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Geographie & Gesundheit: Sag mir wo du lebst….

… und ich sag dir deine Krankheiten. Tatsächlich fließt in die Diagnose ebenso wie in die Entscheidung darüber, welche Therapien für eine Erkrankung ergriffen werden, die Geographie kaum oder gar nicht mit ein. Der Gesundheitszustand wird in Fragebögen beim Arzt meist lediglich über den Lebensstil erklärt. Und so sind es auch meist Lebensstil-Veränderungen, die die Therapie unterstützen. Dabei hat die Geographie großen Einfluss auf unseren Gesundheitszustand.

 

(Quelle: TED / YouTube)

Lebensstil ist nur ein Faktor

Ob wir uns gesund ernähren, Sport treiben, ausreichend entspannen oder ob wir hohen psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt sind oder rauchen beeinflusst unseren Gesundheitszustand maßgeblich. Diese Lebensstilfaktoren, wie sie auch genannt werden, sind die ersten Ansatzpunkte, um eine medikamentöse Therapie zu unterstützen.
Meist werden, wenn es um die Gesundheit geht, drei Faktoren genannt, die den Gesundheitszustand beeinflussen: Gene, Lebensstil und Geographie. Während man die Gene (noch?) nicht verändern kann, wird die Geographie bei Diagnose und Therapie weitgehend vernachlässigt.

 

Screenshot, Herzinfarkte USA, Geographie

Die geographische Verteilung von Herzinfarkten in den USA. Screenshot aus: Bill Davenhall: Your health depends on where you live (© TED / YouTube; Originalvideo unter https://www.youtube.com/watch?v=62cNtvx6P8E)

Geographie – ein unterschätzter Einflussfaktor

Wo wir leben, bestimmt maßgeblich, wie gesund wir sind. Man denke nur an hochgradig verseuchte Gebiete wie Tschernobyl, Fukushima oder Seveso, wo die Krebsraten in die Höhe schnellten. Doch es muss gar kein Super-GAU sein, der die Gesundheit tausender Menschen ruiniert.
Jeder Ort ist unterschiedlichen Schadstoffen ausgesetzt, denen wir nicht entkommen können. Über das Trinkwasser oder die Atemluft nehmen wir sie in unseren Organismus auf, wo sie zu Krebs, Herz-Kreislauf-, Atemwegs- oder anderen Erkrankungen führen. Industrielle Produktion, Landwirtschaft und Verkehr verursachen Schadstoffe. Bestimmte geographische Gegebenheiten – wie z.B. Höhenlagen oder Lagen in Tälern haben Einfluss auf die Luftqualität und die Schadstoffkonzentration. Die Geographie ist deshalb ein entscheidender Einflussfaktor, wenn es darum geht, wie gesund wir sind. Dennoch: Weder Ärzte noch Wissenschaftler haben bislang bei Patienten konsequent deren Lebensorte erfasst – wo sie wohnen, wo sie arbeiten.

Erfassen von Daten über Geographie bietet Chancen

Wenn kontinuierlich erfasst würde, wo Patienten in ihrem bisherigen Leben gewohnt und gearbeitet haben, hätte die Forschung eine Vielzahl von Daten zur Verfügung, mit denen sie Therapiemöglichkeiten entwickeln und die Auswirkungen der Schadstoffbelastung erforschen könnte. Im zweiten Schritt wären diese Daten dann für die Ärzte bei der Therapie nutzbar.
Bürger und Patienten würden ein Stück Entscheidungsfreiheit gewinnen: Sie könnten selbst darüber entscheiden, ob sie an Orten wohnen und/oder arbeiten möchten, wo Böden und Trinkwasser kontaminiert sind – oder ob sie beispielsweise mit ihren Arbeitgebern bestimmte Alternativmodelle aushandeln möchten.

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