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Arbeitsplatzgestaltung

Die Lungen schonen: Berufsasthma vermeiden

Denkt man an Berufskrankheiten, so kommen einem vor allem Rückenschäden in den Sinn. Bei der richtigen Gestaltung des Arbeitsplatzes geht es daher meist um Ergonomie oder der Vermeidung von Stellen mit Unfallpotential. Häufig wird eines der wichtigsten Organe dabei vergessen – die Lunge. Das Arbeitsumfeld besteht nicht nur aus den Dingen, die wir sehen können, sondern auch den Stoffen, die uns umgeben.

Berufsasthma

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Wer am Arbeitsplatz häufig Staub und anderen Stoffen ausgesetzt wird, kann an Berufsasthma erkranken. (Bild: Paul-Georg Meister / pixelio.de)

Von Berufsasthma spricht man, wenn sich die chronische Lungenerkrankung Asthma Bronchiale, aufgrund von regelmäßigem Kontakt mit reizenden Stoffen am Arbeitsplatz entwickelt hat. Bestimmte Berufsgruppen sind daher besonders stark betroffen. Dabei spielen nicht nur chemische sondern auch natürliche Stoffe in der umgebenden Luft eine Rolle. Zu solchen Stoffen gehören Kleb- oder Farbstoffe, Reinigungs- und Desinfektionsmittel, Metallstaub, Feinstaub, Mehl oder Pollen. Angestellte, die häufig damit in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko für eine dauerhafte Lungenschädigung und somit Asthma. Häufig beginnt es dabei mit kurzfristigen Symptomen, wie Husten oder ein Kratzen im Hals. Werden die Atemwege dauerhaft diesen Reizen ausgesetzt findet ein sogenannter Etagenwechsel statt, wodurch die Beschwerden chronisch werden und Asthma Bronchiale entsteht.

Gefährdete Berufsgruppen

Verschiedene Studien haben bereits untersucht, welche Berufsgruppen besonders gefährdet beziehungsweise von Berufsasthma betroffen sind. Eine britische, wie auch eine schwedische Studie beschäftigten sich mit den Risikogruppen und kamen auf ähnliche Ergebnisse. Gefährdet seien demnach Personen, die in den folgenden Branchen arbeiten:

  • Landwirtschaft
  • Maler und Lackierer
  • Druckerei
  • Nahrungsmittelproduktion
  • Tabakproduktion
  • Friseur

Gerade Allergiker bringen ein von vornherein schon erhöhtes Risiko einer Lungenerkrankung mit, weshalb sie Berufsfelder mit einer höheren Reizgefahr meiden sollten. Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte die Landwirtschaft lieber meiden, da nicht nur die Eiweißstoffe von Pflanzen sondern auch von Tieren allergische Reaktionen auslösen können.

Das sogenannte Bäckerasthma zählte vor zirka 15 Jahren sogar noch zu den häufigsten Berufskrankheiten. Man geht davon aus, dass etwa vier Prozent der Bäcker an einer allergischen Rhinitis bei Kontakt mit Mehl leiden. Dabei handelt es sich um eine chronische Entzündung der Schleimhaut aufgrund von Überempfindlichkeitsreaktionen bei Kontakt mit bestimmten Reizen, die wiederum zu Asthma führen kann. Der, die Bäcker umgebende, Mehlstaub enthält feine Proteine aus Weizen- und Roggenmehl, die die allergischen Reaktionen auslösen. Häufig wird beobachtet, dass leichte Symptome, wie Niesreiz oder Schnupfen, zu Beginn der Arbeitswoche im Verlauf an Stärke gewinnen, sodass auch Rötungen oder andere Augenbeschwerden auftreten.

Reizstoffe vermeiden

Da Berufsasthma durch den Kontakt mit reizenden Stoffen entsteht, lässt sich die Erkrankung am besten vermeiden, wenn man eben diese Reize vermeidet. Wichtig ist dabei zunächst die Risikopotentiale im Arbeitsumfeld zu erkennen. Folgende Fragen sollten dabei geklärt werden:

  • Arbeite ich in einer Risikoberufsgruppe?
  • Welche reizenden Stoffe umgeben mich am Arbeitsplatz?
  • Was sind Bereiche/ Abläufe bei denen ich mit Reizen in Kontakt kommen kann?
  • Leider ich an einer Allergie oder Unverträglichkeit, die das Risiko verstärkt?

Natürlich kann man es nicht immer vermeiden mit bestimmten Stoffen am Arbeitsplatz in Kontakt zu kommen. Es gibt jedoch Möglichkeiten um die Reizungen auf ein Minimum zu beschränken beziehungsweise den Arbeitsplatz entsprechend zu optimieren und damit letztendlich Berufsasthma vorzubeugen. Es kommt vor allem darauf an, dass die Stoffe nicht in Kontakt mit den Schleimhäuten kommen – also Nase, Mund und Augen. Entsprechend sind Schutzmaßnahmen, wie Atemmaske und Schutzbrille wichtig. Auch Handschuhe können helfen. So kann verhindert werden, das durch ein Reiben an Nase oder Augen die Stoffe durch Hautkontakt übertragen werden.

Um die Reizkonzentration der Luft niedrig zu halten, sollten Risikobereiche mit Filtern und Absauganlagen ausgestattet werden. Der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) gibt sogar gezielte Richtlinien vor, um die Luft am Arbeitsplatz von Schadstoffen zu befreien. Arbeitgeber können sich daran orientieren, wenn sie Hilfe benötigen und Arbeitnehmer können Anhaltspunkte finden, welche Rechte sie haben.

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