Abgepackter Orangensaft ist besser als gedacht

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Carotinoide können aus Orangensaft doppelt so gut aufgenommen werden wie aus der eigentlichen Frucht (Bild: Pressematerial zur Humanstudie – Orangensaft ist gesünder als Orange)

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, wenn Erkältungen wieder Hochsaison haben, rutscht der Gedanke an die nötige tägliche Dosis von Vitamin C schnell wieder in unser Bewusstsein. Viel zu schnell werden Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate eingeworfen, aus der Angst heraus den Tagesbedarf nicht decken zu können, oder dem Immunsystem damit etwas Gutes zu tun. Oder es wird eben ein ganzes Kilo Orangen frisch ausgepresst, weil man hat doch irgendwo mal gehört, dass das viel gesünder sei, als Orangensaft aus der Packung zu trinken. Die neueste Studie der Universität Hohenheim beweist jetzt aber genau das Gegenteil.

Warum sind Orangen eigentlich so gesund?

Schon im 18. Jahrhundert wurde Orangen aufgrund des hohen Vitamingehaltes eine postivie Wirkung nachgesagt. Als Schiffsverpflegung versorgten sie Seemänner mit ausreichend Nährstoffen und beugten Skorbut, eine Vitaminmangelerkrankung, vor, an dem zu dieser Zeit tausende Seeleute starben.
Und auch heute noch schätzen wir die Orange wegen ihres hohen Vitamin-C-Gehalts.

Wussten Sie, dass bereits ein Glas Orangensaft ungefähr 83 mg Vitamin C enthält und damit 83% des Tagesbedarfs eines durchschnittlichen Erwachsenen deckt? Aber nicht nur das steckt in der kleinen Frucht. Neben Vitamin C enthält sie auch Folsäure, die für die Zellneubildung unverzichtbar ist, die Vitamine B1 und B6, die zur Sehkraft und zum Schutz der Nervenverbindungen beitragen und wertvolle Mineralstoffe. Zum Beispiel Kalium, das wichtig für Muskel- und Nervenzellen und für die Regulation des Wasserhaushaltes verantwortlich ist.
In kleineren Mengen finden sich in Organgensaft sogar Eisen, das für die Blutbildung notwendig ist, und Magnesium, das für eine intakte Muskelfunktion sorgt. Neben diesen wichtigen Nährstoffen und Vitaminen enthalten die Früchte auch eine Vielfalt an Carotinoiden und Flavonoiden, denen nachgesagt wird, das Risiko von bestimmten Krebs- und Herzkreislauferkrankungen deutlich senken zu können.
Orangen und Orangensaft sind ein Allroundtalent, wenn es um Vitamine und Mineralstoffe geht.

Der schlechte Ruf von Orangensaft

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Wann wird Orangensaft am liebsten getrunken? (Bild: Pressematerial zur Humanstudie – Orangensaft ist gesünder als Orange)

In einer Humanstudie der Universität Hohenheim gelang es den Wissenschaftlern nun, nachzuweisen, dass abgepackter Orangensaft sogar gesünder ist als die frische Orange. Eigentlich genoss Orangensaft in den vergangen Jahrzehnten einen eher schlechten Ruf. Besonders der hohe Fruchtzuckergehalt war Ernährungsberatern ein Dorn im Auge. Diesem schlechten Ruf wollten die Wissenschaftler der Universität Hohenheim nachgehen und stellten in einer ersten Forschung mit Hilfe eines in-vitro Modells fest, dass die in der Orange enthaltenen Carotinoide aus Orangensaft wesentlich besser vom Körper aufgenommen werden können als aus der frischen Orange. Die folgende Humanstudie konnte diese Hypothese nun direkt am Menschen nachweisen.

Doppelt so viele Carotinoide

In den Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass aus pasteurisiertem Orangensaft ungefähr doppelt so viele Carotinoide aufgenommen werden können, als aus einer normalen Orange. Der Grund dafür liegt in der Herstellung. Denn dabei werden Ballaststoffe, wie beispielsweise Pektin und Cellulose teilweise vom Saft abgetrennt. Diese Stoffe sind es, die die Aufnahme von Carotinoiden während des Verdauungsprozesses hemmen. Da in der Orange mehr dieser unverdaulichen Ballaststoffe enthalten sind, ist auch die Aufnahme der Carotinoide stärker eingeschränkt, als im bereits verarbeiteten Orangensaft.

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Der Pro Kopf Verbrauch von Cola und Orangensaft in Deutschland im Vergleich. (Bild: Pressematerial zur Humanstudie – Orangensaft ist gesünder als Orange)

Orangensaft ist gesünder als Softdrinks

Auch im Vergleich zu Softdrinks, wie Cola, konnte sich Orangensaft, trotz des hohen Fruchtzuckergehalts, wieder stärker ins positive Licht rücken. Denn er enthält weder das für Kinder ungeeignete Koffein, noch die allgemein bedenkliche Phosphorsäure. Und da er generell eher nicht zum Löschen von Durst getrunken wird, ist auch die Aufnahme des hohen Fruchtzuckergehalts nicht weiter bedenklich. Vielmehr kann Orangensaft in Maßen konsumiert, dazu beitragen, dass unser Körper Tag für Tag mit den Nährstoffen versorgt wird, die er benötigt.

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