Erwerbsunfähigkeit: kaum einer stellt sich

Es gibt Dinge, von denen will der Deutsche nichts wissen – die mögliche Erwerbsunfähigkeit gehört dazu! Das ist verständlich, aber ist es auch akzeptabel?

Bewusstsein durchaus vorhanden

Erwerbsunfähigkeit, Unfall, Beinbruch,
Ab wann gilt die Erwerbsunfähigkeit? Viele Deutsche kennen die Antwort auf diese Frage NICHT! (Bild: Ilka Funke-Wellstein / pixelio.de)

Lediglich etwa ein Fünftel (22 Prozent) der Deutschen hat sich bislang gegen die Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit abgesichert. Das hat das Marktforschungsinstitut YouGov im Rahmen einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die sie im Auftrag des Direktversicherers Hannoversche durchführte, herausgefunden.* Das Ergebnis ist nicht gerade überraschend. Wer möchte sich schon mit der Frage „Was ist, wenn ich nicht mehr für meine Familie sorgen kann?“ beschäftigen.

Bemerkenswert jedoch: Bei vielen ist das Bewusstsein für die Notwendigkeit, sich just mit dieser Frage zu beschäftigen, durchaus vorhanden. Schließlich ist Depression inzwischen zweithäufigster Grund für den Berufsausstieg. Jeder zweite Befragte gibt an, Personen aus dem eigenen Umfeld zu kennen, die ein oder anderen Form von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit betroffen sind.

Unwissenheit schützt nicht vor Verantwortung

Auf die Frage, ab wann ein Fall von Erwerbsunfähigkeit eintritt, kennen viele nicht die richtige Antwort. So geht fast ein Drittel aller Bundesbürger (32 Prozent) davon aus, dann erwerbsunfähig zu sein, wenn man krankheitsbedingt seinen derzeitigen Beruf nicht mehr ausüben kann. Das ist ein weit verbreiteter Trugschluss.

Denn voll erwerbsunfähig im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung ist man erst dann, wenn man krankheits- oder unfallbedingt nur noch drei Stunden pro Tag einer Arbeit jeglicher Art nachgehen kann. Zusätzlich müssen die Mindestversicherungszeiten erfüllt worden sein.

Doch „Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Verantwortung. Im Internet oder per Telefon können sich Kunden schnell und einfach informieren, welche Absicherung zur Erwerbs- und Berufsunfähigkeit am besten zu einem passen und wie teuer sie sind“, lässt sich Dr. Oliver Gaedeke, Vorstand und Leiter der Finanzmarktforschung bei YouGov, auf deren Internetpräsenz zitieren.

Erwerbsunfähigkeit: Kosten schrecken ab

Fragt man nach dem häufigsten Grund für einen Nichtabschluss führen die Befragten mit 47 Prozent die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung an. Insbesondere Geringverdiener merken an, sich eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit nicht leisten zu können.

Mehr als jeder vierte Befragte (27 Prozent) begründet weiterhin, sich generell noch nicht mit der Thema auseinandergesetzt zu haben. Bei den 18 bis 24jährigen sind es sogar 40 Prozent.

*Für die Grundlagenstudie wurden insgesamt 1.047 Personen vom 09.05. bis 14.05.2014 im YouGov Panel Deutschland repräsentativ befragt. Weiterführende Informationen finden sich in der Studie der Hannoverschen Berufsunfahigkeitsversicherung.

HCC Redaktion

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