Mit dem Fahrrad zur Arbeit: Gesund durch den Alltag

Mann mit dem Fahrrad zur Arbeit

Mit dem Fahrrad zur Arbeit oder eher mit dem Auto? Wer bei der Arbeit eine sitzende Tätigkeit ausübt und den Hin- sowie Rückweg mit dem Auto bewältigt, der wird das lange Sitzen mit hoher Wahrscheinlichkeit bald im Rücken spüren. Viele Menschen klagen über Probleme mit der Bandscheibe aufgrund von mangelnder Bewegung. Auch die Konzentrationsfähigkeit lässt nach einem langen Arbeitstag im Sitzen schnell nach. Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und sich wortwörtlich „frischen Wind um die Ohren wehen zu lassen“, kann zumindest ein bisschen Abhilfe schaffen – und hat außerdem viele weitere Vorteile.

Das Auto als beliebtestes Verkehrsmittel

Um zur Arbeit zu fahren, müssen mehr als dreiviertel der Deutschen einen längeren Arbeitsweg in Kauf nehmen. Die Hälfte der Pendler plant täglich jeweils eine halbe Stunde pro Strecke ein. 65 % der Deutschen nutzten im Jahr 2018 für den Arbeitsweg das Auto.

Das führt nicht nur zu überfüllten Straßen, sondern auch zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen aufgrund von laufenden Motoren. Nur 23 % der Deutschen nutzten das Fahrrad für den Arbeitsweg.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu gelangen, hat jedoch nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt. Es bringt auch viele gesundheitliche Vorteile mit sich. In diesem Ratgeber finden Sie vier gute Gründe, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit – vier gute Gründe

1. Radfahren ist gesund

Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, hält fit und gesund. Die kalte Morgenluft auf der Strecke kurbelt den müden Kreislauf an und wirkt sich positiv auf die Durchblutung aus. Studien zeigen, dass Radfahrer im Durchschnitt seltener krank werden als Menschen, die wenig bis kein Fahrrad fahren.

Vor allem wenn Arbeitnehmer sitzende Tätigkeiten ausführen, kann der Hin- und Rückweg mit dem Fahrrad für eine willkommene Abwechslung sorgen. Außerdem wird die Muskulatur gestärkt, was Rückenschmerzen vorbeugen kann. Auch für Menschen mit Gelenkbeschwerden ist Fahrradfahren ideal, da die Gelenke durch die kreisförmigen Bewegungen geschützt werden.

Zu guter Letzt verbessert Radfahren die Koordination sowie Aufmerksamkeit, was Arbeitnehmern vor allem an stressigen Arbeitstagen zugutekommt. Zudem sorgt es für die Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin. Auch der Stress auf dem Arbeitsweg wird reduziert, da Radfahrer sich nicht über verpasste Bahnen oder ein hohes Verkehrsaufkommen aufregen müssen.

Zusammenfassend ist Radfahren also aus folgenden Gründen gut für die Gesundheit. Es

  • fördert die Durchblutung und kurbelt den Kreislauf an
  • schont Gelenke und Rücken
  • verbessert Koordination und Aufmerksamkeit
  • schüttet Endorphine und Serotonin aus.

Diese Gründe sollten für sich sprechen, um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren.

Da Radfahren so gesund ist, gibt es jedes Jahr bundesweit die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ der AOK und des ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V.). Das Ziel ist es, dass mehr Pendler auf das Fahrrad oder gegebenenfalls auf das Pedelec umsteigen, um den Arbeitsweg aktiver zu gestalten und der Gesundheit etwas Gutes zu tun.

2. Mit dem Fahrrad zur Arbeit ist günstig

Da das Fahrrad im Gegensatz zu einem Auto nicht getankt oder versichert werden muss, ist es ein kostengünstiges Fortbewegungsmittel. Moderne Räder, E-Bikes oder Pedelecs sind zwar in der Anschaffung teuer, jedoch immer noch günstiger als die laufenden Kosten eines Autos.

Wer einen weiteren Arbeitsweg hat und kein (gutes) Fahrrad besitzt, für den könnte das E-Bike-Leasing interessant sein. Das Leasing eines E-Bikes ist genau wie das eines Dienstwagens eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Es gibt zwar Rahmenbedingungen und eine private Nutzung des Dienstrades muss separat versteuert werden, trotzdem ist E-Bike Leasing über den Arbeitgeber nicht sehr kompliziert. E-Bike-Leasing hat sogar den Vorteil, dass Arbeitnehmern Steuervorteile zugutekommen, da die Raten vor der Versteuerung des Gehalts gezahlt werden.

Wenn Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, schonen Sie am Ende auch Ihren Geldbeutel.

3. Radfahren schützt die Umwelt

Ein Rad stößt im Gegensatz zum Auto keine Treibhausgasemissionen aus. Laut dem Europäischen Parlament sind Pkw im Verkehr für den Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Die CO2-Emissionen erhöhen den Treibhauseffekt und tragen damit zum Klimawandel bei.

Auto-Abgase sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern reizen auch die menschlichen Atemwege und Augen. Radfahren hingegen produziert keine Emissionen und auch keinen Lärm. Darüber hinaus können Sie während der Radtour die Umwelt viel bewusster wahrnehmen.

Sie tun also etwas Gutes für die Umwelt, wenn Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

4. Radfahrer sind flexibel

Da Fahrradfahrer nicht auf Busfahrpläne angewiesen sind oder sich überlegen müssen, ob sie vor oder nach dem Berufsverkehr losfahren wollen, können sie flexibel zur Arbeit fahren. Darüber hinaus können Radfahrer oft Abkürzungen nehmen und Radwege fahren, die für Autos nicht befahrbar sind.

In der Mittagspause können Sie kurz zum Bäcker nebenan fahren und nach Feierabend müssen Sie nicht auf den Bus warten. Im Gegensatz zu Autofahrern findet man mit dem Drahtesel zudem oft schneller einen Stellplatz.

Sie sind einfach flexibler, wenn Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Mit der richtigen Ausrüstung sicher zur Arbeit fahren

Entscheiden Sie sich dafür, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, dann ist die richtige Ausrüstung essenziell für Ihre Gesundheit und Sicherheit. Das Fahrrad muss zuerst einmal verkehrssicher sein. Das Licht sollte funktionieren und es müssen genügend Reflektoren angebracht sein.

So beugen Sie Unfällen bestmöglich vor, die in den frühen Morgenstunden in der Dunkelheit auf dem Weg zur Arbeit passieren können. Auch an der Kleidung können Sie Reflektoren anbringen.

Die Kleidung selbst sollte wetterfest und atmungsaktiv sein, damit Sie frisch in den Arbeitsalltag starten können und sich nicht erkälten. Alternativ können Sie sich Wechselkleidung mitnehmen und bei der Arbeit anziehen. Hosenklammern sorgen dafür, dass die Hose nicht in die Kette gerät. Das schützt vor Kettenöl in der Kleidung und das Verheddern des Stoffs in der Kette. 

Radfahren hat viele Vorteile – sei es privat in der Freizeit oder wenn Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Probieren Sie es einfach aus.

Cover-Bild: © Halfpoint | stock.adobe.com

HCC Redaktion

... schreibt über alle möglichen Themen rund um Mitarbeitergesundheit und Personal. Wichtige Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsplatzgestaltung, Psyche, Ernährung, Bewegung und weiteren Einflussfaktoren nachhaltiger Gesundheitsprävention. Neben Fachartikeln und Tipps & Tricks-Beiträgen werden Interviews mit einschlägigen Persönlichkeiten zu BGM, BGF und mehr veröffentlicht.

Empfohlene Artikel