Pflegende arbeiten bislang häufig in ungünstigen Körperhaltungen. Dabei ist das Entlastungspotenzial durch aufrechteres Arbeiten bei der Grundpflege hoch, wie eine aktuelle Studie, welche die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zusammen mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt hat, nochmals bestätigt.
Zusammenhang von Arbeitshöhe, Körperhaltung und Anstrengung erforscht
Die Forscher der BGW und des UKE untersuchten den Einfluss der Arbeitshöhe auf die Rückenhaltung und auf die körperliche Belastung bei Grundpflegetätigkeiten wie dem Waschen und Anziehen oder dem Wechseln des Bettlakens. In einer Laborstudie beobachteten sie zwölf Altenpflegekräfte, die entsprechende Aufgaben am Pflegebett und im Badezimmer auf jeweils drei Arbeitshöhen ausführten. Dabei wurden die Oberkörperneigungen mit einem speziellen System zur computer-unterstützten Erfassung und Langzeitanalyse von Muskel-Skelett-Belastungen (kurz: CUELA) gemessen. Zudem gaben die Probanden an, wie anstrengend sie die Tätigkeiten jeweils fanden.
Fazit: Möglichst aufrecht arbeiten
„Die Messungen haben ergeben, dass die Studienteilnehmer mit steigender Betthöhe länger in aufrechter Haltung arbeiteten“, berichtet Sonja Freitag von der BGW. Das heißt, Pflegende, de bei der Grundpflege am Bett und im Badezimmer auf die richtige Arbeitshöhe achten, können ihren Rücken deutlich entlasten.
„Dabei zeigte sich, dass das Hochstellen des Bettes von Knie- auf Oberschenkelhöhe nur die starken Oberkörperneigungen erheblich reduzierte. Erst wenn das Bett auf Leistenhöhe hochgestellt wurde, arbeiteten die Probanden deutlich länger in aufrechter Körperhaltung“, so Freitag weiter. Je größer der Zeitanteil in aufrechter Haltung war, desto geringer fanden die Probanden die körperliche Anstrengung.