Die Grenzen der Geruchsbelästigung

Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung untersucht die individuellen Unterschiede der Geruchswahrnehmung und ihre Bedeutung für die Festsetzung der Grenzwerte chemischer Arbeitsstoffe.

Geruchsbelästigung: Wo soll man die Grenze ziehen?

Gerüche sind an jedem Arbeitsplatz vorhanden. Sie werden von flüchtigen Chemikalien verursacht, die wir mit der Luft einatmen. Einige davon wirken reizend, wie Ammoniak in der Landwirtschaft oder Lösungsmittel im Handwerk. Und das wird auch vom Gesetzgeber als Problem angesehen. Deshalb sollen die Grenzwerte für chemische Arbeitsstoffe Belästigungen durch sensorische Irritationen und intensive oder ekelerregende Geruchswahrnehmungen berücksichtigen und vermeiden.

Aber wo soll man dann die Grenze ziehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Neurotoxikologie und Chemosensorik“ unter der Leitung von Christoph van Thriel. Sie führt Experimente in einem Expositionslabor durch, in denen die Wirkungen chemischer Arbeitsstoffe auf den Menschen untersucht werden.

Interindividuelle Unterschiede zu berücksichtigen

Aktuelle Ergebnisse der Arbeitsgruppe zu arbeitsrelevanten Reizstoffen bestätigen, dass bei Geruchsbelästigungen große interindividuelle Unterschiede zu berücksichtigen sind. Frauen reagieren gemeinhin sensibler auf unangenehme Gerüche als Männer. Junge Menschen sind sensibler als Ältere. Und als besonders wenig sensibel sind diejenigen bekannt, die den Geruch verursachen, der Handwerker beim Umgang mit seinen Lösungsmitteln oder der Bauer beim Umgang mit seiner Gülle.

Mit diesen individuellen Unterschieden lässt sich auch erklären, warum im Alltag ein und dieselbe Geruchsbelastung zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen und Befürchtungen führt – die dann teilweise in recht hitzig geführten öffentlichen Diskussionen oder Gerichtsverfahren münden.

(Leibniz-Institut für Arbeitsforschung)

HCC Redaktion

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