Studie: Thermalwasser kann Stresslevel senken

40 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland leiden unter Stress, 40 Prozent sind Burnout gefährdet. Bayerischen Landesamt für Gesundheit geförderte Studie zeigt: Eine wirkungsvolle Alternative zum Griff in den Medizinschrank ist eine Woche Auszeit in Niederbayerns Thermen mit ihrem natürlichen Thermalwasser. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass hier Potenziale des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) noch nicht voll ausgeschöpft werden.

Stressbelastung sinkt um bis zu 53 Prozent

Thermalbäder, Stresslevel
Der Aufenthalt in Thermalbädern senkt den Stresslevel deutlich. (Bild: Camila Cordeiro / unsplash.com)

Durchgeführt wurde die durch Wissenschaftler der Universität Würzburg begleitete Untersuchung im Auftrag der niederbayerischen Heil- und Thermalbäder im Laufe der Jahre 2014 und 2015 in den Kurorten Bad Füssing, Bad Griesbach, Bad Birnbach, Bad Abbach und Bad Gögging. Maßstab der Bewertung waren wissenschaftlich normierte Tests jeweils zu Beginn
und zum Ende der unterschiedlich langen Aufenthalte in den Kurorten. Untersucht wurden 399 Thermenbesucher, knapp 300 davon waren berufstätig.

„Die Stressbelastung, chronische Schmerzen und auch Burnout-Symptome können bereits im Laufe eines nur einwöchigen
Kuraufenthalts statistisch signifikant abnehmen“, kommentierte Projektleiter und Diplompsychologe Robert Loibl, die Ergebnisse der Studie.

Der Studie zufolge sank die Stressbelastung schon nach kurzem Aufenthalt in den Thermalbadeorten um 53 Prozent, die Belastung durch chronische Schmerzen ging um 46 Prozent zurück. 61 Prozent von ihnen litten unter einer deutlich erhöhten chronischen Stressbelastung.

57 Prozent der in die Studie eingebundenen Thermengäste klagten den Wissenschaftlern zufolge unter chronischen Schmerzen und 40 Prozent zeigten Symptome von Burnout. „Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch körperliche und Allgemeinbeschwerden haben sich bei den untersuchten Studienteilnehmern im Zuge ihrer Auszeit vom Alltag im Kurort wissenschaftlich bedeutsam verbessert“, sagte Loibl. „Symptome wie Mattigkeit, Schlaflosigkeit und Schwächegefühl gingen signifikant zurück“.

Schmerzreduzierung um ein Drittel

85 Prozent der Gäste empfanden nach dem Bad im Thermalwasser einen starken, nachhaltigen Entspannungseffekt, so Loibl. 48 Prozent berichteten von einer sehr deutlichen Verbesserung ihrer körperlichen Beschwerden. Auch die anfängliche Stressbelastung und Burnout-Symptome der Probanden sank den Tests der Würzburger Wissenschaftler zufolge deutlich spürbar um nahezu die Hälfte, während die Werte für Vitalität und innere Ruhe parallel dazu in derselben Zeit deutlich messbar stiegen.

Thermalwasser kann Stresslevel senken

„Die Wirkung des Thermalwassers ist aus psychologischer Sicht bestens geeignet, den Stresslevel, vor allem bei Menschen, die im Berufsleben stehen, unmittelbar und umgehend zu senken“, so Projektleiter Loibl.  „Die Wirkung des Wassers hat großen Einfluss auf die subjektiv erlebte Entspannungsfähigkeit und Beschwerdelinderung.“ Die Reduzierung der chronischen Schmerzen sei mit bereits nach einer Woche Aufenthalt sei mit dem Erfolg von Schmerztherapien in Rehakliniken vergleichbar.

Zukunftschance Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die aktuelle Studie zeigte aber auch, wohin sich die medizinischen Angebote der niederbayerischen Kurorte in den nächsten Jahren entwickelt sollten. „Viele der Gäste wünschen sich in Verbindung mit der Thermalwasser-Therapie zusätzliche Angebote im Bereich Stressbewältigung und Entspannungsmethodik, wie Chi Gong oder Yoga“, sagte Loibl.

Nach Empfehlung der Forschergruppe sollten deshalb in Zukunft die Kurorte in Niederbayern hier mit der Entwicklung aktiver
Stresspräventionsmodelle, mit Gesundheitsseminaren und individuell zugeschnittenen Beratungsangeboten im wichtigen Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für Deutschlands Heilbäder neue Maßstäbe setzen. Vor allem die zunehmend wichtigere Betriebliche Gesundheitsvorsorge kann den niederbayerischen Kurorten ganz neue Perspektiven eröffnen. Nicht zuletzt deshalb, weil Unternehmen in Zukunft pro Jahr und Mitarbeiter 500 Euro steuerfrei für Gesundheitsvorsorge und Krankheitsvermeidung ausgeben können. „Die Mitarbeiter bleiben gesund, die Ausfalltage durch Krankheiten sinken und die Betriebe sparen durch  die Vorsorgemaßnahmen damit vermutlich letztendlich mehr Geld als
solche Programme zum Stressabbau und zur Burnout-Vermeidung kosten“, so Rudolf Weinberger, Geschäftsführer des Verbands der niederbayerischen Heil- und Thermalbäder Bad Füssing.

Mit Text- und Informationsmaterial sowie weitere Informationen zur Studie finden am Thema Interessierte auf www.presseportal.de

HCC Redaktion

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