Beschäftigte fehlen mit Kurzzeiterkrankungen zwar am häufigsten – Langzeiterkrankungen verursachen jedoch fast die Hälfte aller Krankentage

Auf Grund von Erkältungen und anderen eher kurzfristigen leichten Krankheiten fehlen Arbeitnehmer am häufigsten, aber nur wenige Tage. Jeder zehnte Beschäftigte war im Jahr 2011 bis zu drei Tage krankgeschrieben. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von vier bis sieben Tagen lagen bei 13 Prozent vor. Zwischen ein und sechs Wochen war knapp ein Drittel der Beschäftigten krankgemeldet. Langzeiterkrankungen mit einer Dauer von über sechs Wochen verteilen sich auf 8 Prozent der beschäftigten Pflichtmitglieder der Betriebskrankenkassen.

41 Prozent waren im Jahr 2011 gar nicht krankgeschrieben.

Quelle: Matthias Preisinger / pixelio.de

Der BKK Bundesverband erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde von 4,8 Millionen beschäftigten Pflichtmitgliedern. Die BKK Analysen stellen damit ein gutes Abbild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt dar.

Ausschlaggebend für die Ermittlung der Krankenstände sind weniger die Fallzahlen, also die Häufigkeit von (Kurzzeit-)Krankmeldungen, als die Ausfalltage insgesamt. So machen kürzere Krankschreibungen bis zu einer Woche zwar zwei Drittel der Fälle aus, verursachen aber noch nicht einmal ein Fünftel (17 Prozent) der krankheitsbedingten Fehltage. Langzeitfälle, also Krankmeldungen über sechs Wochen, verursachen hingegen fast die Hälfte (47 Prozent) der Krankheitstage insgesamt, obwohl ihr Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen nur etwa 4 Prozent beträgt.

Im Durchschnitt dauerte 2011 ein Arbeitsunfähigkeitsfall bei den beschäftigten BKK Pflichtmitgliedern 13,1 Tage. Die mit Abstand kürzesten Erkrankungsdauern verursachten naturgemäß die Infektionskrankheiten mit 5,7 Tagen je Fall, die Krankheiten des Verdauungssystems (6,3 Tage je Fall) und die Atemwegserkrankungen (6,7 Tage je Fall), bei denen es sich somit in erster Linie um akute Probleme und seltener um dauerhaft zur Arbeitsunfähigkeit führende Krankheiten handelt.

Deutlich längere Fehlzeiten verursachten dagegen die psychischen Erkrankungen mit 36,9 AU-Tagen je Fall und die Neubildungen (Tumorer-krankungen) mit 36,3 AU-Tagen je Fall. Herz- und Kreislauferkrankungen (21,2 Tage), Verletzungen und Vergiftungen (20,1 Tage), Muskel- und Skeletterkrankungen (19,9 Tage) sowie Stoffwechselerkrankungen (18,5 Tage) begründeten immerhin noch Ausfälle von etwa drei Wochen je Krankschreibung.

Krankenstand: Prozentualer Anteil der Krankgeschriebenen je Kalendertag,
16,0 Tage : 365 = 4,4 Prozent für 2011
Krankheitsfall/Falldauer: Länge der Krankschreibung wegen einer Krankheit: 2011 dauerte ein Krankheitsfall durchschnittlich 13 Tage.

 Quelle: BKK

HCC Redaktion

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