Gesundheitswesen: Mit E-Recruiting gegen den Fachkräftemangel?

Innovationen innerhalb der Gesundheitsbranche verbessern zusehends die Qualität der Vorsorge. Erfreuliche Nebenwirkung: eine gesteigerte Lebenserwartung der Deutschen. Diese stellt das hiesige Gesundheitssystem jedoch vor gewaltige Herausforderungen. Vor allem die Suche nach geeigneten Bewerbern gestaltet sich zunehmend als schwierig. Könnte E- beziehungsweise Online-Recruiting ein Ausweg sein?

Fachkräftemangel: acht von zehn Krankenhäusern melden Stellenbesetzungsprobleme

Bewerbung, Stellensuche, Stellenanzeige
E-Recruiting: sowohl für Bewerber als auch Arbeitgeber verliert Print zunehmend an Bedeutung (Bild: Thorben Wengert / pixelio.de).

So beklagen fast 80 Prozent der deutschen Krankenhäuser, dass sie bereits jetzt nicht genügend gut qualifizierte Fachkräfte im medizinischen Bereich finden. So das zentrale Ergebnis der Roland Berger-Studie „Fachkräftemangel im Gesundheitswesen“.  Die an der Studie beteiligten Autoren gehen davon aus, dass der Fachkräftemangel bis 2015 auf zirka 15 Prozent steigen wird. Dies entspricht rund 175.000 Stellen im Medizin- und Pflegebereich, die unbesetzt bleiben könnten.

Neue Personalstrukturen angemahnt

Den Hauptgrund für diese Entwicklung sehen die Autoren vor allem im demografischen Wandel. So werden dei Deutschen im Schnitt nicht nur älter. Darüber hinaus sinkt, aufgrund von Geburtenrückgängen, ihre Anzahl. Mit der Alterung verändern sich die Krankheitsbilder der Patienten und ihre Pflegebedürfnisse steigen. So gehen die Gesundheitsexperten davon aus, dass sich die Anzahl der Alzheimererkrankungen zwischen 2000 und 2030 verdoppeln wird.

Zudem wird eine größere Anzahl von Menschen an Multimorbidität, das heißt zeitgleich unter mehreren Krankheiten leiden. Entsprechend wird der Pflegebedarf in Deutschland bis 2030 um fast ein Drittel (30 Prozent) zunehmen. „Kliniken und Krankenhäuser sollten sich auf diesen Trend schnell einstellen – sowohl mit dem passenden Leistungsangebot als auch mit entsprechenden Personalstrukturen, die die Ärzte administrativ entlasten“, so Zun-Gon Kim, Mitautor der Studie.

E-Recruiting wird immer wichtiger

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen wird, neben MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und Logistik, vor allem im Gesundheitswesen der Bedarf an qualifizierten Fachkräften enorm steigen. Aus diesem Grund wird es für Arbeitgeber wichtig, geeignetes Personal möglichst frühzeitig an sich zu binden. Das beginnt bereits bei der Suche, die äußerst effizient gestaltet sein will.

Ein Instrument, welches dies bezüglich zunehmend an Bedeutung gewinnt, stellt das sogenannte E-Recruiting, die Unterstützung der Personalbeschaffung und Verwaltung der in Frage kommenden Bewerber durch den Einsatz elektronischer Medien und Personalsysteme, dar. Auf der einen Seite suchen immer mehr Bewerber für sie geeignete Stellen online. Jobbörsen rangieren dabei, hinter der klassischen Zeitungsannonce (57 Prozent) und Internet-Suchmaschinen (49 Prozent), mit 48 Prozent bereits auf den dritten Platz. Das ergab eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage der Manpower Group.


Auf der anderen Seite dominiert bei vielen Arbeitgebern mittlerweile das Online-Recruiting die Personalbeschaffung. So werden einer weiteren Studie zufolge, 87 Prozent der offenen Stellen auf der eigenen Unternehmenswebsite veröffentlicht. 61 Prozent werden via Internet-Stellenbörsen verbreitet. Der klassische Print dagegen kommt nur noch auf einen Anteil von 20 Prozent.

Fazit: Online- beziehungsweise E-Recruiting ist sicherlich nicht das Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel, jedoch wird effiziente Personalbeschaffung ein Wettbewerbsfaktor, der zunehmend an Bedeutung gewinnen wird.

HCC Redaktion

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