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Mythos oder Wahrheit?

Nach dem Essen einen Schnaps und Salz ist ungesund. Solche Allgemeinplätze hat jeder parat – doch was ist dran an den guten Tipps? Wir haben sieben gängige Mythen rund um die Ernährung unter die Lupe genommen.

Mythos Nummer 1: Kaffee ist ungesund

Es scheint allgemein bekannt: Kaffee entzieht dem Körper Wasser, er putscht auf und führt zu Herzrasen. Wer zu Bluthochdruck neigt, sollte besser ganz auf Kaffee verzichten. Alles Quatsch: Kaffee führt nicht zur Dehydrierung; er wirkt zwar harntreibend, dennoch verliert der Körper keine Flüssigkeit, wenn man Kaffee trinkt. Auch den Kaffee kann man zur aufgenommenen Flüssigkeit dazu rechnen. Auch der Glaube, dass regelmäßige Kaffeetrinker öfter unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, ist ein Mythos – im Gegenteil: Studien zeigten, dass Personen, die drei bis fünf Tassen täglich trinken, seltener Herzinfarkte erlitten als Kaffee-Abstinenzler. Durch die erhöhte Dopaminausschüttung fördert Kaffee – allerdings nur, wenn er in Maßen genossen wird – auch die Konzentrationsfähigkeit.

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Der Verdauungsschnaps – leider ein Mythos. (Bild: Peter Smola / pixelio.de)

Mythos Nummer 2: Ein Verdauungsschnaps tut nach dem Essen gut

Wer kennt das nicht: An Weihnachten hat man gerade die fette Gans verdrückt und jetzt möchte man am liebsten den Hosenknopf öffnen. Schon hat einer aus der Verwandtschaft die Schnapsflasche parat und rät zu einem Verdauungsschnaps. Aber vorsicht: In verschiedenen Versuchen hat sich gezeigt, dass Alkohol die Verdauung keineswegs in Schwung bringt, das Gegenteil ist der Fall. Je mehr Alkohol man trinkt, desto langsamer leert sich der Magen wieder. Wenn man also wieder mal über die Stränge geschlagen hat, sollte man eher beim Wasser bleiben oder sich einen Espresso genehmigen. Der regt nämlich wirklich die Verdauung an.

Mythos Nummer 3: Ein Glas Rotwein pro Tag beugt Herzinfarkten vor

Stimmt. Das so genannte Französische Paradox brachte Wissenschaftler auf die Spur: Obwohl Franzosen fett essen und viel rauchen, haben sie seltener verstopfte Arterien als beispielsweise Deutsche. Der Unterschied: Zu ihrem fetten Essen und ihrer Zigarette trinken die Franzosen auch noch Wein! Mäßiger Alkoholkonsum – etwa ein bis zwei Gläser am Tag – erweitert und entspannt die Gefäße und beugt Thrombosen vor. Der Wein enthält zudem Polyphenole, die ebenfalls gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Trotzdem: Diese Erkenntnis ist kein Freifahrtschein für Alkoholexzesse. Zwar hat Alkohol und insbesondere Wein auch gesundheitsfördernde Wirkungen, allerdings hat er eben auch gesundheitsschädigende Effekte. Die Dosis macht eben das Gift, das wusste schon Paracelsus.

Mythos Nummer 4: Auf Kirschen kein Wasser trinken

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Ebenfalls ein Mythos: Auf Kirschen darf man ruhig Wasser trinken. (Bild: Dieter Hopf / pixelio.de)

Kennen Sie noch das Ballspiel? Immer wenn der Ball beim Hin-und-Herwerfen herunterfällt, hat man Kirschen gegessen, Wasser getrunken, Bauchweh gekriegt und so weiter. Es endet damit, dass einer der beiden nach der Operation tot ist. Aber ist es wirklich so, dass Steinobst und Wasser Bauchschmerzen verursachen? Früher stimmte der Mythos: Das Trinkwasser unterlag noch nicht so strikten Kontrollen wie heute und enthielt wesentlich mehr Keime. Zusammen mit den Keimen auf den Kirschen gab das eine explosive Mischung im Magen. Heute haben Sie aber nichts mehr zu befürchten: Unser Trinkwasser ist von so guter Qualität, dass es überhaupt nichts macht, wenn Sie es nach den Kirschen trinken.

Mythos Nummer 5: Salat ist gesund

Als Kinder bekamen wir von unserer Mutter immer zu hören, dass wir den Salat aufessen sollen, weil er ja so gesund sei. Aber insgeheim wussten wir es schon damals: Salat hat genauso viele Vitamine wie ein Blatt Papier – und oft schmeckt er leider auch so. Allerdings enthält Salat Folsäure, die ebenfalls wichtig für den Organismus ist und neben Salat vor allem in Wirsing und anderen Blattgemüsen zu finden ist.

Mythos Nummer 6: Salz erhöht den Blutdruck

Schonkost schmeckt immer fad, denn es fehlt: das Salz. Der Grund ist, dass Wissenschaftler einen Zusammenhang sehen zwischen erhöhtem Blutdruck und dem steigenden Salzkonsum. Allerdings herrscht hier keineswegs Einigkeit: Während die einen die Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck in den Industriestaaten auf den steigenden Salzkonsum zurückführen, behaupten andere, dass ein Effekt des Salzkonsums nicht nachweisbar sei. Hier bleibt also noch Arbeit für die Forschung: Ob erhöhter Blutdruck durch Salz ein Mythos ist oder nicht, muss noch geklärt werden.

Mythos Nummer 7: Spätes Essen macht dick

Diätratgeber predigen: Nach sechs Uhr kein Essen mehr, dann purzeln die Pfunde. Dass das aber daran liegen könnte, dass man sich die Tüte Chips vor dem Fernseher dann automatisch verkneift, daran denken die wenigsten. Entscheidend ist nämlich nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern schlicht und einfach wie viele. Es ist also völlig unerheblich, zu welcher Tageszeit man isst, entscheidend ist einzig und allein die Gesamtmenge.

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