Erstes Spezialisten-Netzwerk Deutschlands gegen Burn-out in Berlin

Förderpreis zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen

Die  DAK-Gesundheit und die PIBB Psychiatrie Initiative Berlin Brandenburg haben das erste Spezialisten-Netzwerk zur ambulanten Versorgung von psychisch kranken Erwerbstätigen in Berlin ins Leben gerufen und im September vorgestellt.

Erstes Spezialisten-Netzwerk Deutschlands gegen Burn-out in Berlin
Quelle: Martin Müller / pixelio.de

„Durch seine Komplexität und die aufeinander abgestimmten Therapieschritte ist dieses Netzwerk bislang bundesweit einmalig“, sagt Dr. Norbert Mönter, PIBB-Chef. An dem Netz beteiligen sich bereits über 25 Ärzte, 20 Sozio- und sieben Psychotherapeuten sowie mehrere Reha-Sport-Einrichtungen. Sie unterstützen Betroffene frühzeitig durch gezielte Behandlungen und soziotherapeutische Maßnahmen bei der Bewältigung ihrer Probleme. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder diese möglichst schnell wieder zu erlangen.

Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer und psychosomatischer Erkrankungen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. „Nach unserer Statistik sind in den letzten sechs Jahren in Berlin die Ausfalltage wegen Depressionen und anderen Seelenleiden um 30 Prozent gestiegen“, berichtet Gabriela Slawik, Vertragschefin der DAK-Gesundheit für Berlin und Brandenburg. Neben den zunehmenden Anpassungs- und Belastungsstörungen, affektiven Erkrankungen und Angststörungen wird immer häufiger ein ausgeprägter Zustand körperlicher, geistiger und psychischer Erschöpfung diagnostiziert, der auch als Burn-out-Syndrom bekannt ist.

Angebot soll Kreislauf durchbrechen
„Körperliche Symptome, wie beispielsweise Rückenschmerzen, Schwindel oder ein geschwächtes Immunsystem führen mitunter dazu, dass die Ursache der Erkrankung nicht erkannt, fachärztliche und therapeutische Maßnahmen nicht oder zu spät eingeleitet werden“, erläutert Dr. Mönter von der Psychiatrie Initiative. Der Patient verspüre trotz Behandlung keine Besserung und häufig verschlimmere sich dadurch das Leiden der Betroffenen weiter. „Diesen Kreislauf wollen wir mit unserem neuen Angebot durchbrechen“, erklärt DAK-Vertragschefin Slawik.

Therapiekette für Betroffene
Das Behandlungsprogramm umfasst die gegebenenfalls erforderliche medikamentöse Einstellung ebenso wie fünf psychotherapeutische Einzelsitzungen und 14 Gruppensitzungen. Während die Einzelgespräche vorrangig dazu dienen die Krankheitsauslöser zu identifizieren und erste Orientierung zu ermöglichen, erlernen die Teilnehmer der Gruppentherapie Methoden und Strategien zum besseren Umgang mit der Erkrankung und deren auslösende Faktoren. Darüber hinaus gibt es ein ergänzendes Sportangebot. „Bewegung ist aktive Entspannung. Außerdem hilft regelmäßiger Sport dabei Abwechselung und Struktur in das alltägliche Leben zu bringen“, sagt Dr. Mönter. Zusätzlich können Soziotherapeuten zur Hilfe und Klärung bei besonderen Arbeitsplatzproblemen eingesetzt werden.

Angebot ist freiwillig und kostenlos
An dem Spezialisten-Netzwerk können erwerbstätige Versicherte der DAK-Gesundheit teilnehmen, die akut oder andauernd an psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen leiden. Sind die Betroffenen dazu noch motiviert, aktiv an ihrem Gesundungsprozess mitzuwirken, können sie auf freiwilliger Basis kostenlos an dem Programm teilnehmen. Im Fokus der Gesundheitsberater stehen die sogenannten somatoformen Störungen. Dabei handelt es sich um fortgesetzte Beschwerden, für die keine körperlichen Ursachen festgestellt werden können. Neben Schmerzen in verschiedenen Körperteilen (z. B. Rücken, Bauch, Kopf oder Gelenken) können dabei auch Schwindel, Übelkeit oder Herz- und Atembeschwerden auftreten.

Quelle: DAK

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