Die EU-OSHA unterstützt das Europäische Jahr für aktives Altern

2012 ist das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) trägt aktiv dazu bei, indem sie Informationen darüber zur Verfügung stellt, wie Arbeitnehmer länger am Arbeitsleben teilnehmen können.

Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de

In der Europäischen Union vollziehen sich große demografische Veränderungen. Eine höhere Lebenserwartung und sinkende Geburtenraten werden in den nächsten Jahrzehnten zu einem sehr viel höheren Bevölkerungsanteil älterer Arbeitnehmer führen. Zurzeit gehen weniger als die Hälfte der 55- bis 64-Jährigen in der EU einer Beschäftigung nach. Die meisten älteren Arbeitnehmer scheiden bereits aus dem Arbeitsleben aus, bevor sie Anspruch auf eine staatliche Rente haben.

Der Beitrag der EU-OSHA zum Europäischen Jahr für aktives Altern besteht unter anderem darin, ein breites Spektrum an Informationen einschließlich einer neuen Webseite zu älteren Arbeitnehmern zur Verfügung zu stellen. Die EU-OSHA hat praktische Beispiele für Maßnahmen zusammengestellt, die die Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmer verbessern (z. B. die Anpassung von Aufgaben und die Durchführung altersspezifischer Gefährdungsbeurteilungen) und älteren Arbeitnehmern helfen, ihre Arbeitsfähigkeit im Laufe der Zeit aufrechtzuerhalten.

Darüber hinaus hat die EU-OSHA darauf hingewiesen, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit das gesamte Arbeitsleben lang ernst genommen werden müssen, wenn Arbeitnehmer länger einer Beschäftigung nachgehen sollen.

Nach Auffassung der Direktorin der Agentur, Christa Sedlatschek, stellt ein gutes Arbeitsleben einen wichtigen Teil des aktiven Alterns dar. Die jungen Arbeitnehmer sind die älteren Arbeitnehmer von morgen. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit spielen daher eine entscheidende Rolle, da sie zu einem besseren und längeren Arbeitsleben beitragen.“

Arbeitnehmer gehen oft aus gesundheitlichen Gründen früher in den Ruhestand (und häufig handelt es sich dabei um arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme). Wenn europäische Bürger jedoch auch bei steigender Lebenserwartung finanziell unterstützt werden sollen, müssen ältere Arbeitnehmer länger am Arbeitsleben teilnehmen.

Um eine längere Teilnahme am Arbeitsleben zu fördern, müssen sowohl einzelne Arbeitgeber als auch politische Entscheidungsträger Maßnahmen ergreifen, um Arbeitsaufgaben an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer anzupassen und einige der unter Umständen bestehenden Vorbehalte gegenüber älteren Arbeitnehmern auszuräumen, auch solche, die mit Diskriminierung einhergehen.

Laut von der EU-OSHA in Auftrag gegebener Untersuchungen wird diese Auffassung von der Mehrheit der europäischen Bürger geteilt: Nach der zweiten Europäischen Meinungsumfrage zu Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sind 87 % der Europäer der Ansicht, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit eine wichtige Rolle spielen, wenn Menschen vor ihrem Ruhestand länger arbeiten sollen (56 % finden dies sehr wichtig).

Die Untersuchungen zeigen allerdings auch, dass viele Europäer der Meinung sind, dass die Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz es ihnen nicht erlauben, bis zu einem höheren Alter zu arbeiten: Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass ihre Arbeitsplätze nicht an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer angepasst sind.

In den kommenden Monaten wird die EU-OSHA auf Ersuchen des Europäischen Parlaments und der Kommission ein Pilotprojekt starten, bei dem Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesundheit und der Sicherheit älterer Arbeitnehmer untersucht werden.

Links

Überblick: Ältere Arbeitnehmer

Artikel „Förderung des aktiven Alterns am Arbeitsplatz“

Artikel zum Thema „Länger besser Arbeiten“

Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012

Die Aufgabe der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) besteht darin, dazu beizutragen, dass die Arbeitsplätze in Europa sicherer, gesünder und produktiver werden. Die Agentur untersucht, entwickelt und verbreitet verlässliche, ausgewogene und unparteiische Informationen über Sicherheit und Gesundheit und organisiert europaweite Kampagnen zur Sensibilisierung. Die Agentur wurde 1996 von der Europäischen Union gegründet und hat ihren Sitz in Bilbao, Spanien. Sie bringt nicht nur Vertreter der Europäischen Kommission, der Regierungen der Mitgliedstaaten, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, sondern auch führende Sachverständige zusammen – und dies in jedem der 27 EU-Mitgliedstaaten und darüber hinaus.

Das Europäische Jahr 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen hat zum Ziel, die Lebensqualität älterer Menschen in Europa zu fördern und sie darauf aufmerksam zu machen, welchen gesellschaftlichen Beitrag ältere Menschen, insbesondere ältere Arbeitnehmer, durch ihre umfangreichere Erfahrung und Reife leisten können. Aktives Altern bedeutet, bei guter Gesundheit und als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft älter zu werden, nicht nur zum Nutzen der älteren Menschen selbst, sondern der gesamten Gesellschaft. http://europa.eu/ey2012/

Quelle: EU-OSHA

HCC Redaktion

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