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Forschung

Mit gesunden Zähnen gegen Stress, Rücken & Co.

Für viele Millionen Arbeitnehmer in Deutschland stellt sich immer wieder die selbe Frage: Gilt Stress als Ursache für Rückenschmerzen oder gelten Rückenschmerzen als Ursache für Stress? Manchmal lautet die Antwort auf die Frage: Weder noch! Denn sowohl hinter Rückenschmerzen und Stress können Fehlfunktionen von Kiefergelenken und Zähnen stecken.

Von Kopf bis Zahn auf Rücken eingestellt

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Die Investition in gesunde Zähne kann eine Investition in einen gesunden Rücken gleichkommen (Bild: Dieter Schütz / pixelio.de)

Mediziner bezeichnen den im Einleitungstext beschriebenen Zusammenhang als „craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)“. Damit ist ein fehlerhaftes Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer gemeint. Der Begriff setzt sich aus folgenden drei Wörtern, die aus dem Lateinischen stammen, zusammen:

  1. „Cranium“ (Schädel),
  2. „Mandibula“ (Unterkiefer) und
  3. „Dysfunktion“ (Fehlfunktion, Störung) ab.

Ursächlich für eine CMD können Erkrankungen, Fehlstellungen oder Störungen der Zähne, der Kiefergelenke oder der Kiefermuskulatur sein, die durch kieferchirurgische Eingriffe oder Investitionen in einen Zahnersatz (zum Beispiel hier) korrigiert werden können. Zugespitzt zusammengefasst bedeutet das, dass manche Menschen von Kopf bis Zahn auf ihren Rücken eingestellt sind.

Zähneknirschen und andere Warnsignale

Eine CMD zeigt sich unter anderem durch:

  • nächtliches Zähneknirschen,
  • Kiefer- beziehungsweise daran anknüpfend Kopfschmerzen,
  • Ohrgeräusche,
  • körperliche Fehlhaltungen.

Sollten zu diesen Beschwerden nach einer gewissen Zeit weitere, wie zum Beispiel Schmerzen im Nacken, den Schultern oder dem gesamten Rücken sowie Nackensteifigkeit, Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen und Gelenkschmerzen hinzukommen, gilt es spätestens dann seinen Hausarzt zu konsultieren. Der kann Sie dann, nach ausführlicher Untersuchung und Rücksprache, an Spezialisten weiterleiten.

Stress fördert die CMD zusätzlich

Denn eine CMD kann auch mit psychischem Stress verbunden sein beziehungsweise diesen zusätzlich fördern. Oft berichten Betroffene von starken emotionalen Konflikt- und Belastungssituationen, wie zum Beispiel Burnout oder Depressionen. Denn wenn Menschen ihre Muskulatur dauerhaft anspannen, kann sich das auch auf Kauapparat auswirken und zum Beispiel Auslöser für das bereits erwähnte nächtliche Zähneknirschen sein.*

Sollte gerade bei anhaltenden Rückenschmerzen der Befund unklar ausfallen, sollten Ärzte und Betroffene daher immer auch eine CMD als Ursache in Betracht ziehen. Denn manchmal gilt weder Stress – zumindest nicht als alleinursächlicher – Auslöser von Rückenschmerzen, noch gelten Rückenschmerzen als Ursache von Stress.

Über den Zusammenhang zwischen Zahn- und Rückenschmerzen vergleiche auch:

Egle, U. T. et al.: Handbuch Chronischer Schmerz: Grundlagen, Pathogenese, Klinik und Therapie aus bio-psycho-sozialer Sicht, Schattauer, F.K. Verlag, Seite 384 f.

* Über den Zusammenhang zwischen Stress und Rückenschmerzen siehe auch:

Kaluza, G. et al.: Salutogene Faktoren bei chronischen Rückenschmerzen, in: Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 31|3, Hogrefe-Verlag, Göttingen 2002, S. 159 ff

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