Ethik oder Profitgier – Welcher Führungsstil ist der richtige?

Wenn ein Vorgesetzter an seinen Führungsstil ethische Maßstäbe setzt, wirkt sich das nicht immer positiv auf die Mitarbeiter auf. Oft ist gar das Gegenteil der Fall. Warum dem so ist und wie man es als Führungskraft besser machen kann, daran haben Wissenschaftler der Michigan State University geforscht.

Ethik ist für den Menschen immer ein entscheidender Faktor

Das Streben nach Sinn im Leben und Tun war schon immer primäre Motivationskraft der Menschen. Davon war der österreichische Psychiater Viktor Frankl und Begründer der Logotherapie (griech. Logos: Sinn, Gehalt) überzeugt. Sinn im Tun erfährt man als Arbeitnehmer nur, wenn man gegen die an sich selbst gesetzten ethischen Grenzen nicht verstößt. Mehr darüber erfahren Sie hier auf dem HCC-Magazin im Beitrag Sinn stiften – fünf Thesen. Demzufolge ist für den Menschen Ethik immer ein entscheidender Faktor. Das trifft auch auf Entscheidungen der Vorgesetzten zu.

Mentale Erschöpfung durch ethisches Verhalten

Dies ist allerdings für Arbeitnehmer nicht immer ein Vorteil. Denn wenn Führungskräfte „das Richtige“ tun, anstatt einfach das, was am meisten Profit verspricht, hat das oft seinen Preis, betont Russell Johnson, Management-Professor an der Michigan State, gegenüber der europäischen Nachrichtenagentur pressetext.com: „Sie werden am nächsten Tag eher ausfällig gegenüber Untergebenen“. Das umfasst Verspotten und Beleidigungen ebenso wie Mitarbeiter mit Schweigen zu strafen oder auf alten Fehlern herumzureiten. Das hat die Studie gezeigt, für die Johnsons Team 172 Supervisoren in verschiedenen Sektoren von Handel bis Gesundheitswesen beobachtet hat. Eine Erklärung für dieses Phänomen haben die Wissenschaftler ebenfalls parat. Ethisches Verhalten führt oft zu mentaler Erschöpfung. Als Kosequenz stellt die Führungskraft sich selbst einen moralischen Freibrief aus.

Ethisches Führungsverhalten einfordern statt erwarten

Dem können Manager und Unternehmen allerdings ganz leicht entgegenwirken. Führungskräfte müssen regelmäßig Pausen machen, ausreichend Schlaf bekommen und außerhalb des Büros von der Arbeit abschalten, um mentaler Erschöpfung vorzubeugen. Unternehmen müssen ethisches Verhalten vorschreiben: „Es fällt Menschen schwerer, das Gefühl zu entwickeln, sie hätten etwas gut, wenn sie etwas Verpflichtendes machen“, erklärt Johnson. Führungskräfte, von denen Ethik als Maßstab für ihre Entscheidungen erwartet wird, geben sich also nicht so leicht selbst einen moralischen Freibrief für schlechtes Benehmen gegenüber Untergebenen.

Mit Text- und Informationsmaterial von pressetext.com/ pte20160217001

HCC Redaktion

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