Fraunhofer FIT: Risikofaktoren im Alter via Smartphone überwachen

Fraunhofer FIT präsentiert ein mobiles drahtloses System mit miniaturisierter Sensorik zur Gesundheitsüberwachung älterer Menschen. Das System wurde vom Institut zusammen mit der Charité und T-Systems Deutschland im von der EU und dem BMBF geförderten Projekt MAS (Nanoelectronics for Mobile AAL Systems) entwickelt.

Arztbesuche auf ein Minimum reduzieren

Für die Überwachung von Risikofaktoren im Alter werden so genannte Ambient Assisted Living (AAL) Assistenzsysteme immer wichtiger. Die Systeme sollen die Gesundheit von Patienten vor Ort kontinuierlich überwachen und Arztbesuche auf ein Minimum reduzieren. Durch die Integration miniaturisierter Sensoren in mobile Geräte, die mit Medizinzentren vernetzt sind, können Patienten zu Hause beobachtet und diagnostiziert werden, ohne in ihrer Lebensqualität eingeschränkt zu sein.

Auf der BIOTECHNICA 2013 präsentiert das Fraunhofer FIT ein System, das erstmalig drei unterschiedliche Sensoren in eine Plattform integriert:

Ein Nanopotentiostat ermittelt biochemische Informationen aus einer Patientenprobe. Dadurch können zum Beispiel die Level an Glukose, Laktat oder Cholesterol bestimmt werden.

Ein Fluoreszenzsensor wird genutzt, um mit Farbstoffen markierte Biomarker zu detektieren. Ein SpO2 Sensor überwacht Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung.

Eine Smartphone-App kann die Daten aller drei Sensoren verarbeiten und an einen Server weiterleiten. Der sichere Datentransfer wird über eine Bluetooth-Verbindung hergestellt. Hierfür wurde eigens ein spezielles Kommunikationsprotokoll entwickelt.

„Unser Ziel war die Integration verschiedener miniaturisierter Sensoren zur Messung relevanter diagnostischer Parameter in einem mobilen Gerät. Dabei kommunizieren die Sensoren drahtlos“, so Professor Harald Mathis, Leiter der Abteilung Biomolekulare Optische Systeme des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT. Da Geräte für die Messung biometrischer Daten keine standardisierten Protokolle verwenden, wurde eine Sensor-Plattform entwickelt. Diese nimmt die Daten der verschiedenen Sensoren auf, verarbeitet sie und kommuniziert sie an ein Smartphone. Vom Smartphone können die Messwerte dann an den behandelnden Arzt übermittelt werden.

(Fraunhofer FIT)

HCC Redaktion

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