Tabakprävention in Deutschland – eine Erfolgsstory

Rauchen ist out, Nichtrauchen ist in – vor allem bei Jugendlichen: Immer weniger Jugendliche probieren Zigaretten aus oder werden zu regelmäßigen Rauchern. In den letzten zehn Jahren sank der Anteil rauchender Jugendlicher von 28 Prozent auf unter 12 Prozent. Dies ist ein Erfolg für den Gesundheitsschutz, an dem auch das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) beteiligt ist. Das dort ansässige WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle brachte gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen nationalen und internationalen Partnern wirksame Maßnahmen zur Verminderung des Tabakkonsums in die öffentliche Diskussion ein und stand den politischen Entscheidungsträgern bei der Umsetzung dieser Maßnahmen beratend zur Seite.

Rauchen ist einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für die Entstehung zahlreicher Krebsarten. „Nach heutigem Wissen ist etwa die Hälfte aller Krebsarten durch einen gesunden Lebensstil vermeidbar“, sagt Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums. Daher gründete das Deutsche Krebsforschungszentrum Ende der 1990er Jahre die Stabsstelle Krebsprävention mit dem Auftrag, einen spürbaren Beitrag zur Verminderung des Rauchens in Deutschland zu leisten; sie wurde im Jahr 2002 von der Weltgesundheitsorganisation als WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle anerkannt.

„Krebsprävention ist machbar“, sagt Dr. Martina Pötschke-Langer, Leiterin des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle. Mit ihrem Einsatz für die Eindämmung des Tabakkonsums trat sie den Kampf gegen einen wichtigen Krebsrisikofaktor an. Die intensive Kommunikation des WHO-Kollaborationszentrums mit den Medien und politischen Entscheidungsträgern hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich innerhalb der vergangenen zehn Jahre die öffentliche Meinung zum Rauchen und Passivrauchen stark gewandelt hat.

Im Jahr 2005 entfachte die Publikation „Passivrauchen – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko“ die öffentliche Diskussion um die Gesundheitsgefährdung des Passivrauchens und legte damit den Grundstein für die seit 2007 eingeführten Nichtraucherschutzgesetze. Diese führten zusammen mit wiederholten Tabaksteuererhöhungen, Werbeeinschränkungen und verschiedenen anderen Maßnahmen, für die sich das DKFZ stark gemacht hat, zu einem Bewusstseinswandel. Heute gilt das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht mehr als selbstverständlich und akzeptabel und ist daher kaum noch präsent. Der daraus resultierende deutliche Rückgang des Tabakkonsums, insbesondere unter Jugendlichen, ist ein substanzieller Beitrag zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

„Trotz der erfreulichen Erfolge haben wir noch große Aufgaben vor uns“, gibt Martina Pötschke-Langer zu. „Wir halten nach wie vor einen umfassenden Nichtraucherschutz ohne Ausnahmeregelungen in der Gastronomie für dringend erforderlich. Außerdem streben wir – in Übereinstimmung mit der WHO – strikte Werbeverbote und eine verbesserte Produktregulation an.“

Zu seinem zehnjährigen Bestehen gibt das WHO-Kollaborationszentrum den Jubiläumsband „Zehn Jahre WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum – Erfolge und Perspektiven“ heraus, der im Rahmen der 10. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle im Deutschen Krebsforschungszentrum am 05.12.2012 vorgestellt wird. Die Einführung verschiedener Tabakkontrollmaßnahmen in Deutschland innerhalb der letzten zehn Jahre sowie deren Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit sind in diesem Jahr die zentralen Themen der Konferenz.

Das Programm der Tagung steht zur Verfügung unter:
http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Deutsche_Konferenzen_fuer_Tabakkontrolle
/10_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/Programm_10_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle.pdf

Die Publikation kann heruntergeladen werden unter:
www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/sonstVeroeffentlichungen/DKFZ_-10_Jahre_WHO_Kollaborationszentrum_fuer_Tabakkontrolle_web.pdf
oder ist im Original zu beziehen bei der Pressestelle des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Quelle: DKFZ

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