Überblick zum Pestiziabbau: Helmholtz Zentrum forscht mit

Pestizide werden global zugunsten einer florierenden Landwirtschaft eingesetzt. Aber dadurch verteilen sich Chemikalien und ihre Abbauprodukte in der gesamten Umwelt. Ein internationales Forscherteam präsentiert einen umfassenden Überblick zum aktuellen Wissensstand über den Pestidiabbau. Wissenschaftler vom Münchner Helmholtz-Zentrum lieferten hierzu wichtige Daten.

Hintergrund: Vor allem in schwer zugänglichen und weitgehend abgegrenzten Räumen unserer Umwelt ist nur unzureichend untersucht, inwieweit Rückstände von Pflanzenschutzmitteln weiter abgebaut werden. Die zukünftige wissenschaftliche Herausforderung bestehe darin, komplexe Transformationswege in eben diesen Räumen vorhersagen zu können.

„Blinde Flecken“ im Grundwasser

Für einige der Substanzen sind die Abbauwege bekannt und Standardtests verfügbar, um Abbauprodukte zu bestimmen. Allerdings stießen die Wissenschaftler auf zahlreiche „blinde Flecken“ (blind spots), Bereiche der Umwelt, in denen der Abbau von Pestiziden bislang nur wenig untersucht ist, so beispielsweise im Grundwasser.

Verbessertes Prozessverständnis unbedingt von Nöten

Trotz Kenntnis vieler biotischer und abiotischer Abbauprozesse – also sowohl durch Mikroorganismen als auch durch chemische Reaktionen – ist aus eben genannten Grund ein verbessertes Prozessverständnis nötig, um den Abbau in solchen Bereichen wirklich vorhersagen zu können. Chancen dafür bieten sich durch analytische Innovationen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science liefert ein internationales Forscherteam einen umfassenden Überblick zum aktuellen Wissensstand zum Pestizidabbau.

Wesentlicher Beitrag aus dem HelmholtzZentrum

Mit neuartigen, Isotopen-basierten Analyseverfahren leistete das Helmholtz Zentrum München einen wesentlichen Beitrag zu der Publikation. Martin Elsner vom Institut für Grundwasserökologie am HMGU erforscht und entwickelt mit seiner Arbeitsgruppe die Messung sogenannter Isotopenfraktionierung, insbesondere auch für Pestizide.

Vor allemfür Wasserversorger und Umweltbehörden relevant

 „Durch unsere Analysen haben wir nun einen Ansatz, den natürlichen Langzeitabbau von Pestiziden zu untersuchen“, erklärt Elsner, „dadurch wollen wir die Zeiträume bestimmen, über die Spurenschadstoffe aus dem Grundwasser eliminiert werden. Diese Informationen sind sowohl für Wasserversorger und Umweltbehörden als auch letztlich für den Verbraucher relevant.“

(Helmholtz Zentrum)

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Weiterführende Informationen:

Original-Publikation: Fenner, K. et al. (2013), Evaluating Pesticide Degradation in the Environment: Blind Spots and Emerging Opportunities, Science, doi: 10.1126/science.1236281

Link zur Fachpublikation: http://www.sciencemag.org/content/341/6147/752

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