Umweltschutz und Arbeitsbedingungen: Sind grüne Arbeitsplätze sicher?

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Aufgrund der dringenden Notwendigkeit zur Verringerung der Kohlenstoffemissionen und der Reduzierung von Abfällen sowie zur Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils an erneuerbaren Energien ist in der EU mit einem raschen Wachstum der Anzahl “grüner Arbeitsplätze” zu rechnen – Arbeitsplätze, die dazu beitragen sollen, die Umwelt zu schützen oder wiederherzustellen. Doch welche Auswirkungen haben die neuen Technologien und Prozesse, die in der „grünen Wirtschaft“ eingeführt werden, auf die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer? Mit der Veröffentlichung eines neuen Foresight-Berichts lenkt die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) die Aufmerksamkeit auf die Risiken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz an „grünen Arbeitsplätzen“.

Umweltschutz und Arbeitsbedingungen: Sind grüne Arbeitsplätze sicher?
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Im Rahmen des Foresight-Projekts sollen neue oder aufkommende Risiken in diesem wichtigen Bereich ermittelt werden. Zu diesem Zweck wurden anhand einer Reihe denkbarer Zukunftsszenarien die voraussichtliche Entwicklung der Beschäftigung an „grünen Arbeitsplätzen“ bis zum Jahr 2020 sowie die möglichen Herausforderungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Abhängigkeit von Weiterentwicklungen im Bereich der „grünen Technologien“ und einer Vielzahl verschiedener sozialer und wirtschaftlicher Bedingungen untersucht.

Grüne Arbeitsplätze müssen auch sichere und gesunde Arbeitsbedingungen bieten

Die Direktorin der EU-OSHA, Christa Sedlatschek, sagte dazu: „Die im Rahmen des Foresight-Projekts erarbeiteten Szenarien sind leistungsstarke Instrumente, die den politischen Entscheidungsträgern in der EU Einblicke in die Möglichkeiten zur Gestaltung der „grünen Wirtschaft“ von morgen für die Gewährleistung der Sicherheit und Gesundheit der europäischen Arbeitnehmer bieten. Wenn echte Nachhaltigkeit erzielt und ein Beitrag zum Erreichen der Ziele der Strategie „Europa 2020“ in Bezug auf ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum geleistet werden sollen, müssen „grüne Arbeitsplätze“ sichere, gesunde und angemessene Arbeitsbedingungen bieten. Sie müssen nicht nur gut für die Umwelt sein, sondern auch gut für die Arbeitnehmer.“

Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Umweltschutz gewährleisten

Die EU ist bemüht, das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und Bemühungen zum Schutz der Umwelt zu halten. Sie hat sich in Bezug auf die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen und von Abfällen sowie hinsichtlich der Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energien ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Erfüllung dieser Ziele wird zu einem raschen Wachstum der „grünen Wirtschaft“ führen. Es gibt jedoch bereits Anzeichen dafür, dass die verstärkte Umweltorientierung der europäischen Wirtschaft zu höheren Risiken für die Arbeitnehmer geführt hat.

Neue Technologien und Prozesse erfordern neue Kombinationen von Fähigkeiten, doch das schnelle Wachstum in diesem Wirtschaftsbereich gepaart mit wirtschaftlichem und politischem Druck könnte zu Qualifikationsdefiziten führen. Schlimmstenfalls müssten Arbeitnehmer dann Tätigkeiten verrichten, für die ihnen die Erfahrung und die Ausbildung fehlen.

Risiken erfordern bestimmte Fähigkeiten

Zudem gibt es eine Reihe bekannter Risiken, die in verschiedenen Situationen und Kombinationen auftreten, für die ebenfalls neue spezifische Fähigkeiten erforderlich sind. Die Installation von Solarzellen auf Dächern ist beispielsweise mit den herkömmlichen Risiken auf Baustellen und den Risiken bei Elektroinstallationen verbunden: Die betreffenden Arbeitnehmer benötigen daher eine spezielle Ausbildung, um diese Arbeiten ausführen zu können. Einige der Epoxidharze, die bei der Herstellung von Windturbinen verwendet werden, können Allergien auslösen. Auch die Einführung neuer Rechtsvorschriften kann unbeabsichtigte Auswirkungen haben: Neue Gesetze, mit denen die Menge der Abfälle reduziert wird, die auf Deponien abgelagert werden, haben beispielsweise zu einer überdurchschnittlich hohen Zahl arbeitsbezogener Unfälle und Krankheiten bei Arbeitnehmern in der Abfallwirtschaft geführt.

Der Bericht und eine Zusammenfassung mit dem Titel „Foresight of New and Emerging Risks to Occupational Safety and Health Associated with New Technologies in Green Jobs by 2020“ (Prognose zu neuen und aufkommenden Risiken für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Verbindung mit neuen Technologien an „grünen Arbeitsplätzen“ bis zum Jahr 2020) stehen im neuen Bereich der EU-OSHA-Website zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit in der „grünen Wirtschaft“ zur Verfügung.

Weitere Informationen: “Grüne Arbeitsplätze”

(EU-OSHA)

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