Dreher und Fräser verzweifelt gesucht! Berufe im Demografischen Wandel

Früherkennung und frühes Entgegenwirken: Das benennt die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) als wichtige Faktoren, um den, zumindest für einige Branche konjukturell bedingten, zu erwartenden, steigenden Fachkräftebedarf entgegenzuwirken.

Fertigung, MINT sowie Pflege & Gesundheit besonders betroffen

(Bild: Florian Schott / wikimedia.commons.org)
(Bild: Florian Schott / wikimedia.commons.org)

Die INQA veröffentlicht nun die Ergebnisse einer Studie, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen des Projekts „Work & Age: Branchen und Berufe im Wandel“ in Auftrag gegeben hatte. Es wurden die Auswirkungen des Demografischen Wandels auf Fertigungs-, MINT-, Gesundheits- & Pflege- sowie kaufmännische Berufe untersucht. Für die ersten drei Bereiche und einige der dazu zählenden Berufe wird von Experten für die Zukunft ein steigender Bedarf an Fachkräften erwartet. Die kaufmännischen Berufe dienen als Vergleich.

Die interessantesten Ergebnisse in der Kurzzusammenfassung:

1. Alle untersuchten Berufe werden bis 2020 altern. Lag das Durchschnittsalter 1993 in nur drei der ausgewählten Berufe bei 40 Jahren, liegt sie heute in keinem darunter. Die Prognose für 2020 lautet, dass das Durchschnittsalter bei 42 bis 48 Jahren liegen wird.

2. Auch die am stärksten besetzten Altersstufen haben sich nach oben verschoben: Lagen sie 1993 noch bei 25 bis 33 Jahren, sind sie bis 2011 in den Bereich 42 bis 50 Jahre gewandert. Die Studie prognostiziert, dass sich der Beschäftigungszuwachs ebenfalls immer weiter in höhere Altersstufen verschieben wird.

3. Insbesondere für die Fertigungsberufe attestiert die Studie ein erhöhtes Engpassrisiko, ernsthafte Engpässe gibt es bereits bei den Drehern und Fräsern. Die MINT-Berufe machen bei den Ingenieuren Sorge, während es in den naturwissenschaftlichen Berufen (Chemiker, Physiker, Mathematiker) gut aussieht. Wer Krankenschwestern, Krankenpfleger und Hebammen sucht, hat möglicherweise jetzt schon Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Bei Erziehern ist die Gefahr noch nicht akut, ein Risiko für einen zukünftigen Engpass gibt es aber.

Die Studie enthält zudem Vorschläge, wie dem Fachkräftemangel in den genannten Bereichen am besten zu begegnen ist.

(Initiative Neue Qualität der Arbeit, INQA)


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Weiterführende Links:

Die vollständige Studie „Berufe im demografischen Wandel: Alterungstrends und Fachkräfteangebot“ finden am Thema Interessierte unter folgendem Link zum kostenfreien Download (PDF 1,12 MB).

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