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Psyche

Alkohol: Je später desto besser!?

Vor allem die Pubertät ist der Zeitraum, in dem der Konsum von Alkohol ein späteres Suchtverhalten am stärksten beeinflusst. Zu dieser Erkenntnis kommt das Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI). Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Alkoholprävention befasste sich näher mit den Studienergebnissen.

Bundesweit fast zwei Millionen Fehltage dank der „Volkskrankheit“ Alkoholismus

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BzGA: Alkoholismus ist eine „Volkskrankheit“ (Bild: günther gumhold / pixelio.de)

2012 litten fast zehn Millionen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren an einem ernsthaften Alkoholproblem. 1,3 Millionen von ihnen gelten als abhängig. In diesem Zusammenhang, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), ist es nicht übertrieben, wenn man Alkoholismus als „Volkskrankheit“ bezeichnet.

Fast zwei Millionen Fehltage

Aber nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Arbetgeber beziehungsweise die deutsche Volkswirtschaft leidet unter dieser Krankheit. Eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnete 235.765 alkoholbedingte Fehltage. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung entspricht dies 1,8 Millionen Ausfalltagen bundesweit.

Je später desto besser

Je früher Kinder und Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto riskanter ist ihr späteres Trinkverhalten. Da die Pubertät bei Mädchen früher einsetzt, als bei Jungen, ist die riskante Reifungsphase bei den Geschlechtern unterschiedlich und muss bei Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen entsprechend berücksichtigt werden.

„Die neuen Studienergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass ein Hinauszögern des Einstiegsalters beim Alkohol trinken ein wichtiges Präventionsziel bleiben muss”, so Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Aussagen Potts werden von Untersuchungsergebnissen der DAK-Gesundheit und des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung unterstützt. Diesen zufolge lag bei Jugendlichen mit leichtem Zugang zu Alkohol das Risiko für ein erstmaliges „Komasaufen“ um 26 Prozent höher als in einer Vergleichsgruppe, die nur schwer oder gar nicht an Alkohol gelangte.

(cs)

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