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Forschung

Geld macht nicht glücklich, aber gesund

An dem, was Ralph Brennecke* bereits vor gut zwei Jahrzehnten für unsere Gesellschaft festgestellt hatte, hat sich im Grunde genommen nichts verändert: „Je höher das Einkommen ist, um so stärker wirkt es »präventiv« gegen Krankheit oder Behinderung.“ Mit anderen Worten, Geld macht zwar nicht glücklich, aber gesund. Natürlich ist das auch eine Frage der Menge. Weder zu viel, noch zu wenig Geld fördert die Gesundheit. Jedoch haben bereits mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Status und einer gesunden Lebensweise festgestellt.

Einkommen und Lebenserwartung: Schere wird immer größer

Bereits 2013 betonte das Max-Planck-Institut für demografische Forschung, MPI: Besserverdiener leben durchschnittlich fünf Jahre länger. Als lebensverlängernd wirkt sich hier vor allem ein hoher Bildungsgrad aus, den Reiche tendenziell öfter genießen als Arme. Eine gesündere Ernährung, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ein höherer Verdienst seien eine logische Konsequenz, so die Forscher damals.

Je weniger Geld, desto weniger belastbar

Wissenschaftler der University of Virginia http://www.virginia.edu haben ebenfalls einen Zusammenhang zwischen hohen Einkommen beziehungsweise Vermögen und Gesundheit festgestellt. Allerdings lag ihr Fokus ganz woanders: Die Forscher vermuteten einen Zusammenhang zwischen zwei Trends:

  1. zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit,
  2. Klagen über Schmerzen.

Eine Annahme, welche die Forschungsergebnisse wohl bestätigen: „Die Ergebnisse von sechs Studien zeigen, dass wirtschaftliche Unsicherheit zu körperlichen Schmerzen führt, die Schmerztoleranz senkt und die Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln vorhersehbar macht“, so Eileen Chou, Leiterin der Studie gegenüber der europäischen Nachrichtenagentur pressetext.com.

Konsumenten bestätigen das Fazit

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Menschen, die sich um ihr Geld keine Gedanken zu machen brauchen, leben oft länger. (Bild: Viktor Hanáček / picjumbo.com)

Chou sieht sich durch die Daten einer Konsumentenbefragung aus dem Jahr 2008 bestätigt. Diese hat ergeben, dass Haushalte, bei denen beide Erwachsene arbeitslos waren, ein Fünftel mehr für rezeptfreie Schmerzmittel ausgaben als jene, in denen zumindest eine Person arbeitete. Insgesamt betonen alle diese Studien die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen subjektiven und objektiven Erfahrungen. „Die subjektive Einschätzung der eigenen finanziellen Sicherheit hat entscheidende Auswirkungen, die weit über den konkreten Anlass hinausgehen“, resümiert Chou abschließend.

* s. Brennecke, R.: Einkommen und Gesundheit – Längsschnittanalysen mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), erschienen in: Galler, H.; Wagner, G. (Hrsg.): Empirische Forschung und wirtschaftspolitische Beratung, Frankfurt 1998, S. 226-240, S. 228, Inhalt des Textes ist für am Thema Interessierte unter folgendem Kurzlink abrufbar: bit.ly/1TB7Vjx

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