Diagnostizierung von Krebs mit Technologie

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Wer gesund lebt, nicht raucht, Sport macht, sich gut ernährt, der rechnet normalerweise nicht damit, an Krebs zu erkranken. Trotzdem passiert es manchmal. Erst wenn die ersten Symptome auftreten, gehen die Betroffenen zum Arzt – dann ist es aber manchmal zu spät. Deshalb ist eine frühe Krebsdiagnose so wichtig. Eine Gruppe aus Mikrobiologen, Statistikern und Ingenieuren entwickelt derzeit ein Gerät, das mit Hilfe einer Blutprobe in der Lage sein soll, Krebs schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen.

 

Vorsorgeuntersuchungen: teuer, schmerzhaft, belastend

Ab einem bestimmten Alter, meist ab 40 oder 50, je nach Krebsart, rät einem der Arzt, Vorsorgeuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Anspruch zu nehmen. Allerdings decken diese Vorsorgeuntersuchungen nur einen Teil der Krebsarten ab: Üblich sind sie für Prostatakrebs, Gebärmutterhals-, Eierstock- und Brustkrebs. Andere Krebsarten wie z.B. Leberkrebs werden nicht standardmäßig durch Vorsorgeuntersuchungen erfasst, da solche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung zum einen invasiv, zum anderen teuer sind.
Wenn Betroffene dann die ersten Symptome verspüren, gehen sie zwar zum Arzt – häufig ist es dann aber bereits zu spät, da der Krebs schon weit fortgeschritten ist. Wenn die Betroffenen zudem ein gesundes Leben geführt haben, liegt auch für den Arzt die Diagnostizierung von Krebs häufig fern, so dass es zahlreicher Untersuchungen bedarf, um die Ursache für die Symptome zu finden.

Diagnostizierung von Krebs mit Technologie

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Jorge Soto stellt das Tool zur Diagnostizierung von Krebs auf der TED-Konferenz vor. (Screenshot aus: Jorge Soto: The Future of Early Cancer Detection © TED / YouTube; Originalvideo unter https://www.youtube.com/watch?v=dm4fvbrMLPw)

Eine Gruppe aus Unternehmern und Wissenschaftlern um den mexikanischen Elektroingenieur Jorge Soto (im Video spricht er auf der TED-Konferenz) hat deshalb bestehende Forschungsergebnisse aus Medizin, Pharmazie, Biotechnologie, Mikrobiologie und IT zusammengetragen, um ein Gerät zu entwickeln, das mit Hilfe einer Blutprobe bereits erste Zellveränderungen identifizieren kann.
Das Gerät (genannt „Miriam“) identifiziert MikroRNA, also winzige Teile des Erbguts, die im Blut nachweisbar ist. Dort werden Zellveränderungen sichtbar. An Mäusen wurde so bereits erfolgreich Leberkrebs diagnostiziert. Zunächst soll das Gerät in der Pharmabranche getestet werden, die mit dessen Hilfe Medikamentenrückstände im Blut von Patienten identifizieren will. Mit Hilfe der so gesammelten Daten kann die Technologie dann weiterentwickelt werden.

Großes Potenzial

Einige Herausforderungen gilt es noch zu bewältigen, bevor die Diagnostizierung von Krebs mittels Technik marktfähig ist. Ingenieure arbeiten derzeit daran, die Anwendung so zu vereinfachen, dass sie von Personal auf der ganzen Welt ohne Schulung eingesetzt werden kann.
Zudem hat sich in Tests gezeigt, dass die MikroRNA sich auch verändert, wenn der Patient bestimmte Medikamente, z.B. Aspirin, eingenommen hat. Das Gerät kommt so mitunter zu falschen Ergebnissen. Deshalb muss an der Exaktheit der Diagnostizierung von Krebs noch gearbeitet werden. Wenn es jedoch gelingt, diese Probleme auszumerzen, könnte das einen Durchbruch in der Krebsfrüherkennung und damit für die Heilung von Krebs bedeuten.

(Quelle: Jorge Soto: The Future of Early Cancer Detection / TED Talks / YouTube)

HCC Redaktion

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