Videospiele: Muskeltraining fürs Gehirn

Nicht erst seit der eben zu Ende gegangenen gamescom 2013 ist bekannt, dass sich Videospiele immer steigender Beliebtheit erfreuen. Das zeigt sich nicht nur daran, dass die weltweit größte Messe für interaktive Unterhaltungselektronik wieder alle Besucherrekorde brach, sondern darüber hinaus setzte die deutsch Computerspiel-Industrie im Jahr 2012 2,15 Milliarden Euro um. Doch wie wirkt sich das Spielen auf unser Gehirn aus? Dieser Frage gingen Simone Kühn vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Jürgen Gallinat von der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus nach.

„Gamen“ fördert die Orientierung

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Videopspiele fördern nach Ansicht zweier Berliner Wissenschaftler den Orientierungssinn (Bild: Evan-Amos / commons.wikimedia.com)

Wer Videospiele spielt, trainiert sein Gehirn. Zumindest den Bereich, der  für das räumliche Denken des Menschen eine wichtige Rolle spielt. Die Berliner Forscher konnten in einer Studie, die im im Fachjournal „Molecular Psychiatry“ publiziert wird, feststellen, dass dieser Bereich bei Videospielern ausgeprägter ist. Es handelt sich dabei um die graue Substanz des Gehirns im sogenannten entorhinalen Kortex. „Unsere Ergebnisse liefern erste Hinweise dafür, dass Videospieler sich möglicherweise intuitiv besser in ihrer Umwelt orientieren können“, sagt Studienleiterin Simone Kühn. „Das Videospielen schult die dafür verantwortliche Gehirnregion“, so die Wissenschaftlerin am Fachbereich Entwicklungspsychologie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung.

Videospiel ist nicht gleich Videospiel

Doch nicht jedes Videospiel-Genre scheint den gleichen Effekt zu haben: Das größte Wachstum konnte bei den Probanden belegt werden, die Logik- und Puzzle-Spiele wie beispielsweise Tetris, Minesweeper oder Professor Layton sowie Jump-and-Run-Spiele wie Super Mario 64, Sonic oder Mega Man spielten. Bei Spielern von actionbasierten Rollenspielen wie Fallout, Mass Effect oder Dead Island war die Veränderung hingegen weniger ausgeprägt.

Methodik und Ergebnisse

Für die Studie wurden 62 Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren befragt und untersucht. Mit Hilfe des Magnetresonanztomografen (MRT) konnten die Forscher die Hirnstruktur der Spieler messen und vergleichen. Am größten war die graue Substanz bei den Probanden, die am meisten Videospiele in ihrem Leben gespielt hatten. „Je mehr Stunden die untersuchten Männer bisher gespielt hatten, desto stärker war der Gehirnbereich ausgeprägt“, erklärt die Studienleiterin.

(cs mit Informationsmaterial des Max-Planck-Instituts)

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