Google+
Empfehlung / Management / Psyche

Manager zwischen Alkohol und Gesundheitswahn?

Die Untersuchungen zum Thema Konsum von Alkohol und Medikamenten unter Führungskräften führen zu zwiespältigen Ergebnissen: Zum einen scheinen sich „Menschen, die es geschafft haben“ aufgrund ihres Bildungsstands durchaus bewusst zu sein, wie wichtig Bewegung und gesunde Ernährung ist. Zudem erlauben ihre Einkommensverhältnisse, hochwertige Nahrungsmittel zu erwerben. Andererseits neigen Führungskräfte mit einem hohen Arbeitspensum eher dazu, zu Aufputschmittel zu greifen beziehungsweise vergleichsweise viel Alkohol zu trinken, um „wieder runter zu kommen“. Woran liegt das?

Arbeitest du noch, oder trinkst du schon?

Sinn stiften, Sinnlos, Alkohol, Depressionen, Burnout

Der Griff zum Alkohol. Gerade unter Mitarbeitern mit hohem Arbeitspensum neigen dazu. (Bild: Austin Ban / unsplash.com)

Deutschland unter Stress – jeder dritte Berufstätige fühlt sich ausgebrannt. Das bleibt nicht ohne Folgen. Denn um mit Stress in Beruf und Alltag fertig zu werden, greifen viele zur Flasche. Das zeigen auch Ergebnisse der Studie „Long working hours are linked to risky alcohol consumption“, veröffentlicht im British Medical Journal (BMJ), die sich auf die im Titel – zugegeben arg zugespitzte – genannte Formel zusammenfassen lasssen. In dieser werteten 44 Wissenschaftler sowohl veröffentlichte als auch unveröffentlichte Daten aus 61 Studien mit insgesamt 333.693 Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern aus. Das zentrale Ergebnis: Menschen, die ein hohes Arbeitspensum aufweisen, sehen im Alkohol ein probates Mittel, um den Ärger im Job hinter sich zu lassen.

Dem Druck dank Alkohol und Medikamenten standhalten

Eine weitere Erklärung, warum gerade Führungskräfte so oft zur Flasche greifen, hat Suchtcoach Hans R. Hoffmann: „[…], gerade erfolgreiche Menschen sind im Alltag stets und ständig unter Druck und damit einer ständigen Suchtgefahr ausgesetzt“, so der Experte gegenüber der europäischen Nachrichtenagentur pressetext.com. Typische Beispiele sind für Hoffmann der Drink nach einem harten Meeting oder das Beruhigungsmittel vor einem wichtigen Vortrag. Wobei laut dem Suchtcoach einmaliges Tun kein Problem darstellt, aber wenn der Griff zur Flasche zur Gewohnheit wird, wird es schwierig, alleine aus diesem Teufelskreislauf wieder herauszukommen.

Ein weiteres Mittel, um den steigenden Druck in der Arbeitswelt Herr zu werden, scheinen viele in Aufputschmitteln und anderen Medikamenten zu sehen. Näheres dazu im unseren Beitrag Doping im Job nimmt zu – 5 Fragen, 5 Antworten hier auf dem HCC-Magazin.

Großteil der Führungskräfte achten auf gesunde Lebensweise

Damit man es jetzt nicht falsch versteht: Nicht jede Führungskraft ist automatisch ein Süchtiger. Die meisten Studien zu diesem Thema schließen auch Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung mit ein. Zudem gibt es auch Untersuchungen, die zu gegenteiligen Schlussfolgerungen gelangen. Beispielsweise hat die Max Grundig Klinik 1.000 Führungskräfte zu ihrer Lebensweise befragt. Bemerkenswertes Ergebnis der Studie: Mit 64 Prozent der befragten Führungskräfte treiben fast zwei Drittel regelmäßig
Sport. „Dies ist ein bemerkenswert hoher Wert, der interessanterweise auch bei älteren Managern nicht wirklich abnimmt“, kommentiert Prof. Dr. Curt Diehm, ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik, die Studienergebnisse. Zudem gaben 61 Prozent an, häufiger und regelmäßiger als früher auf Fleisch zu verzichten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*