Psychologie: Was man vom Wetten alles lernen kann

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Ab dem 10. Juni 2016 blickt die Welt auf Frankreich. An diesem Tag fällt der Startschuss zur Fußball Europameisterschaft. Dabei wird es nicht „nur“ um den Pokal, sondern vor allem um Geld, sehr viel Geld, gehen. Allerdings meinen wir nicht die horrenden Ablösesummen, die man inzwischen für die Spieler ausgeben muss (s. u. Infografik), sondern die Milliardenumsätze, die mit Sportwetten erwirtschaftet werden. Im folgenden Beitrag erläutern wir, was das Wetten mit Psychologie zu tun hat und wie einem diese Erkenntnis dabei hilft, von den aktuellen Entwicklungen im Bereich Sportwetten zu profitieren. Und zwar bereits rund vier Wochen vor EM-Start!

Infografik: So wertvoll ist „die Mannschaft“

„Endlich!“, so dachten sich viele Fußballfans, haben wir Gewissheit. Am 17 Mai 2016 hat Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen Kader für die diesjährige Europameisterschaft in Frankreich bekanntgegeben. Zwar handelt es sich zunächst einmal um eine vorläufige Zusammensetzung, doch das „das Korsett steht ja schon“, so Löw.

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Oben eingefügte Infografik zeigt den Marktwert des vorläufigen Kaders der deutschen Nationalmannschaft (Quelle: de.statista.com / CC BY-ND 3.0)

Der eine oder andere mag sich ob des Wertes der Mannschaft verwundert die Augen reiben. Spitzenreiter ist Thomas Müller. Auf rund 75 Millionen Euro wird der bewährte Stürmer vom Rekordmeister Bayern München geschätzt. Toni Kross, der mit Real Madrid immerhin zum zweiten Mal in seiner Karriere die Champions League gewinnen könnte, folgt bereits mit deutlichem Abstand (50 Millionen Euro). Doch selbst Talente wie Sané und Kimmich sind für unter zehn Millionen Euro nicht zu haben.

Im Vergleich zu Wetten nur „Peanuts“

Jedoch handelt es sich bei den Ablösesummen um eher kleine Beträge. Jedenfalls wenn man diese in Relation zu den Umsätzen setzt, die im Bereich Sportwetten erzielt werden können. Diese werden vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV) mit rund 4,5 Milliarden Euro beziffert.* Entwicklungen, von denen man durchaus profitieren kann. Fußballerisches ist hierfür sicherlich von Vorteil. Weitaus wichtiger doch ist die Psychologie! Denn die hilft, die folgenden fünf Stolperfallen zu umgehen.

Stolperfalle Nr. 1: Die Mitspieler

Entgegen einer weitläufigen Meinung sind nicht die Wettanbieter, wie zum Beispiel EM 2016 Sportwetten, die einem bereits jetzt, gut einem Monat vor dem Turnier die Möglichkeit bieten, am Erfolg der Mannschaften teilzuhaben, die Gegner, sondern vielmehr die Mitspieler. Der Grund: Massenpsychologie. Gerade bei Wetten ist rationales Verhalten nicht immer gegeben. Gerade während einer Fußball-WM und -EM wetten viele Spieler aus dem Bauch heraus. Machen Sie es anders und befassen Sie sich auch mit Statistiken und Quotenberechnungen.

Stolperfalle Nr. 2: Zu viel Optimismus

Für die eigene physische und psychische Gesundheit ist Optimismus eine tolle Sache. Fürs Wetten das genaue Gegenteil! Außenseiter werden im Gegensatz zu Favoriten sehr hoch quotiert. Das hat seine Berechtigung. Die Chancen, dass sie gegen die Etablierten den Titel holen, sind sehr gering. Zum Start des Turniers mag das vielen noch klar, doch sollte ein Underdog eine überraschend gute Vorrunde gespielt, lassen sich viele zum übertriebenen Optimismus verleiten. Umgehen Sie diese Stolperfalle, indem Sie auch in Zeiten der Euphorie ihre Wetteinsätze emotionslos platzieren, das heißt geschickt streuen.

Stolperfalle Nr. 3: Ankereffekte

Einige Wettanbieter platzieren hohe Gewinntickets auf ihre Startseite. Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von „Ankern“. Besucher der Webseite haben nun eine fünf- oder zehn-Euro-Wette vor Augen, mit der rein theoretisch mehrere tausend gewonnen werden können. Lassen Sie sich davon bei den Platzierungen Ihrer Wetten nicht beirren.

Stolperfalle Nr. 4: Das Fachwissen

Manchmal hat man das Gefühl, Deutschland verfüge nicht über 82 Millionen Einwohner, sondern Fußballtrainer. Jedenfalls, wenn man den Aussagen in den Sportbars der Republik lauscht. Sicherlich sollte man über die Sportart in der man seine Wetten platziert, Bescheid wissen. Doch eine vermeintlich Expertise suggeriert dem Spieler, dass er sich in puncto seiner Wette im „sicheren Hafen“ befindet. Entscheiden Sie die eine oder andere Wette durchaus auch einmal aus dem Bauch heraus.

Stolperfalle Nr. 5: Vergangenheit verklären

„Früher war alles besser!“ Jeder von uns weiß: Das ist Bullshit. Man erinnert sich in Sachen Vergangenheit oft nur an die schönen Momente. Das ist auch bei Sportwetten der Fall. Sie haben an einem Turniertag mit lauter Unentschieden überraschende Siege eingefahren? Dann wetten Sie am besten immer wieder auf Unentschieden! Doof nur, dass Sie mit solchen Wetten langfristig weitaus mehr Geld verlieren als gewinnen. Vermeiden Sie die Verklärung Ihrer Vergangenheit und erinnern Sie sich das eine oder andere Mal auch an die weniger schönen Momente Ihrer Wetthistorie.

[Quelle Beitragsbild: Naphtali Marshall / unsplash.com]

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