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Arbeitsplatzgestaltung

Bei trockener Raumluft im Büro hilft viel Flüssigkeit

Wer im Büro arbeitet, ist geschützt vor Regen, Wind und Wetter. Allerdings klagen viele Beschäftigte im Winter über trockene Schleimhäute an Mund oder Nase, gereizte Augen und raue Haut. Oftmals ist trockene Raumluft in den Arbeitsräumen dafür verantwortlich. Tipps, wie Sie als Arbeitnehmer trotzdem gesund und fit bleiben:

Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme – daher ist die Luft im Winter generell trockener als im Sommer. Starkes Heizen trocknet die Luft in Innenräumen weiter aus. Verstärkt wird dies durch Bürogeräte wie Kopierer und Laserdrucker, die über ihre Kühlung trockene, heiße Luft in die Büroräume blasen. “Das kann dazu führen, dass die relative Luftfeuchtigkeit, also der Sättigungsgrad der Luft mit Wasserdampf, auf unter 30 Prozent sinkt”, sagt Patricia Lück vom AOK-Bundesverband. Dadurch können gesundheitliche Probleme auftreten, etwa ein trockener Mund, eine trockene Nase oder Augenreizungen.

Die Selbstreinigung der Atemwege wird dann gestört, die Immunabwehr des Körpers geschwächt, die Haut spröde und rissig. Chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte können sich verschlechtern. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfiehlt daher für Büroräume im Winter eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Feuchter sollte die Luft nicht sein, da sich sonst an kalten Flächen Schimmel bilden kann.

Für eine gute Raumluft nur mäßig heizen

Doch Arbeitnehmer können etwas gegen trockene Raumluft tun. “Heizen Sie die Räume nur mäßig”, rät AOK-Expertin Lück. Klimafachleute der DGUV empfehlen während der Heizperiode eine Raumtemperatur von 22 Grad, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Temperatur zwischen 20 und 24 Grad. Die Fenster sollten Beschäftigte in den Wintermonaten nur kurz, dafür aber weit öffnen (Stoßlüftung). Dadurch gelangt weniger Feuchtigkeit an die Außenluft als bei ausgiebigem Lüften. Laut BAuA genügt es, pro Stunde etwa drei Minuten die Fenster zu öffnen.

Die Selbstreinigung ihrer Schleimhäute können Arbeitnehmer unterstützen, indem sie viel trinken. Etwa zwei Liter am Tag sollten es sein. Am besten sind Wasser sowie Früchte- oder Kräutertees. Empfehlenswert ist auch eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Die Haut benötigt im Winter ebenfalls eine besondere Pflege. Fettreiche Cremes für Hände und Gesicht beugen der Austrocknung vor und verhindern, dass die Haut rau wird. “Cremen Sie Ihre Hände jedes Mal nach dem Händewaschen ein”, empfiehlt BGF-Referentin Lück. Die Schleimhäute in der Nase kann man mit Nasenspülungen befeuchten.

Arbeitgeber informieren

Leiden Beschäftigte sehr unter dem trockenen Raumklima, sollten sie ihren Arbeitgeber darüber informieren. Dieser kann einen betrieblichen Arbeitsschutzexperten damit beauftragen, die relative Luftfeuchtigkeit zu messen und Maßnahmen gegen die trockene Luft vorzuschlagen. Werden die Räume über eine Klimaanlage beheizt, empfiehlt es sich, bei der Anlage die Luftbefeuchtung optimal einzustellen. Um Hygieneprobleme zu vermeiden, sollte die Klimaanlage regelmäßig gewartet werden.

Möglich ist es auch, mobile Luftbefeuchter aufzustellen. “Wichtig ist allerdings, solche Geräte hygienisch einwandfrei zu betreiben”, sagt Lück. Am besten sind Geräte mit dem Zertifikat “Optimierte Luftbefeuchtung” der Berufsgenossenschaft; Hersteller mit diesem Zertifikat haben den hygienischen und sicheren Betrieb ihrer Systeme nachgewiesen. Wassergefüllte Schalen, Springbrunnen oder Heizkörperverdunster erhöhen die Luftfeuchtigkeit dagegen nur wenig, außerdem können sie einen Nährboden für Bakterien und Schimmelpilze bilden.

Auch Pflanzen tragen zwar dazu bei, dass sich Beschäftigte im Büro wohlfühlen, die Luftfeuchtigkeit können sie aber nur wenig erhöhen. Am besten sind Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf, zum Beispiel Zyperngras. “Achten Sie darauf, dass nur gesunde Pflanzen aufgestellt werden und solche, die keine Allergien auslösen”, rät Lück. Büropflanzen benötigen intensive Pflege, damit sich in der Blumenerde keine Schimmelpilze vermehren.

Weitere Informationen bei der AOK

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