Google+
Empfehlung / Management / Tipps & Tricks

(Kein) Alkohol am Arbeitsplatz 1: Tipps für Vorgesetzte

Alkohol am Arbeitsplatz? Gibt es bei uns nicht! In vielen Unternehmen ist der missbräuchliche Konsum alkoholhaltiger Getränke immer noch ein Tabu-Thema. Dabei hilft ein souveräner Umgang damit allen Beteiligten. Der Alkoholabhängige erfährt in seinem beruflichen Umfeld Unterstützung und der Betrieb hält eine qualifizierte Fachkraft. Zum Start unserer dreiteiligen Reihe (kein) Alkohol am Arbeitsplatz zeigen wir Führungskräfte mögliche Vorgehensweisen auf, wie sie ihren Angestellten helfen können.

Alkohol am Arbeitsplatz kostet uns Milliarden

Die Zahlen sind alamierend. Laut BzgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, fehlen Alkoholkranke 16 mal häufiger als ihre Kollegen, sind 2,5 mal häufiger krank geschrieben und verursachen 3,5 mal häufiger Arbeitsunfälle. Das alles verursacht Krankheitskosten in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Verkauf von Alkohol brachte dem deutschen Staat 2012 Einnahmen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Alkohol und Stress: Ursache statt Lösung

Alkohol am Arbeitsplatz

Mit einem Bierchen am Feierabend fängt für viele das Thema Alkohol am Arbeitsplatz an. (Bild: Taylor Davidson / unsplash.com)

Von der Putzkraft bis zum Manager, Stress kennt keine beruflichen Hierarchien. Je nach individuell unterschiedlicher Belastungsfähigkeit kompensiert der eine oder andere psychisch belastende Situationen mit einem Griff zur Flasche. Konflikttrinker beispielsweise bauen mit Alkohol Hemmungen ab, versetzen sich in eine bessere Stimmung oder benutzen Alkohol für ihr persönliches Krisenmanagement.*

Besonders schwer haben es Führungskräfte, die in ihrem Betrieb eine so genannte Sandwichposition einnehmen. Einerseits tragen sie Verantwortung für ihnen unterstellte Mitarbeiter, andererseits haben sie gegenüber eigenen Vorgesetzten Rechenschaft abzulegen. „[…] ständig unter Druck und damit einer ständigen Suchtgefahr ausgesetzt […]“, so Suchtcoach Hans R. Hoffmann. Mehr dazu können Sie in unserem Beitrag Manager zwischen Alkohol und Gesundheitswahn hier auf dem HCC-Magazin nachlesen. Führungskräfte begegnet das Thema Alkohol am Arbeitsplatz nicht nur, wenn sie selbst von der Sucht betroffen sind. Sie müssen sich auch dann damit auseinandersetzen, sobald ein Mitarbeiter Anzeichen von Alokoholabhängigkeit zeigt. Im Folgenden en paar Hinweise, wie Sie Angestellten den Weg raus aus der Sucht ebnen.

Präventionsmaßnahmen einleiten und umsetzen

Am besten ist es, sich als Führungskraft klar zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz zu positionieren. Je nach Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen können Alkoholverbote in Arbeitsverträgen, Betriebsvereinbarungen oder Arbeitsanweisungen Sinn machen. Wo dies nicht der Fall ist, sollten in unregelmäßigen Abständen Informationsgespräche geführt und Konsequenzen für das Arbeitsklima, die Arbeitsleistungen und den Arbeitsschutz aufgezeigt werden. Bestehen Sie auf das Alkoholverbot und weisen sie bei Verstoß Mitarbeiter zurecht.

Probleme nicht vertagen, sondern ansprechen

Sollten Sie bei einem Ihrer Angestellten Anzeichen von Alkoholmissbrauch feststellen, vertagen Sie das Problem nicht. Sprechen Sie das Thema konkret an. Zeigen Sie dabei Ihre Sorgen um den Betroffenen zum Ausdruck.

  • Konfrontieren Sie Ihn mit Beobachtungen (Alkoholfahne, Zittern, unkonzentriertes Arbeiten)
  • Veranschulichen Sie im die Folgen von Alkoholkonsum (fehlende Leistung, Unzuverlässigkeit, Fehlverhalten Kollegen und Kunden gegenüber)

Wichtig dabei: Verurteilen Sie nicht! Aber lassen Sie sich auch auf keinen Fall auf irgendwelche Versprechungen ein. Verlangen Sie vom Betroffenen klare Maßnahmen inklusive Zeitvorgaben. Zum Beispiel, dass er innerhalb eines Vierteljahres Kontakt mit einer Suchtberatungsstelle aufnehmen muss. Sollten Sie nach diesem, von Ihnen festgelgten Zeitraum keine Veränderung feststellen, suchen Sie Ihren Betriebsrat und Betriebsarzt auf. Zusammen mit diesen fordern Sie Ihren Mitarbeiter zu einem weiteren Gespräch auf. Weisen Sie in diesem auf einen möglichen Arbeitsplatzverlust hin. Zeigen Sie im dabei, dass Sie ihm beim Vorhaben, trocken zu werden unterstützen. Etwa durch das Mitorganisieren eines Platzes in einer Entziehungsklinik.

Lesen Sie am Donnerstag, den 28.04.2016: (Kein) Alkohol am Arbeitsplatz (2): Tipps für Kollegen

* Vgl.: Deutschen Angestellten-Krankenkasse, DAK (Hrsg.): „Alkohol und Medikamente am Arbeitsplatz. Informationen für Führungskräfte und Multiplikatoren“, S. 11.

3 Kommentare

  1. Pingback: Sieben Tipps für reine Haut – Human Capital Care

  2. Pingback: (Kein) Alkohol am Arbeitsplatz: Tipps für Betroffene

  3. Pingback: Ein Bier zur Mittagszeit? Für die meisten Deutschen kein Thema!

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*