Mit Eingliederung zu mehr Motivation?

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Eingliederung statt Ausgrenzung. Kranke Mitarbeiter einfach auf die Straße zu setzen ist unmoralisch, aber auch finanziell nicht vertretbar. In Zeiten, in denen sich immer mehr Arbeitgeber vor einem prognostizierten Fachkräftemangel fürchten, suchen gerade kleine und mittlere Unternehmen neue Wege der Integration und Rekrutierung. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) kann hierbei erfolgreiche Lösungswege aufzeigen. Vorausgesetzt man weiß als Unternehmen, worauf es zu achten gilt.

Fehlende Motivation und Produktivität

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Wenn Mitarbeiter aufgrund von Krankheit ausfallen, müssen die anderen mehr arbeiten. Ist Eingliederung ein Ausweg aus der Motivationsfalle? (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Ob Unfall, (chronische) Erkrankung oder persönliche Lebenskrisen … was zu einem längerem Ausfall bei der Arbeit führt ist für den Arbeitgeber zunächst erstmal zweitrangig. Sicher ist nur: was als Krankheitsfall beginnt, kann für das Unternehmen schnell sehr teuer werden. Sobald ein Angestellter längere Zeit seiner Tätigkeit nicht nachgehen kann, weil er zum Beispiel im Krankenhaus liegt oder auf Reha ist, müssen seine Kollegen mehr arbeiten. Da bleibt zwangsläufig Arbeit unerledigt. Und dieser Umstand geht auf Kosten der Motivation und der Produktivität.

Eingliederung als Ausweg

Ein Umstand, den man sich als Arbeitgeber heutzutage nicht mehr erlauben kann. So sehen sich 60 Prozent der deutschen Betriebe in den kommenden zwei Jahren mit verschärften Engpässen in puncto Fahckräften konfrontiert. Ein positives Arbeitsumfeld schafft mehr Leistungsbereitschaft und dazu gehört auch die Botschaft: „Liebe Mitarbeiter, wir lassen euch mit euren Sorgen nicht alleine!“. An diesem Punkt hat gelebte Eingliederung Symbolcharakter und kann als Ausweg dienen.

Was muss beachtet werden?

Auf diese Frage gibt es drei klare Antworten: Erstens, Probleme erkennen! Dazu müssen Sie im Blick behalten, ob ein Mitarbeiter innerhalb eines Kalenderjahres mehr als sechs Wochen arbeitsunfähig war. Beachten Sie dabei, dass auch Zeiten ohne ärztliche Krankschreibung darunter zu zählen sind. Hierzu bedarf es einer lückenlosen Dokumentation. Zweitens, alle ins Boot holen! Als Chef können Sie nicht alle Probleme lösen: Seien Sie in erster Linie Gesprächspartner und soweit möglich helfende Hand. Holen Sie auch beim Betriebsrat und bei Bedarf auch bei der Schwerbehindertenvertretung Rat. Drittens, Vertrauen schaffen! Oft haben betroffene Mitarbeiter Angst um ihren Arbeitsplatz. Zeigen Sie ihnen, dass diese unbegründet ist und er Ihnen vertrauen kann. Denn ohne Mitarbeit des Betroffenen ist keine noch so gute Eingliederung möglich.

BEM ist Arbeitgeber-Pflicht

Bedenken Sie auch, dass Eingliederung mehr als „nur“ Ehrensache ist. Gemäß SGB IX § 84 Abs. 2 ist jeder Arbeitgeber dazu verpflichtet, sich aktiv um die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu kümmern, indem er ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anbietet. Dieser Verpflichtung ist nachzukommen – unabhängig von der Größe des Unternehmens.

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