist gemeinsam mit drei anderen Stotterpatienten. Zu Beginn trainieren sie täglich drei bis sechs Stunden. Nach und nach reduziert sich der Zeitaufwand auf ein bis drei Stunden pro Woche. Ein computergestütztes Programm hilft zudem beim Üben außerhalb der Therapiestunden.

Vom Stottern zum Reden

Und die Mühe lohnt sich: „Nach unserer Therapie können die meisten Teilnehmer flüssig sprechen“, sagt Dr. Alexander Wolff von Gudenberg. „Betroffene, die zuvor in vielen Situationen kaum ein Wort stotterfrei über die Lippen brachten, halten Vorträge, führen erfolgreich Verkaufsgespräche oder sprechen problemlos fremde Menschen an“, so der Gründer der Kasseler Stottertherapie. Er ist selbst betroffen und hat einen wahren Therapiemarathon hinter sich. Auf Basis dieser persönlichen Erfahrungen hat der Facharzt für Allgemeinmedizin, Stimm- und Sprachstörungen das Konzept entwickelt.

(cs mit Informationen der Techniker Krankenkasse, tk)

Über die Online-Therapie:

„Die Teletherapie wendet sich an Stotternde ab 13 Jahren im gesamten Bundesgebiet – teilnehmen können sie bequem von zuhause aus“, sagt Mandy Kettlitz, die das Projekt bei der TK betreut. Vor dem Start der Onlinetherapie müssen sie sich lediglich einmal persönlich beim Institut der Kasseler Stottertherapie vorstellen, um zu überprüfen, ob das Programm für sie geeignet ist. Die nächsten Termine sind der 30. Juli und der 20. August 2014. Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es auf www.tk.de (Webcode 646540) und unter www.teletherapie-stottern.de.

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