Bereits jeder fünfte Sportler greift zu Schmerzmitteln

Psychische Gesundheit im Leistungssport vorbeugen, erkennen, behandeln

Ob Hobbyradler, Freizeitfußballer oder Marathonläufer: 22 Prozent der Sportler in Deutschland haben beim Training oder im Wettkampf schon zu Schmerzmitteln gegriffen. Selbst bei einer akuten Verletzung wie einer Bänderdehnung oder einem verstauchten Knöchel gönnt nur jeder zweite Freizeitsportler seinem Körper eine Verschnaufpause. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Jeder zweite Sportler (51 Prozent) kennt Knie-, Rücken-, Hüft- oder Fußschmerzen beim Training, fast ebenso viele (49 Prozent) haben sich schon einmal eine leichtere Verletzung wie eine Bänderdehnung oder Verstauchung zugezogen. Gerade wer leistungsbezogen trainiert – etwa jeder zweite Sportler und jede dritte Sportlerin gaben an, dass sie gerne an ihre Grenzen gehen -, will jedoch trotz solcher Blessuren oft nicht auf das Training oder den Wettkampf verzichten. Und der Griff zu frei verkäuflichen Arzneimitteln fällt vielen offenbar leicht: Vier von zehn Befragten (41 Prozent) finden es in Ordnung, sich beim Sport auch unabhängig von einer Verletzung mit Ibuprofen, Diclofenac und Co. zu “dopen”. Untersuchungen bei verschiedenen Marathonläufen haben sogar gezeigt, dass bis zu 60 Prozent der Teilnehmer schon vor dem Start Schmerzmittel geschluckt haben.

“Jeder Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers. Schon kleine Wehwehchen, die aus falschem Ehrgeiz ignoriert oder mit Schmerzmitteln unterdrückt werden, können zu Überlastungsschäden und chronischen Schmerzen führen”, sagt Uwe-Folker Haase, Sportwissenschaftler bei der TK. Wer mit Hilfe von Schmerzmitteln nach Bestleistungen strebt, riskiert sogar noch mehr: Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zu Herzrhythmusstörungen, Nierenschäden bis zum Nierenversagen oder lebensgefährliche Infektionen und Blutungen können die Folge sein.

Quelle: Petra Bork / pixelio.de

Haase ist überzeugt: “Von überzogener Aktivität und verbissenem Runterreißen von Kilometern profitieren Freizeitsportler nicht.” Stattdessen gelte es, sich regelmäßig locker zu bewegen – auch im Alltag – anstatt immer wieder am Limit zu trainieren. Sein Tipp: Nicht von ehrgeizigen Kollegen oder marathonlaufenden Freunden beeindrucken lassen und eigene sportliche Wege gehen.

Zum Hintergrund

Für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im September und Oktober dieses Jahres im Auftrag der TK 1.009 deutschsprachige Personen ab 18 Jahren zu ihrem Sportverhalten befragt. Die Zahl zum Schmerzmitteleinsatz beim Marathon stammt  aus einer Studie von Professor Dr. Kay Brune vom Institut für Klinische und Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie in Erlangen. Viele weitere Ergebnisse der Umfrage enthält der TK– Medienservice “Bewegung und Gesundheit – Der große TK-Sportreport”, der unter www.presse.tk.de mit Fotos und Infografiken zum kostenlosen Download bereit steht.

(Techniker Krankenkasse)

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