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Management / Studien

Roland Berger: BGM ist Investition mit mehrfacher Rendite

Einer Studie der Roland Berger Strategy Consultants zufolge reduziert ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement krankheitsbedingte Ausfälle in Unternehmen um bis zu 40 Prozent.

Roland Berger: BGM ist Investition mit mehrfacher Rendite

think: act CONTENT
Quelle: Roland Berger Strategy Consultants

Aufgrund des demographischen Wandels und des höheren Renteneintrittsalters steigt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen. Altersbedingte Krankheiten treten häufiger im Berufsleben auf; krankheitsbedingte Ausfälle nehmen entsprechend zu. So verursachen Mitarbeiterausfälle in deutschen Firmen schon heute Kosten in Höhe von rund 60 Milliarden Euro – Tendenz steigend. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken, müssen Unternehmen ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) betreiben. Denn durch bessere, stressfreie Arbeitsbedingungen und eine passende Gesundheitsvorsorge lassen sich Mitarbeiterausfälle um bis zu 40 Prozent reduzieren. Diese Vorteile haben mittlerweile 80 Prozent der deutschen Firmen erkannt; trotzdem setzt lediglich ein Drittel von ihnen (36%) entsprechende Maßnahmen tatsächlich um. Das sind die Ergebnisse der Studie zum betrieblichen Gesundheitsmanagement von Roland Berger Strategy Consultants, erschienen in der Reihe think: act CONTENT.

“Deutsche Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, Kosten in Höhe von rund 60 Milliarden Euro pro Jahr wegen Mitarbeiterausfällen auf sich zu nehmen. Denn das stellt ihre Wettbewerbsfähigkeit infrage”, sagt Studienautorin Maren Hauptmann von Roland Berger Strategy Consultants. “Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters ihrer Belegschaft werden Unternehmen daher zunehmend in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren müssen.”

Ältere Belegschaft in deutschen Unternehmen

Bereits heute scheidet mehr als ein Viertel der deutschen Arbeitnehmer (27,8%) aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Berufsleben aus. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zuspitzen wird, erläutert Maren Hauptmann: “Der demographische Wandel und das steigende Renteneintrittsalter in Deutschland werden dazu führen, dass die Belegschaft in den Firmen durchschnittlich älter wird – und somit auch anfälliger für Krankheiten und weitere Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz.”

Sind heute ca. 30 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland im Alter von 50 bis 64 Jahren, so wird diese ältere Arbeitnehmergruppe bis 2050 auf rund 40 Prozent anwachsen. Unternehmen werden daher vermehrt mit Ausfallzeiten ihrer Mitarbeiter konfrontiert sein. Ein gezieltes betriebliches Gesundheitsmanagement soll dabei helfen, nicht nur erhebliche Kosten zu sparen, sondern auch die älteren und dadurch erfahreneren Mitarbeiter besser an das Unternehmen zu binden. “Wenn ältere Mitarbeiter für längere Zeit ausfallen oder aus Gesundheitsgründen frühzeitig ihre Firma verlassen, verliert das Unternehmen Personal mit einer hohen Expertise. Und das kann sich sehr negativ auf die Geschäfte der Firma auswirken”, so Hauptmann.

Betriebliches Gesundheitsmanagement steigert Effizienz

Ein gezieltes Gesundheitsmanagement in den Unternehmen hilft daher, Personalausfälle zu reduzieren. Dabei können Firmen ihren Mitarbeitern zum Beispiel gesundheitsfördernde Programme in Zusammenarbeit mit Krankenkassen und externen Partnern anbieten, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen. Sportangebote und gesunde Ernährungsprogramme in den Betriebskantinen können ebenfalls zum Wohlfühlen der Belegschaft beitragen.

Doch es geht um mehr: “Auch Stressfaktoren wie Mobbing, hoher Zeitdruck, viele Überstunden sowie Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzen belasten immer mehr Mitarbeiter in den Unternehmen und führen nicht selten zu Krankheiten”, erklärt Maren Hauptmann. “Oft wirken sich solche Faktoren auf die Qualität der Arbeit der betroffenen Mitarbeiter negativ aus.” Dadurch können Firmen bis zu 15 Prozent ihrer Produktivität einbüßen. Um das zu vermeiden, sollten sie daher die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter entsprechend fördern sowie Probleme am Arbeitsplatz identifizieren und aktiv angehen.

Wenige Unternehmen setzen passende Programme um

Doch obwohl 80 Prozent der deutschen Firmen die Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements erkennen, setzt gerade mal ein Drittel von ihnen (36%) entsprechende Maßnahmen tatsächlich um. Einer der Hauptgründe ist die begrenzte Kalkulierbarkeit der damit verbundenen Kosten: “Häufig können Unternehmen das Verhältnis von Kosten und Nutzen eines Gesundheitsmanagements nicht richtig abschätzen. Das hindert sie daran, überhaupt darin zu investieren”, sagt Hauptmann.

Außerdem erfordert das betriebliche Gesundheitsmanagement die Unterstützung der Unternehmensführung: Nur wenn diese das Wohlfühlen der eigenen Mitarbeiter als Priorität versteht, können entsprechende Programme umgesetzt werden, um die Gesundheit der Belegschaft zu schützen. Schließlich fehlen in den Firmen oft die nötige Kompetenz und die personellen Ressourcen, um gezielte Programme anzubieten. “Kooperationen mit externen Anbietern, Krankenkassen und Gesundheitsexperten können hier eine optimale Lösung für viele Unternehmen darstellen. Denn eine Investition in die langfristige Leistungsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter lohnt sich für die Firmen auf jeden Fall”, fasst Maren Hauptmann zusammen.

>> Zum Download der Studie in think: act CONTENT

Weitere Informationen bei Roland Berger

Weiterführende Artikel:

Betriebliche Prävention lohnt sich: Studie der Felix Burda Stiftung (HCC-Magazin, 3. Januar 2013)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM): Motive und Hemmnisse (HCC-Magazin, 4. Januar 2013)

1 Kommentar

  1. Toller Artikel. Trifft genau das, was ich im klinischen Bereich erlebe, sprich Mitarbeiter die zwar gerne bereit sind ein “Mehr” zu leisten, aber es fehlt die Kompetenz mit dem damit einhergehenden “Mehr” an Stress und Belastung umzugehen. Die Folge: Substanzmißbrauch, Depression und Burnout Syndrom. Hier gilt es für die Zukunft erfolgreich gegen zu steuern. Für Kundengewinnungsmaßnahmen werden gerne Mittel frei gesetzt. Mittel für die BGM werden häufig erst dann in Betracht gezogen, wenn die ersten Mitarbeiter auf Grund psychischer Erkrankungen länger ausfallen. Dies gilt aus meiner Erfahrung im klinischen Reha Bereich für Sucht und psychosomatische Erkrankungen quer durch alle Berufssparten. Egal ob Metallbau, Pflegeberufe, Verwaltung oder Bankensektor, die Probleme gleichen sich. Ich hoffe der Artikel gibt für einige Führungskräfte den Anstoß, sich hier stärker für Ihre Mitarbeiter zu engagieren.

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