Teufelskreis psychische Erkrankung und Arbeitslosigkeit

Stigma psychische Erkrankung: Eine aktuelle Studie Bundesagentur für Arbeit zeigt auf, dass rund ein Drittel aller Hartz-IV-Empfänger, von einer psychischen Erkrankung betroffen ist. Häufig fehlt es an Kenntnis über die Erkrankungen und Missverständnisse sind die Folge. Ein Teufelskreis, denn Psychologen betonen, dass Arbeit den Behandlungserfolg durchaus beschleunigen kann.

Maier: „Hauptursache für eine frühzeitige Erwerbsunfähigkeit“

Schizophrenie, bipolare Störung, Depressionen et cetera. Der Begriff „psychische Erkrankung“ umfasst ein breites Portfolio. Bei wem einmal eine dieser Krankheiten diagnostiziert wurde, der hat es schwer wieder in den Berufsalltag zurück zu finden. „Psychische Erkrankungen sind die Hauptursache für eine frühzeitige Erwerbsunfähigkeit“, so Prof. Dr. Wolfgang Maier, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) jüngst auf einer Fachveranstaltung in Berlin. Maier zufolge stellen Arbeitslosigkeit und psychische Erkrankung einen Teufelskreis dar, dem zurzeit nur wenige entkommen können. So gehen laut DGPPN gerade einmal zehn Prozent aller psychisch Kranken mit schweren und chronischen Verläufen einer Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung dem ersten Arbeitsmarkt nach. Mehr als die Hälfte ist hingegen ist von Arbeitslosigkeit oder Frühberentung betroffen.

Eine aktuelle Studie der Bundesagentur für Arbeit bestätigt den von der Fachgesellschaft ermittelten Trend. Ein gutes Drittel aller Hartz-IV-Empfänger leidet an einer psychischen Erkrankung. Unter den schwer Vermittelbaren sollen sogar bis zu Dreiviertel psychische Probleme haben.

Unkenntnis und daraus resultierende Missverständnisse

Dieser Umstand ist ein Ergebnis von Unkenntnis über die jeweiligen Erkrankungen und den daraus folgenden Missverständnissen. So handelt es sich sowohl bei Schizophrenie wie auch bei der bipolaren Störung jeweils um psychische Erkrankungen, die sich durch Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität (Gesamtheit des Gefühls- und Gemütslebens) kennzeichnen. Doch je nachdem wie stark die vorliegenden Störungen ausgeprägt sind, so stark ist auch die Beeinträchtigung für das Ausüben einer Tätigkeit.

Den Königsweg gibt es nicht!

So ist die Frage nach der Form der Unterstützung, welche die Betroffenen benötigen, nicht pauschal zu beantworten. Sie hängt stark von der jeweiligen Krankheitsspezifik und den Auswirkungen der jeweiligen psychischen Störungen ab. Eine Lösung für alle, will heißen einen Königsweg, gibt es aus diesem Grund nicht. Experten der DGPNN plädieren für eine stärkere Vernetzung von Arbeitgebern, Ärzten, Jobcentern, Politik und Integrationsdiensten, anstatt über einzelne Maßnahmen zu streiten. Schließlich könne einer allein das vielschichtige Problem nicht lösen.

Erste Informationen finden sich im Netz

Für den Anfang sei Betroffenen beziehungsweise Angehörigen, Kollegen, aber auch Vorgesetzten, die bei jemanden psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Schizophrenie oder bipolare Störung vermuten, anzuraten, sich vorab im Netz auf darauf spezialiserten Portalen zu informieren. So findet man unter anderem auf www.neue-wege-psychiatrie.de viele Informationen zu Beratungsangeboten und unterschiedlichen Therapieansätzen.

Empfohlene Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.