Online Casinos: Suchtfaktor oder harmloser Zeitvertreib?

Der Spieltrieb ist dem Menschen angeboren. Ein Umstand, den sich kaum einer derart erfolgreich zunutze macht, wie die Betreiber von Online Casinos. Kritiker sehen darin einen neuen Gefahrenherd für Suchterkrankungen. Ist dem aber wirklich so oder werden nicht vielmehr Ursachen mit Wirkungen verwechselt?

Aus der Schmuddelecke in die Massenmedien

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Online Casinos, die virtuellen Pendants zu den Spielhallen in Las Vegas, erfreuen sich steigender Beliebtheit. (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Seitdem Stars wie der Weltklasse-Tennisspiel Rafael Nadal für virtuelle Casinos wirbt, werden diese Plattformen zunehmend einem breiteren Publikum bekannt. Selbst Mediengrößen wie Stefan Raab haben die Online Casino-Fans als Zielgruppe für sich entdeckt. Ein Grund mag darin liegen, dass kaum eine andere Dienstleistung innerhalb Europas derart hohe Wachstumszahlen verspricht. Die Europäische Kommission beispielsweise rechnet damit, dass bis 2015 jährliche Einnahmen in einer Höhe von 13 Milliarden Euro an die Betreiber von Online Casinos fließen.

Machen Online Casinos süchtig?

Trotz der oben beschriebenen Entwicklungen, bleiben viele weiterhin skeptisch gegenüber den virtuellen Spielhallen. Denn diese werden in der öffentlichen Diskussion gerne als eine der Ursachen für pathologisches Glücksspiel ausgemacht. Im Folgenden soll jetzt nicht bestritten werden, dass Süchtige in Online Casinos spielen. Es darf an dieser Stelle aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass es das Phänomen Glücksspielsucht bereits vor dem Aufkommen des Internets (und somit konsequenterweise vor der Existens von Online Casinos) gab.

Zudem haben die Betreiber dazu gelernt. Inzwischen richten sie ihr vesrtärkt Augenmerk auf das Verhalten ihrer Kunden. Sobald Sie anhand des Nutzerverhalten Zeichen für pathologisches Glücksspiel zu erkennen glauben, leiten sie notwendige Maßnahmen bis hin zur Spielsperre ein. Schließlich ist es nicht in ihrem eigenen Interesse rechtmäßige Forderungen gegenüber Kunden geltend zu machen, die diese aufgrund fehlender Bonität schlicht nicht begleichen können. Darüber hinaus können Medienberichterstattungen über Online Casinos, die derartige Maßnahmen nicht einleiten, zu gewaltigen Imageschäden führen.

Über die Ursachen herrscht Uneinigkeit

Zudem ist Frage nach den Ursachen für Suchtverhalten nicht eindeutig zu klären. Sicher, leuchtende Banner, das Versprechen auf das ganz große und vor allem schnelle Geld verführt den ein oder anderen Internetnutzer zum Spielen. Sollte dieses jedoch in suchtartiges Verhalten münden, sind nach Ansicht von Psychologen die Gründe eher in der Persönlichkeit des Spielers zu suchen. Wie beim Frönen anderer Süchte, dient für Betroffene auch das Online Glücksspiel als eine Art Exit-Strategie, um sich Problemen aus Beruf und Alltag nicht stellen zu müssen.

Jedoch: Ein harmloser Zeitvertreib sind Online Casinos deshalb nicht. Schließlich wird hier um Geld gespielt. Es liegt in der Verantwortung eines jeden Spielers bei eventuell eintretenden Verlusten sein finanzielles Limit zu kennen und die Plattformen zuvor nach zertifizierten Qualitätskriterien zu prüfen. Wer eine stabile Persönlichkeit ist und gerade erwähntes stets beachtet, dem steht der Freude an Online Casinos nichts im Weg.

HCC Redaktion

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