Via Vibration Blinde in den Arbeitsalltag inetgrieren?

Viele Betriebe haben sich CSR – Corporate Social Responsibility – zu deutsch: unternehmerische Gesellschaftsverantwortung, auf ihre Firmenlogos geschrieben. Ein wichtiger Gradmesser hierfür sind die Bemühungen, Blinde in die Arbeitswelt zu integrieren. Hierbei könnte eine Innovation der Hochschule Furtwangen (HFU) die Wirtschaft künftig unterstützen.

Das Recht auf Arbeit gilt auch für Blinde

Brille, Sehen
Sehbehinderte und Blinde künftig leichter in den Arbeitsalltag integrieren? (Bild: Petra Bork / pixelio.de)

In mehreren internationalen Deklarationen und Konventionen wird das Recht auf Arbeit betont. Denn die Arbeit bedeutet für den Menschen weit mehr als die Möglichkeit zum Broterwerb. Für viele ist ihr beruflicher Alltag sowohl sinn- als auch identitätsstiftend. Das gilt selbstverständlich für nicht behinderte wie für behinderte Menschen gleichermaßen. Zur letzt Gruppe genannten gehören auch Blinde beziehungsweise Sehbehinderte.

Forschung entwickelt neue technologische Hilfen

Nun könnte ein vom Bundministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt „intelligente, Vibrotaktil induzierte Wahrnehmung“, kurz: iView, Unternehmen die Integration von Blinden und Sehbehinderten in den ersten Arbeitsmarkt erleichtern. Forscher der eingangs erwähnten HFU haben ein Informationssystem entwickelt, welches den Berührungssinn anspricht und dem Träger des Systems über Vibrationssignale Umgebungsinformationen übermittelt.

Die Informationsübertragung über einen Berührungsreiz eignet sich besonders für Blinde und Sehbehinderte, da bei den Betroffenen der Berührungs- oder Tastsinn bestens geschult ist und keine akustischen Signale das Gehör als wichtige Informationsquelle bei der Navigation stören.

Wie funktioniert das taktile Informationssystem?

Zunächst tastet ein 3D-Laserscanner in Echtzeit die Umgebung ab und erfasst mögliche Hindernisse. Diese 3D-Daten bilden die Grundlage für eine Erkennung potenzieller Gefahren und die Priorisierung von Informationen, die über Vibrationssignale an den Träger des Systems übermittelt werden. Die Vibrationsstärke, die Vibrationszeit und die Position der Vibrationssignalgeber am Körper geben Informationen über Richtung und Abstand zum Hindernis.

„Die ersten Tests waren bereits erfolgsversprechend“, sagt Prof. Dr. Knut Möller, Projektleiter des Forschungsvorhabens. „Natürlich muss sich der Träger des Systems erst an die neue Technik gewöhnen und die Signale richtig zu interpretieren lernen. Aber nach einer kurzen Lernphase erzielten alle Versuchspersonen bereits sehr viel bessere Ergebnisse.“ In den kommenden sechs Monaten zielen die Forschungsarbeiten auf die Entwicklung eines tastbaren Displays, welches zusätzliche Informationen für Blinde in Form einer Umgebungskarte enthält, die durch Abtasten erfasst werden können.

(cs mit Informationsmaterial der Hochschule Furtwangen, HFU via idw)

HCC Redaktion

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