Cholesterinsenker: Gut fürs Gedächtnis?

Die Sorge, dass die häufig verschriebene Medikamentenklasse der Cholesterinsenker (Statine) das Gedächtnis schädigen könnte, scheint unbegründet. In einer Übersichtsarbeit, bei der Studien mit mehr als 23.000 Männern und Frauen ausgewertet worden waren, fanden US-Forscher bei kurzfristiger Einnahme kein erhöhtes Risiko – und bei längerer sogar einen Schutzeffekt.

Erfolgreichste Arzneimittel der vergangenen 30 Jahre

Vitamine, Obst, Brot, Magarine
Gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport ist die beste Vorsorgemaßnahme (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Mit einem jährlichen Gesamtumsatz von etwa 20 Milliarden Euro bis zum Ablauf ihres Patentschutzes waren die Statine zumindest aus wirtschaftlicher Sicht die erfolgreichste Arzneimittelklasse der vergangenen 30 Jahre. Etwa 220 Millionen Menschen weltweit nehmen diese Medikamente ein, um sich vor Herzinfarkten und Schlaganfällen zu schützen.

Die Studien genau unter die Lupe genommen

Mehrere Studien berichteten in der Vergangenheit, dass Menschen, die Statine einnehmen, seltener von einer Demenz wie zum Beispiel die Alzheimer-Krankheit betroffen sind. Andere Untersuchungen fanden aber keinen Effekt. Im Gegenteil wurden nach der Einnahme vereinzelt sogar Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit beobachtet, bis hin zum vorübergehenden Gedächtnisverlust, was heute in den Beipackzetteln dieser Präparate auch nachzulesen ist. „Zusammen mit entsprechenden Presseberichten hat dies auch zur Verunsicherung der Patienten beigetragen“, so Endres. „Deshalb war es enorm wichtig, die Studien dazu genau unter die Lupe zu nehmen.“

Kein Anti-Demenzmittel

Das zentarle Ergebnis dieser Betrachtung: „Unterm Strich könnten […] Statine das Risiko einer Demenz um 29 Prozent senken, wenn sie ein Jahr oder länger eingenommen werden“, so Professor Matthias Endres, zweiter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité. Im Umkehrschluss sollten Statine aber nicht entgegen ihrer Zulassung als Anti-Demenzmittel eingesetzt werden, betont Professor Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Regelmäßiger moderater Sport zeige sich als Vorsorgemaßnahme gegen Demenz ähnlich wirksam.

Seite 2: Vorsichtiger Optimismus

HCC Redaktion

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