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Bewegung

Der große Report: Deutschland hat Rücken

Nach Informationen der Techniker Krankenkasse (TK) entfielen im vergangenen Jahr 9,3 Prozent aller Fehlzeiten bei TK-versicherten Erwerbspersonen auf Rücken- und Bandscheibenprobleme. Hochgerechnet auf das gesamte Bundegebiet sind das für 2011 insgesamt fast 58 Millionen Tage, an denen Beschäftigte und ALG-I-Empfänger “Rücken” hatten.

Foto: Techniker Krankenkasse

Beate Helbig, Bewegungsexpertin bei der TK: “Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. In der heutigen Zeit vor allem hervorgerufen durch Bewegungsmangel, aber auch das einseitige Belasten am Arbeitsplatz und Übergewicht sind wichtige Risikofaktoren für die Rückengesundheit.”

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK bestätigt: Vier von zehn Befragten gaben an, öfter oder sogar ständig unter Rückenproblemen zu leiden. Davon machten 60 Prozent die einseitige Belastung durch langes Sitzen oder Stehen bei der Arbeit für ihre Rückenprobleme verantwortlich. Ebenfalls 60 Prozent sahen die Ursache in Verschleißerscheinungen, jeweils etwa ein Drittel gaben Stress, Bewegungsmangel und anatomischen Fehlstellungen wie einem Hohlkreuz die Schuld. Fast jeder Fünfte der Befragten gab an, übergewichtig zu sein (Mehrfachnennungen waren möglich). Bei den über 45-Jährigen ist jeder Vierte betroffen.

Foto: Techniker Krankenkasse

Laut der TK-Umfrage leiden Frauen stärker unter Rückenproblemen als Männer. 46 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen gab an, öfter oder ständig Rückenbeschwerden zu haben, bei den Männern ist nur ein Drittel in diesem Ausmaß betroffen. Auch bei den Ursachen scheiden sich die Geschlechter: Mit fast 40 Prozent nennen Frauen deutlich häufiger Stress als Ursache ihrer Beschwerden, bei den Männern vermutet nur jeder Vierte einen seelischen Hintergrund.

Bei den Fehlzeiten sind beide Geschlechter nahezu gleichauf: Statistisch gesehen waren Männer 2011 durchschnittlich 2,5 Tage aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen krankgeschrieben, bei den Frauen waren es mit 2,4 Tagen kaum weniger. Jeweils die Hälfte davon war rückenbedingt.

Auch regional ist der Schmerz sehr unterschiedlich verteilt: Während die Süddeutschen in Bayern und Baden-Württemberg offenbar ein recht breites Kreuz haben, leiden vor allem die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit 1,5 Tagen pro Kopf und Rücken besonders unter dem Kreuz mit dem Kreuz.

Foto: Techniker Krankenkasse

Vier von zehn Rückenleidern sind mit ihren Beschwerden in den letzten zwölf Monaten beim Arzt gewesen. Dabei nahm die Hälfte aller Frauen, aber nur ein Drittel der Männer medizinische Hilfe in Anspruch. Gegen die meisten Rückenbeschwerden wird mit Physiotherapie oder Massagen vorgegangen (59 Prozent), 43 Prozent der Patienten wurden medikamentös behandelt, jeder Fünfte setzte auf alternative Heilmethoden wie Osteopathie. Nur jeder Siebte hat sich entschieden, Übergewicht zu reduzieren, und knapp ein Drittel der Betroffenen gab an, den Rückenproblemen mit mehr Bewegung Beine zu machen.

“Dabei ist Bewegung die beste Therapie bei Rückenproblemen”, so Sportwissenschaftlerin Helbig. “Bereits im Alltag können wir etwas tun, um Rückenbeschwerden vorzubeugen, wie Treppen steigen, spazieren gehen und Fahrradfahren. Die Hauptsache ist, sich regelmäßig zu bewegen. Dafür muss man keine Höchstleistungen vollbringen. Übungen oder Sportarten, die wir ohne Schwierigkeiten ausüben können, schaden in der Regel nicht, sondern aktivieren unseren Körper und schützen unseren Rücken vor Unterforderung”, so die TK-Expertin. Je häufiger wir uns bewegen, umso leistungsfähiger werden wir und tun unserem Rücken etwas Gutes. Und ganz abgesehen davon ist Sport das beste Mittel gegen Stress – den ja ebenfalls viele für ihre Rückenbeschwerden verantwortlich machen.”

Doch wie eine Bewegungs-Studie der TK zeigt, bezeichnet sich die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland als Sportmuffel oder sogar als Anti-Sportler – mit fatalen Folgen für ihre Rückengesundheit. “Die Diagnose ‘Rücken’ ist kein unausweichliches Schicksal”, so Bewegungsexpertin Helbig. “Wer mehr Bewegung in seinen Alltag bringt, kann viel dazu beitragen, dass ihm die Beschwerden künftig “den Buckel runter rutschen” können.”

Quelle: Techniker Krankenkasse 

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