Die Bedeutung von Fotos im Web 2.0

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Täglich stellen die Deutschen rund 20 Millionen Fotos ins Netz, etwa drei Milliarden Fotos werden in Deutschland jeden Monat geschossen – und etwa 587 Millionen dieser Fotos sind über kurz oder lang im Internet zu finden. Unglaubliche Zahlen, wenn man bedenkt, dass noch vor 15 Jahren äußerst sparsam fotografiert wurde, da jeder Film teuer entwickelt werden musste. Doch nicht die digitale Fotografie allein sorgte für die Revolution in der Lichtbildwelt – auch das Web 2.0.

Von „Owling“ bis „Icing“

Web 2.0 – dieser Begriff geistert nun schon seit über zehn Jahren durch die Medienlandschaft. Generell beschreibt „Web 2.0“ nichts anderes, als die veränderte Nutzung des Internets. So werden heute im Internet nicht mehr nur reine Informationen von den Webseitenbetreibern zur Verfügung gestellt, sondern die User erhalten die Möglichkeit, mitzumachen, Dinge zu verändern, sich selbst im Internet zu präsentieren. Diese Entwicklung wird nicht nur durch den rasanten Anstieg von Nutzerzahlen in den sozialen Netzwerken deutlich, sondern auch an der Masse der Fotos, die täglich ins Internet gestellt werden.

Dabei teilen die User gern alles, was ihnen über den Weg läuft – vom appetitlich aussehendem Essen und dem niedlichen Kätzchen bis hin zum wunderschönen Sonnenuntergang. Aber vor allem werden Fotos mit Menschen im Vordergrund ins Netz gestellt. Es haben sich sogar regelrechte Trends entwickelt, wie so ein Foto auszusehen hat: „Selfie“ und „Duckface“ sind da beinahe schon Klassiker; ungewöhnlich wird es zum Beispiel mit „Planking“ – die fotografierte Person legt sich mit angelegten Armen und dem Gesicht zum Boden kerzengerade zwischen zwei Gegenstände – „Owling“ – die fotografierte Person imitiert eine Eule – oder „Icing“ – die fotografierte Person sitzt knapp bekleidet im Tiefschnee und tut Dinge, die man sonst nur im Sommer tun würde.

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Bild: © Oliver Foitzik / Screenshots von flickr, Instagram und pinterest

Flickr, Instagram, Pinterest und Co.

Diese neue Lust am Teilen von Fotos haben auch einige findige Webentwickler erkannt und Dienste wie Pinterest, Instagram, Flickr und Co. ins Leben gerufen. Bei diesen Plattformen handelt es sich größtenteils um ähnliche soziale Netzwerke wie Facebook und Google Plus, es wird allerdings ausschließlich Bild-Content publiziert. So wird zum Beispiel bei Pinterest vom User ein „Pin“, also ein Bild, an sein Board gepostet und dieser „Pin“ kann nun von anderen Usern geliked oder „repinnt“ werden. Laut einer Analyse wird Pinterest dabei zu 70 Prozent von Frauen genutzt; die Bildinhalte drehen sich hauptsächlich um Mode, Kochrezepte und Beautytipps.

Auch Instagram ist mit seinem Konzept unglaublich erfolgreich – dies erkannte 2013 auch Facebook und kaufte den Dienst mit seinen damals rund 30 Millionen Nutzern für eine Milliarde Dollar. Beliebt ist wohl vor allem der alte, quadratische Look der Instagram-Fotos und die Einfachheit, mit der Bilder aus der Smartphone-Foto-App bearbeitet und geteilt werden können.

Für Unternehmen ist besonders das Bildportal Flickr attraktiv. Schon seit einigen Jahren werden hier zum Beispiel Stream-Fotos der Mitarbeiter, der Büroräume oder des Firmenalltags publiziert – ein solches Flickr-Profil finden Sie zum Beispiel hier. Ein großer Umbau des Yahoo-Dienstes soll Flickr noch benutzerfreundlicher machen – so steht jedem Benutzer nun ein Gratiskonto mit einem Terabyte Speicherplatz zur Verfügung.

Aufmerksamkeit steigern durch „Picture-Marketing“

Während Privatpersonen ihre Bilder laut diverser Studien eher teilen, um Aufmerksamkeit zu bekommen und eine Reaktion von Freunden und Bekannten zu erhalten, kann für Unternehmen das Teilen von Fotos ein schlauer Schachzug der Marketingabteilung sein. Das „Picture-Marketing“ bedeutet nämlich einen geringen Kostenaufwand bei einer enormen Reichweite – auch in den Suchmaschinen.

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