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Bewegung / Interviews / Organisationen

Geschäftsreise: Mit dem Rad von Frankfurt nach Abu Dhabi

Bewegung ist für eine gesunde Lebensführung das A und O. Im täglichen Berufsleben kommt die körperliche Betätigung jedoch häufig zu kurz. Deshalb hat die Deutsche Bahn Geschäftsreisende mit einem Wettbewerb zu mehr Bewegung aufgefordert. Warum die Bahn darin die Mobilität der Zukunft sieht, erklärt Karina Kaestner, Leiterin Vertrieb Geschäftskunden bei DB Vertrieb.

Geschäftsreise mit dem Rad? Interview mit Karina Kaestner zum Thema Fit zur Arbeit mit der Deutschen Bahn

Auf Geschäftsreise mit dem Fahrrad zurücklegen

Mit dem Fahrrad auf Geschäftsreise? Die Deutsche Bahn sieht darin die Mobilität der Zukunft. (Bild: Javier Calvo / unsplash.com)

Frau Kaestner, „Fit zur Arbeit mit der Deutschen Bahn“. Was heißt das genau beziehungsweise was kann man sich darunter vorstellen?

Die Deutsche Bahn steht für mehr als nur Zugfahren. Natürlich ist die Reise auf der Schiene unser Kernangebot. Aber unser Mobilitätspaket beinhaltet viel mehr: Geschäftsreisende können zum Beispiel das Carsharing-Angebot Flinkster nutzen oder „Call a Bike“-Fahrräder mieten. Das ist nicht nur umweltfreundlich, sondern fördert auch die Fitness der Mitarbeiter. Mit der bahn.business-Challenge wollten wir darauf aufmerksam machen.

Worum ging es bei der bahn.business-Challenge?

Vier Unternehmen sind unter dem Motto „Geschäftskunden sind mobil“ acht Wochen lang um die Wette geradelt. Die einzelnen Mitarbeiter waren aufgerufen, möglichst viele Kilometer mit den „Call a Bike“-Mieträdern zu sammeln – egal ob vor, während oder nach einer Geschäftsreise. So wurden der Dienstwagen oder das Taxi verzichtbar. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Teilnehmer haben zusammen 6.200 Kilometern zurückgelegt – das entspricht einer Strecke von Frankfurt bis nach Abu Dhabi.

Wie wurde der Wettbewerb angenommen?

Sehr gut! Mehr als 200 Mitarbeiter haben sich während des Wettbewerbs über www.callabike.de angemeldet. Insgesamt sind die Mieträder 400 Stunden lang in Aktion gewesen. Besonders aktiv war das Siegerunternehmen BearingPoint: Im Durchschnitt sind die 62 angemeldeten Mitarbeiter in acht Wochen pro Kopf 37 Kilometer mit dem Mietrad gefahren. Das entspricht in der Summe einer zurückgelegten Strecke von 2.270 Kilometern. Eine beeindruckende Bilanz! Dafür erhält BearingPoint als Siegprämie eine kostenlose „Call a Bike“-Station für ein Jahr.

Warum haben Sie die bahn.business-Challenge ins Leben gerufen?

Weil wir verstärkt erleben, dass ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in modernen Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immerhin ist Bewegungsmangel eines der größten Laster der Berufstätigen von heute. Die meiste Zeit des Tages verbringen Beschäftigte sitzend, ob zu Hause, im Büro oder dazwischen. Das belastet häufig nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Gesundheit. Mit der bahn.business-Challenge* wollten wir mehr Bewegung in den Alltag von Arbeitnehmern bringen.

Wie war das Feedback?

Die Teilnehmer waren begeistert, weil sie schnell und flexibel unterwegs waren und gleichzeitig etwas für ihre Fitness tun konnten. Das Plus an Bewegung hilft dabei, Stress abzubauen. Das kann man von der lästigen Parkplatzsuche und zeitraubenden Staus in der Stadt nicht behaupten. Zudem hilft so ein Wettbewerb, den Teamgeist im Unternehmen zu fördern.

Denken Sie, dass Mobilitätspakete in der Praxis wirklich mit dem Dienstwagen konkurrieren können?

Es geht darum, zum eher starren Modell des Dienstwagens flexible Alternativen zu schaffen. Das Geschäftskundenprogramm der Deutschen Bahn macht dies möglich. Mit einer intelligenten Verknüpfung der Verkehrsmittel können die Vorteile des PKWs und des Mietrads mit denen der Bahn kombiniert werden. Eine Bahnreise hat den Vorteil, dass die Reisezeit als persönliche Zeit genutzt werden kann, entweder zum Arbeiten oder zum Entspannen vor dem nächsten Termin. Und wenn die Geschäftsreisenden für Kurzstrecken „Call a Bike“ nutzen, ist das nicht nur sehr günstig, sondern langfristig wirksam: Wer sich regelmäßig körperlich betätigt, ist weniger krank. Die Kosten für einen Krankheitstag liegen für Unternehmen bei durchschnittlich 250 Euro. Ein enormer Kostenfaktor, der auch durch die Nutzung von Mieträdern reduziert werden kann.

Wie sieht die Zukunft der Geschäftsreise aus?

Nachhaltige und intelligente Mobilitätskonzepte werden immer stärker nachgefragt. Wir glauben nicht, dass wir auf den PKW komplett verzichten können. Vielmehr geht es darum, die Verkehrsmittel intelligent zu verknüpfen und das Angebot dem persönlichen Bedürfnis der Geschäftsreisenden anzupassen. Reisende wollen heute flexibel entscheiden können, welches Verkehrsmittel sie wann und wo nutzen. Auch in anderen Lebensbereichen ist Flexibilität mittlerweile die Norm: Beispielsweise sind Arbeitsmodelle wie Gleitzeit und Homeoffice heute zunehmend selbstverständlich. Auch das Bewusstsein für umweltfreundliche Fortbewegung und die eigene Gesundheit hat stark zugenommen. Deshalb wird gerade im urbanen Raum das Bedürfnis nach einem eigenen Auto deutlich zurückgehen. Mit der Entwicklung von flexiblen Mobilitätskonzepten, in denen der öffentliche Verkehr sowie Car- und Bikesharing als auch Taxi und Shuttledienste eine wichtige Rolle spielen, wollen wir eine echte Alternativen für die tägliche Mobilität entwickeln.

Frau Kaestner, herzlichen Dank für das Gespräch und dass Sie uns Einblick gewährt haben, wie Ihr Unternehmen sich die Mobilität der Zukunft vorstellt.

Das Interview mit Karina Kaestner führte Oliver Foitzik, Herausgeber des HCC-Magazins.

* Weitere Informationen zum bahn.business-Programm der Deutschen Bahn gibt es unter www.bahn.de/bahn.corporate.

Katarina Kaestner (©: Deutsche Bahn AG)

Karina Kaestner (© Foto: Deutsche Bahn AG)

Über Karina Kaestner:

Karina Kaestner (50) ist seit drei Jahren verantwortlich für den Geschäftskunden-Vertrieb der Deutschen Bahn. Seit insgesamt 14 Jahren im Unternehmen war die Betriebswirtin vorher elf Jahre im Online-Vertrieb an der erfolgreichen Entwicklung von bahn.de und den mobilen Services beteiligt, zuletzt als Leiterin Marketing & Partnermanagement. Bevor sie zur Bahn gekommen ist, war sie in leitenden Tätigkeiten in der Touristikbranche, unter anderem bei Startups und bei Reiseveranstaltern tätig.

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