Höheres Diabetes-Risiko für Schichtarbeiter?

Diabetes-Risiko, Nachtschicht, Nacht, machts

Daten des Deutschen Gesundheitssurveys zufolge leiden über neun Prozent der Deutschen unter Diabetes. Menschen, die in Schichten arbeiten müssen sind einem höheren Diabetes-Risiko ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Huazhong University of Science & Technology, die im medizinischen Fachjournal Occupational and Environmental Medicine* veröffentlicht wurde.

Von Schichtarbeit und Taillenumfang

Diabetes-Risiko, Nachtschicht, Nacht, machts
Menschen, die zwischen Tag- und Nachtschicht wechseln, sind einem erhöhten Diabetes-Risiko ausgesetzt. (Bild: erysipel / pixelio.de)

Ferner legen die Untersuchungsresultate einen interessanten Zusammenhang nahe. So zeigen die Ergebnisse, dass Männer und jene, die in Wechselschichtdienstschichten arbeiten, dem höchsten Diabetes-Risiko ausgesetzt sind. Die Experten nehmen an, dass sich Störungen der inneren Uhr auf den Taillenumfang auswirken. Auch sind Folgen für Hormone und den Schlaf möglich, denn gönnt man Körper und Geist zur falschen Tageszeit Erholung, kann das laut Schlaflabor-Studien innerhlab von Wochen zu einem frühen Stadium von Typ-2-Diabetes führen.

Um 42 Prozent höheres Diabetes-Risiko

Die eingangs erwähnte Studie basiert auf der Analyse der Daten von 226.652 Personen. Diese machte, Angaben der daran beteiligten Wissenschaftler zufolge, deutlich, dass bei Schichtarbeiterinnen und Schichtarbeitern die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes zu erkranken um neun Prozent höher ist, als bei ihren Kollegen. Bei Männern lag dieser Wert übrigens weit über einem Drittel (35 Prozent). Menschen, die demzufolge ständig zwischen Tag- und Nachtschichten wechselten, verfügten über ein um 42 Prozent höheres Diabetes-Risiko.

Nachts wird aus Energie Fett

Ein Erklärungsversuch könnte folgende Theorie sein, die davon ausgeht, dass Essen spät in der Nacht den Körper bereiter macht, Energie als Fett zu speichern. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Fettleibigkeit und in der Folge auch ein erhöhtes Typ-2-Diabetes-Risiko. Die weiter oben erwähnte deutlich höhere Erkrankungsrate bei Männern könnte auf Veränderungen der Hormone zurückzuführen sein. Da diese Untersuchungen jedoch nur eine Momentaufnahme darstellen können, ist es unmöglich, einen direkten Zusammenhang zwischen Schichtarbeit und Diabetes herzustellen.

Hinweise für die Diabetes-Prävention

Dennoch zeigen, laut den Wissenschaftlern, die Studienergebnisse, dass Schichtarbeiter mehr Aufmerksamkeit auf die Prävention von Diabetes legen sollten: „Da immer mehr Menschen weltweit in Schichten arbeiten und die wirtschaftliche Belastung durch Diabetes alles andere als gering ist, liefert diese Studie praktische und wertvolle Hinweise für eine verbesserte Prävention“, so die Autoren.

(cs / pte)

*Lu, Zuxun e al.: „Shift work and diabetes mellitus: a meta-analysis of observational studies“, in: Occupational and Environmental Medicine, 2014 | 71, S. 555 – 561.

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