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Empfehlung / Management

Vertrauen im Unternehmen etablieren

Schon seit Längerem ist Unternehmenskultur Erfolgsfaktor statt „Sozial-Gedöns“. Kein Wunder also, dass Topmanager und Berater Patrick Cowden bereits vor zwei Jahren Unternehmen zu einer radikalen Änderung der Führungskultur aufforderte. „Neustart“ – Vertrauen statt Kontrolle, Mensch statt Zahl, so sollten die neuen Maximen der Arbeitgeber lauten. Wie weit ist es in Deutschland mit der Vertrauenskultur und wie können Führungskräfte Vertrauen in ihrem Unternehmen etablieren? Antworten auf diese Fragen in unserem folgenden Kompaktüberblick.

Deutsche Unternehmen liegen im Mittelfeld

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Oben eingefügte Infografik zeigt den Anteil der Personen, die der Firma, in der sie arbeiten, vertrauen. (Quelle: edelman.com / de.statista.com / CC BY-ND 3.0)

Als Datenbasis für die Infografik dient der Trust Barometer von Edelmann. Demzufolge vertrauen 62 Prozent der Deutschen dem Unternehmen, in dem sie angestellt sind. Damit liegt Deutschland weltweit im Mittelfeld. Generell scheinen nordamerikanisch, europäische und ostasiatische Arbeitnehmer misstrauischer zu sein. Während in den Vereinigten Staaten, Kanada, Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich ähnliche Werte verzeichnet werden, wie in Deutschland und in Schweden und Frankreich sogar noch niedrigere, sind die Vertrauenswerte in Südamerika, Indien und China deutlich höher. In Südkorea und vor allem Japan ist das Vertrauen gegenüber er Wirtschaft aber ebenfalls nicht besonders ausgeprägt.

Vertrauen gegenüber Angestellten aufbauen – so geht’s

Der Mangel an Vertrauen in diesen Regionen könnte auch mit den Datenschutz-Skandalen der vergangenen Jahre zusammenhängen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des mit den Skandalen verbundenen Imageverlustes fragen sich immer mehr Unternehmer: Wie schaffen wir es eine Vertrauenskultur in unserem Betrieb zu etablieren? Vertrauen hat auch entscheidende Wettbewerbsvorteile:

  • Arbeitnehmer, die ihrem Arbeitgeber vertrauen, sind physisch und psychisch stabiler.
  • Vertrauen reduziert den Verwaltungsaufwand.
  • Vertrauen ist ein Marketingvorteil.

Letzteres trifft sowohl auf das Werben um (Neu-)Kunden als auch um Fachkräfte zu. Verbraucher sind immer öfter bereit, für ein ethisch einwandfrei hergestelltes Gut auch einen entsprechenden Preis zu bezahlen und wer möchte als Mitarbeiter sagen, dass er für ein Unternehmen aktiv ist, dem noch nicht einmal er selbst vertrauen würde? Aus diesem Grund hier ein paar Tipps & Tricks, wie Sie Vertrauen aufbauen.

Tipp 1: Transparent sein

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nie im Unklaren. Informieren Sie sie zeitnah und vollständig über alles, was ihre berufliche Tätigkeiten berührt. Seien Sie dabei zur Not schonungslos ehrlich. Geht es zum Beispiel um eine betriebsbedingte Kündigung, werden diese natürlich nicht begeistert sein, diese Kröte schlucken zu müssen. Erfolgt so ein Gespräch rechtzeitig und werden sie über alle Umstände informiert, werden sie ihren Arbeitgeber als einen in Erinnerung behalten, der ihnen einen stilvollen Abschied ermöglichte.

Tipp 2: Fehler analysieren

Das bedeutet bei Fehlern nach den Ursachen, nicht nach dem Schuldigen zu suchen. Schuldzuweisungen haben einen großen Nachteil. Sie hemmen bei der Suche nach Lösungen für ein, wie auch immer entstandenes, Problem. Der Mitarbeiter hat Angst, künftig wieder eine Fehler zu verursachen. Dann macht er lieber nichts. Sollte ein Dritter Ihren Angestellten für die Entstehung eines Fehlers anklagen, nehmen Sie das nicht einfach so hin. Führen Sie erst ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Beschuldigten.

Tipp 3: Gerüchte vermeiden

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Vertrauen aufbauen. wir verraten, wie es geht. (Bild: Milada Vigerova / unsplash.com)

Nichts ist misstrauenswürdiger als Gerüchte. Sollte Ihnen zum Beispiel zu Ohren kommen, dass Sie einen Mitarbeiter kündigen wollen, ohne dass Sie selbst etwas davon wissen, besprechen Sie das sofort mit dem Betroffenen. Finden Sie den Urheber eines Gerüchtes, stellen Sie ihn zur Rede. Machen Sie ihm klar, dass Sie so ein Verhalten keinesfalls tolerieren. Sollten Sie einen „Wiederholungstäter“ in Ihren Reihen wissen, fordern Sie ihn zu einer öffentlichen Stellungnahme auf. Das hält die meisten davon ab, künftig wieder Öl ins Feuer zu gießen.

Tipp 4: Sich Zeit lassen

Gott mag ja die Welt in sechs Tagen erschaffen haben, aber Sie sind schließlich nicht Gott. Lassen Sie sich beim Aufbau einer Vertrauenskultur Zeit. Dazu müssen Sie selbst Vorbild sein. Sie müssen offen gegenüber den abweichenden Meinungen Ihrer Angestellten sein, ehrliches Interesse an der Person und der von ihm ausgeführten Tätigkeit zeigen und selbst ein Musterbeispiel  beruflicher und zwischenmenschlicher Professionalität sein. Und falls Sie mal eines davon mal nicht sind – zeigen Sie wahre Größe und gestehen das selbstkritisch ein.

Mit Bild-, Text- und Informationsmaterial von Statista (siehe Infografik, Beleglink in der Bildunterschrift)

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